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An der Golden Gate Bridge in San Francisco: Franziska Strauß (22) aus Emmering war ein Jahr lang in den USA. 

Austauschprogramm

Emmeringerin als Botschafterin Deutschlands in den USA

Emmering – Franziska Strauß war eine Botschafterin Deutschlands: Über das Parlamentarische Patenschaftsprogramm (PPP) unter der Schirmherrschaft von US-Kongress und Deutschem Bundestag lebte sie ein Jahr lang in den USA.

Die 22-Jährige bekam im zweiten Bewerbungsanlauf die Zusage. Sie arbeitete damals nach ihrer Mittleren Reife an der Realschule in Puchheim bei der Stadt München in der Verwaltung. Als junge Berufstätige war sie eher die Ausnahme unter den Teilnehmern – die meisten sind Schüler und Studenten. Die Beamtin hatte den Vorteil, dass sie ein Jahr lang beurlaubt werden konnte.

Als Vertreterin des Wahlkreises Fürstenfeldbruck-Dachau verbrachte sie ein Jahr bei einer Gastfamilie in Binghamton im Bundesstaat New York. „Ich hätte es auch zwei oder drei Jahre ausgehalten“, sagt Franziska Strauß. „Die Zeit vergeht so schnell, weil man mit so viel Neuem konfrontiert wird.“

Zum Beispiel gleich bei der Ankunft in New York mit der riesigen Skyline. Oder mit der Sprache, die zu Beginn die größte Umstellung ist: „Am Anfang ist man verdammt müde, weil das Hirn nur übersetzt. Aber nach einem Monat spricht und denkt man in Englisch.“

Auch ihre Reisen haben jedes Mal etwas Neues gebracht: das sonnige Kalifornien, die Niagara-Fälle, die großen Städte der Ostküste. Auf ihren Touren war sie stets als Botschafterin unterwegs. „Jeder fragt, wo man herkommt“, erzählt sie. So werden dann automatisch Informationen über das Heimatland geteilt. Auf dem Community-College und bei ihrer darauffolgenden Unterrichtstätigkeit mit Migranten hielt die 22-Jährige immer wieder Vorträge über Deutschland. „Viele haben ein gutes Deutschland-Bild“, erinnert sie sich.

Eher kurios war ihr Besuch in Cincinnati. Dort haben viele Einwohner deutsche Wurzeln – und Franziska Strauß eröffnete mit einer Münchner Stadträtin ein „Oktoberfest“. Dabei sah sie verkehrt herum angezogene Dirndl und Frühlingsrollen mit Sauerkraut als „typisch bayerisches Gericht“. Ihr Urteil über das Spektakel: „Sehr, sehr amüsant.“

Doch die 22-Jährige hat auch Nachteile des Lebens in den USA bemerkt: „Man sieht zum Beispiel an den Zähnen, ob jemand Geld hat.“ Die Sicherheiten, die es im Gegensatz dazu auf dem deutschen Arbeitsmarkt und im deutschen Gesundheitssystem gibt, schätzt sie. Positiv bewertet die Emmeringerin die Offenheit der Amerikaner: „Man kann alles probieren. Man gibt jedem erst einmal eine Chance.“ Das Leitmotto der PPP-Teilnehmer war deswegen „It’s not bad, it’s just different.“ Auf Deutsch: „Es ist nicht schlecht, es ist nur anders.“ (fd)

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