Beer Pong

Emmeringer punkten bei WM in Las Vegas

Emmering – Für viele ist Beer Pong nur eine Party-Gaudi, für die Emmeringer Kevin Keenan und Christoph Vogel ist es eine Sportart, in der sie mittlerweile zur erweiterten Weltspitze gehören: Als Europameister von 2015 durften sie jetzt zur Beerpong-WM nach Las Vegas.

Weil Keenan und Vogel 2015 in München im ungewöhnlichen Sport mit den Bierbechern und den Tischtennisbällen den Europameistertitel holten (wir berichteten), wurde ihnen Teilnahmegebühr und Startplatz für die Weltmeisterschaft geschenkt. Deswegen waren sie vier Tage in Las Vegas, um sich mit den Weltbesten zu messen. Das Mekka der US-Unterhaltungsindustrie hat die beiden 25-jährigen Beerpong-Spieler – sie treten unter dem Teamnamen „Cup & Cupper“ an – überwältigt mit seiner Größe. Gleiches galt für das Turnier: 284 Teams à zwei Spieler traten an, vor allem Amerikaner, weil der Sport seinen Ursprung wohl in den USA hat (siehe Kasten). Manche Spieler bestreiten gar mit Beer Pong ihren Lebensunterhalt.

Nur rund 15 europäische Teams traten in Las Vegas an die Tische, entsprechend oft wurden die Exoten aus Bayern bestaunt – zumal eine mitgeführte Freistaat-Fahne die Aufmerksamkeit auf die Emmeringer lenkte. Was die Amerikaner besonders begeisterte, waren die Trikots der beiden. Die Brauerei Maisach hatte diese gesponsert, für die Bier-Werbung in Übersee bekommen Keenan und Vogel noch eine kleine Feier von der Brauerei geschenkt.

Warum ausgerechnet die Shirts mit dem Aufdruck „German Beerpong“ auf dem Rücken die US-Spieler so begeisterten, ist Vogel und Keenan auch nicht ganz klar. Bis zu 200 Dollar bot so mancher für die Trikots. Doch diese blieben natürlich die ganze WM über am Leib.

Beim Wettkampf in einem riesigen Saal in einem Hotel fing es für „Cup & Cupper“ gut an. Sie hatten durch zwei mitgereiste Teams aus dem Freundeskreis ein wenig Fan-Unterstützung. Und so überstanden die Emmeringer mit neun zu drei Siegen die Vorrunde. Am Finaltag, bei dem im K.O.-Modus gespielt wurde, lief es dagegen nicht so gut: Nach einem Sieg im ersten Match gingen die nächsten beiden Spiele verloren. Das Aus und Rang 65 waren die Folge.

Trotzdem sind Christoph Vogel und Kevin Keenan hochzufrieden. „Für das erste Mal ist das optimal“, sagt Vogel. Und Keenan meint, er habe ein solches Abschneiden nicht erwartet. Die Leistungsdichte bei den dominierenden Teams aus den USA sei einfach Wahnsinn. „Da entscheidet ein Fehlwurf“, sagt Kevin Keenan.

Doch immerhin konnten sich die Emmeringer mit dem Umstand trösten, dass sie das bestplatzierte europäische Team waren. Der Europameistertitel verbleibt damit quasi inoffiziell in Emmering.

Als amtierender Champion aus Europa waren die beiden auch keine ganz unbeschriebenen Blätter. „Ein paar Leute, die über den Tellerrand blicken, haben uns gekannt“, erzählt Vogel.

Nun stehen wieder Turniere in Deutschland an, bei denen Keenan und Vogel auf eine Quali zur WM 2017 hoffen. Sie wollen so oder so wieder nach Las Vegas – notfalls bezahlen sie die Antrittsgebühr eben selbst. Denn das Fazit der WM ist durchwegs positiv: Eine tolle Erfahrung mit einer guten Atmosphäre und einer perfekten Organisation. „So etwas kann man mit einem Turnier bei uns nicht vergleichen“, sagt Christoph Vogel. (Fabian Dilger)

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