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Das Emmeringer Rathaus.

Emmering nach der Kommunalwahl

Vier Grüne und zwei prominente Söhne

  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
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Neben einem neuen Rathauschef bekommt Emmering acht neue Gemeinderäte. Vier davon stellen erstmals die Grünen. Zudem sind alle fünf Bürgermeisterkandidaten im Gremium vertreten. Und auch der Nachwuchs des scheidenden Bürgermeisters und des Vize-Chefs haben es geschafft.

Emmering Der neue Gemeinderat wird nicht nur jünger, er wird auch grüner. Vier Mitglieder des erst im vergangenen Jahr gegründeten Ortsverbands der Grünen haben es ins Gremium geschafft. Besonders ist auch, dass der Sohn des scheidenden Bürgermeisters Michael Schanderl (FW) und der des bisherigen Vize-Rathauschefs Christofer Stock (CSU) mit am Ratstisch sitzen.

Der jüngste Neuzugang ist Florian Stock (CSU). Der 22-Jährige studiert Gymnasiallehramt für Katholische Religionslehre und Latein. Er tritt in die Fußstapfen seines Vaters, der 18 Jahre im Gemeinderat saß und sich diesmal nicht mehr aufstellen ließ. Stock, Mitglied der Jungen Union (JU), hat sich vorgenommen, Emmering weiterzuentwickeln, ohne dass dabei der dörfliche Charme verloren geht. Er sieht sich bei der CSU richtig aufgehoben, denn in einer Partei der Mitte könne er am besten den Anliegen der Bürger gerecht werden, sagt er. In seiner Freizeit spielt Stock Fußball beim FC Emmering, und er ist Mitglied einer Rockband.

Und noch ein prominenter Sohn zieht in den Gemeinderat: Valentin Schanderl (FW). Nach seinem Vater und seinem Bruder (Michael jun.) wäre er der dritte Schanderl im Gremium. Doch sein Bruder war nicht mehr angetreten. Dem 23-jährigen Valentin Schanderl, Student für Lebensmitteltechnologie, wurde quasi schon im Kindesalter die Kommunalpolitik eingeimpft. Durch seine Mitgliedschaft im Burschenverein und in der Feuerwehr ist er stark im Ort verwurzelt. Schanderl, der gerne wandert und Ski fährt, will sich für junge Familien und bezahlbaren Wohnraum einsetzen.

Er ist als Überraschungs-Bürgermeisterkandidat angetreten und ist künftig das einzige Mitglied seiner Partei im Rat: Tomas Kraut (SPD). Der Abwassertechniker ist verheiratet und hat zwei Kinder. Familiär aufgehoben fühlt sich der 34-Jährige auch bei der Emmeringer SPD. Als Hobby-Fischer und Jäger liegt ihm besonders die Natur am Herzen. So will er Emmering inmitten der Amperauen und des Hölzls erhalten und behutsam weiterentwickeln.

Ebenfalls als Einzelkämpfer sitzt ein weiterer Bürgermeisterkandidat im Gremium: Maximilian Gerber (FDP). Der 38-jährige Diplomwirtschaftsingenieur und Vater zweier Söhne lebt erst seit 2018 in der Unteren Au. Er setzt auf Bürgernähe und Transparenz.

Jetzt zum Quartett der Ökopartei: Alterspräsident ist Herbert Groß (Grüne). Der 64-Jährige, Diplom-Informatiker in Altersteilzeit, hat bereits politische Erfahrung sammeln können: Er saß von 1984 bis 1996 für die Ökopartei im Brucker Stadtrat und war Umweltreferent. Die Erkenntnisse, die er dabei gewonnen hat, will der zweifache Familienvater nun in und für Emmering nutzen. Als Grüner der Gründergeneration von 1980 will er auch die Interessen der älteren Bürger vertreten.

Neben Herbert Groß zieht auch die Bürgermeisterkandidatin Ulrike Saatze (Grüne)ins Gremium ein. Die 53-jährige Architektin will sich, jetzt, wo ihre vier Kinder groß sind, mehr in die Kommunalpolitik einmischen. Als sich dann die Grünen-Ortsgruppe gründete, fand sie dort Gleichgesinnte, die sich wie sie Klima- und Umweltpolitik sowie soziales Miteinander auf die Fahne geschrieben haben. Neben Umweltthemen will die begeisterte Läuferin, Radfahrerin und Gärtnerin die Verkehrsprobleme und die Gewerbeentwicklung in Emmering angehen.

Die zweite Frau in der neuen Fraktion ist die 54-jährige Erzieherin und Heilpraktikerin Kathrin Durach (Grüne). Die zweifache Mutter war schon immer überzeugte Grünen-Wählerin und nutzte ihre Chance, Emmering mitzugestalten, als sie dem neugegründeten Ortsverband beitrat. Ihr Fokus liegt auf der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Förderung der Rechte der Frauen. Ein weiteres Ziel der Hobby-Gärtnerin und Radfahrerin ist, eine Nachbarschaftshilfe in Emmering zu etablieren.

Das mit kleinem Abstand beste Wahlergebnis seiner Partei erzielte der 35-jährige Korbinian Würstle (Grüne). Er war einige Zeit als Bürgermeisterkandidat gehandelt worden. Der Produktmanager und Fachwirt für Marketing ist auf Umwegen über die JU zu den Grünen gekommen. Dort schätzt er die offenen Diskussionen und die Zukunftsorientierung. Der Oldtimer-Fan will die Grünen in den nächsten Jahren im Ort etablieren und daran arbeiten, dass die Gemeindepolitik transparent und bürgernah wird. Langfristig, so sein Ziel, müsse sich in Emmering etwas in den Bereichen Verkehr, Gewerbe und bezahlbarer Wohnraum ändern.

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