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Hinterm Tresen, ein frisches Bier zapfend: So kennen viele Christa Haid. 15 Jahre lang war sie die Chefin im „ Wirtshaus am Hölzl“. 

Wirtshaus am Hölzl

Eine Vollblut-Wirtin geht in den Ruhestand

  • vonDieter Metzler
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Im „Wirtshaus am Hölzl“ endet eine Ära: Christa Haid, die Wirtin und gute Seele des Vereinsheims des FC Emmering, geht Ende des Jahres in den Ruhestand. 15 Jahre lang stand sie hinter der Theke, bediente Gäste und hatte für alle ein offenes Ohr.

Emmering„Ich habe schon als Spieler so manches Training nur durchgestanden, weil ich mich anschließend auf das Schnitzel oder die Currywurst bei Christa gefreut habe“, sagt FCE-Präsident Thomas Biersack. „Das Schnitzel wird noch geklopft und in der Pfanne gebraten“, lobt er die solide Küche des FCE-Stüberls. Das gutbürgerliche Speisenangebot und die familiäre Atmosphäre überzeugten auch stets die Gäste. „Ich bedauere sehr, dass Christa nach 15 Jahren den Zapfhahn und den Kochlöffel aus der Hand legt“, sagt Biersack. Es werde schwer werden, einen würdigen Nachfolger zu finden.

Wenn Christa Haid Ende des Jahres aufhört, blickt sie auf insgesamt 45 Jahre zurück – 30 Jahre davon in der Gastronomie. „Irgendwann muss Schluss sein“, sagt die gebürtige Emmeringerin. Abnehmen möchte man ihr das aber nicht so wirklich. Immer noch bedient sie mit großem Elan und sichtlich viel Freude ihre Gäste.

Die Hälfte der 30 Gastro-Jahre hat sie als Wirtin das Badstüberl im Brucker Freibadkomplex geführt. Neben den Keglern und Schützen fühlten sich auch die Eishackler des EV Fürstenfeldbruck unter ihrer Ägide dort wohl.

Die alten Emmeringer werden sich sicherlich noch an die Aral-Tankstelle mitten im Dorf erinnern, die später zu einem Getränkemarkt umfunktioniert wurde. Auch hier trug Christa Haid zehn Jahre lang die Verantwortung, nachdem sie ihren Job bei der Sparkasse an den Nagel gehängt hatte.

Seit Oktober 2005 stand sie dann hinter dem Tresen des „Wirtshaus am Hölzl“. Das Stüberl war zuvor unter FCE-Präsident Bernhard Staller frisch renoviert worden. Rund ein Jahr zuvor war der Pachtvertrag fürs Badstüberl ausgelaufen. Christa Haid wurde von FCE-Vizepräsidentin Resi Oswald angesprochen, ob sie nicht Interesse an der Gaststätte in Emmering hätte. Sie sagte Ja. Denn nach gut einem Jahr Pause als Wirtin, verspürte Haid eine gewisse Sehnsucht, wieder als Wirtin tätig zu sein. Sie unterschrieb den Pachtvertrag, den ihr Staller unterbreitete.

„Es war eine schöne Zeit“, sagt die Emmeringerin und bedankt sich bei ihren Stammgästen. „Sie haben mir die ganzen Jahre die Treue gehalten. Sie sei gerne Wirtin gewesen. Vor allem der Kontakt zu den Menschen habe ihr gefallen.

So wird sie neben den vielen Veranstaltungen des FCE auch die Emmeringer Senioren vermissen, die sich einmal im Monat zu Kaffee und Kuchen bei ihr trafen. Ans Herz gewachsen sind ihr auch der Stammtisch der Wörthseefischer und das jährliche Treffen der ehemaligen Fußballdamen des FCE.

„Die Stunden, die man in der Wirtschaft steht, kann man in Geld nicht aufwiegen“, ist Christa Haid überzeugt. „Ohne Idealismus und Liebe zu dem Beruf sollte man es nicht machen.“

Doch es gab auch negative Erlebnisse. Während Haids Zeit wurde zweimal ins Wirtshaus eingebrochen. Auch wenn es nichts zu holen gab, war der Sachschaden erheblich. „Beim zweiten Einbruch wurden die Ganoven durch die Überwachungskamera aber später überführt“, erinnert sich Christa Haid. Der Schaden wurde beseitigt, und der Betrieb ging weiter.

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