+
Die Kreuzung von Dachauer und Estinger Straße in Emmering ist unübersichtlich – auch wegen der bestehenden Insel an der Gräßelstraße. Das Foto zeigt den Blick von der Dachauer Straße ortseinwärts in die Estinger Straße.

Unübersichtlich und gefährlich

Emmeringer Problem-Kreuzung wird neu gestaltet

  • schließen

Die Kreuzung von Dachauer und Estinger Straße in Emmering macht Probleme. Weil auch die Gräßelstraße einmündet, kommt es immer wieder zu Unfällen. Jetzt soll der Knotenpunkt umgebaut werden. Drei Varianten wären möglich.

Emmering Der Verkehrsausschuss des Gemeinderats hat sich von Diplomingenieur Helmut Ammerl von der Firma Obermeyer drei Konzepte vorstellen lassen, wie man die Situation verbessern könnte. Grundlage dafür waren Zahlen: Mit drei Videokameras waren an der Kreuzung Autos und Radfahrer gezählt worden. Zwischen 7 und 8 sowie 17 und 18 Uhr ist das Verkehrsaufkommen am höchsten. Mit durchschnittlich 880 Pkw, 25 Lkw und 25 Radlern pro Stunde ist die Straße zwar gut ausgelastet, aber nicht überlastet, so Ammerl.

ür einen Umbau gibt es nun drei Möglichkeiten. Ein Fachmann rät, einen Kreisverkehr zu bauen. Das würde etwa eine Million Euro kosten – und die Gemeinde müsste massiv in umliegende Grundstücke eingreifen. Alternativ könnte eine Insel so angeordnet werden, dass sich die Vorfahrtsregelung ändert. In allen Varianten verschwindet der Fußgängertunnel an der Dachauer Straße. Es gäbe Querungshilfen.

Trotzdem kracht es hier öfter, wie Robert Bauer (FDP) weiß, weil er in der Nähe wohnt. Doch in der Unfallstatistik tauchen die meist kleineren Blechschäden nicht auf, berichtete Ammerl: „Der Knotenpunkt zeigt keine Auffälligkeiten, was Unfälle angeht. Aber Straßen werden auch erst in der Statistik erfasst, wenn es mindestens einen Unfall mit Schwerverletzten gegeben hat.“

Die Untersuchung hat auch bewiesen, dass vor allem ortseinwärts fast immer zu schnell gefahren wird. Dadurch entstehen teilweise gefährliche Situationen.

Für einen Umbau stellte Ammerl drei Varianten vor. In der ersten Option würde die Abbiegespur aus der Gräßel- in die Dachauer Straße verschwinden. Dafür soll eine Mittelinsel auf der Höhe zum Übergang Estinger Straße entstehen. So würden alle Verkehrsteilnehmer gezwungen, die Vorfahrtsstraße zu benutzen – das zu schnelle Fahren würde aber nicht verhindert. Dieser Umbau kostet rund 540 000 Euro.

Die zweite Variante sieht eine größere Insel auf Höhe Übergang Estinger Straße vor. So könnten um die Insel herum Abbiegespuren entstehen – und die Straßenführung würde geändert, sodass die Vorfahrtsstraße ortseinwärts jetzt in die Dachauer Straße weiterführt. Bei diesem Konzept müssten Autofahrer eine Abbiegespur benutzen, um auf die Estinger Straße zu kommen. Dieser Vorschlag ist laut Ammerl ungewöhnlich, würde aber zu einer Verkehrsberuhigung führen. Die Kosten hier: 800 000 Euro.

Fachmann rät den Emmeringern zu Kreisverkehr

Dritte Möglichkeit – und mit Kosten von rund einer Million Euro die teuerste – ist ein Kreisverkehr. Das würde er bevorzugen, sagte Ammerl. Doch weil der Kreisel einen Durchmesser von 32 Metern bräuchte, um auch Lkw und Bussen genug Platz zu bieten, müssten größere Eingriffe in die umliegenden Grundstücke erfolgen.

Bei allen Varianten verschwindet der Fußgängertunnel an der Dachauer Straße. Es würden Querungshilfen entstehen. Bürgermeister Michael Schanderl (FW) hatte noch prüfen lassen, ob die Feuerwehr an einem möglichen, neuen Standort an der Siedlerstraße mit den Varianten zurechtkäme. Das bejahte Ammerl. Eine Entscheidung fiel noch nicht. Die Fraktionen beraten sich nun.

von Tom Eldersch

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Eltern besorgt über Kinderhaus-Pläne
Egenhofen wächst deutlich langsamer als seine Nachbargemeinden. Der Bürgermeister will deshalb auf den Neubau eines Kinderhauses verzichten. Bei den Eltern haben die …
Eltern besorgt über Kinderhaus-Pläne
So mildert man die Angst vor Hunden
Hundehasser, die Giftköder auslegen. Kampfhund Chico, der zwei Menschen tötete: Das sind Themen, die Schlagzeilen machen. Hundepsychologin Alexandra Hoffmann erklärt, …
So mildert man die Angst vor Hunden
Die gute Seele des Olchinger Pfarrbüros ist gegangen
 Ein bewegtes und langes Leben ist zu Ende gegangen: Die ehemalige Pfarrsekretärin Helene Sebald ist im Alter von 92 Jahren im Eichenauer Seniorenheim nach längerer …
Die gute Seele des Olchinger Pfarrbüros ist gegangen
Schulkinder dürfen weiter Schweinefleisch essen
Schweinefleisch sollte eigentlich vom Speiseplan der Ährenfeldschule verbannt werden. Dies hatte eine Kommission aus Vertretern des Gemeinderates, Elternbeirats, den …
Schulkinder dürfen weiter Schweinefleisch essen

Kommentare