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Michael Schanderl will aufhören.

Kommunalwahl 2020

Keine neue Kandidatur: Emmerings Bürgermeister hört auf

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Jetzt ist die Entscheidung gefallen: Emmerings Bürgermeister Michael Schanderl tritt bei der Kommunalwahl im März 2020 nicht mehr an. 

Emmering - Er bezweifele, dass er genug Motivation habe für weitere volle sechs Amtsjahre, sagt er. Anfang des Jahres hatte der 55-Jährige noch überlegt, ob er am 15. März 2020 wieder antritt. Er betonte damals, dass er auf seinen Arzt hören wolle.

 Schanderl hatte 2010 einen Herzinfarkt erlitten. Und tatsächlich hat ihm sein Arzt auch geraten, kürzer zu treten. „Es war aber nur eine Empfehlung“, sagt Schanderl dazu. „Es ist jetzt nicht so, dass es lebensgefährlich wird, wenn ich in dem Tempo weitermache.“ Wenn der Wille da wäre, würde er sich wohl über den ärztlichen Rat hinwegsetzen, meint er. Doch die Gesundheit sei eben nicht der einzige Faktor für seine Entscheidung. 

Der zweite Aspekt sei die Motivation: In den vergangenen paar Wochen sei in ihm die Erkenntnis gereift, dass er vielleicht nicht mehr genug Antrieb habe, um bis 2026 weiterzumachen. „Jetzt bin ich noch voll motiviert“, sagt der 55-Jährige mit Blick auf die letzten 13 Monate im Amt. „Aber ich habe Zweifel, ob das noch weitere sechs Jahre auf diesem Niveau bleibt.“ Daher sollte auf eine neue Kraft gesetzt werden. Schanderl ist froh, dass die Entscheidung nun gefallen und verkündet ist. 

Am Dienstag informierte er zunächst die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, dann am Abend im nichtöffentlichen Teil der Sitzung den Gemeinderat. Er habe die Spekulationen beenden wollen. Das sei fair allen gegenüber, auch den anderen Parteien. Der Noch-Rathauschef hofft, dass sein Schritt geeignete Persönlichkeiten dazu motiviert, sich als Bürgermeister-Kandidat aufstellen zu lassen. „Jetzt ist die Möglichkeit da.“ 

Der promovierte Agraringenieur, der sich künftig verstärkt seinem Bauernhof widmen will, hat schon „mit dem einen oder anderen gesprochen“, dem er zutraut, sein Nachfolger werden zu können. Sowohl innerhalb seiner Freien Wähler als auch außerhalb. Bisher ohne Erfolg. Schanderl betont, dass er weiter politisch tätig sein will. Zum Beispiel im Bezirkstag, in den er erst im Herbst 2018 zum dritten Mal gewählt wurde. Auch für den Kreistag will der Freie Wähler wieder kandidieren. „Ich verabschiede mich nicht aufs Sofa.“ 

Schließlich sei er ja auch erst 55. Vielleicht gebe es eine neue Herausforderung – mit weniger Stress als das Bürgermeisteramt. Er wolle nicht mehr „24 Stunden im Blickfeld“ stehen. Die Familie habe ihn weder gedrängt aufzuhören noch aufgefordert weiterzumachen, so Schanderl. Aber sie freue sich bestimmt über mehr freie Zeit mit Ehemann und Vater. Jetzt wolle er erst einmal bis Ende April 2020 viele Projekte weiter vorantreiben. Sicher werde nicht alles fertig werden – aber er übergebe in 13 Monaten ein gut bestelltes Haus. Im Gemeinderat am Dienstagabend hatte Michael Schanderl betont, dass er seinem Nachfolger eine weiterhin so konstruktive Stimmung in dem Gremium wünsche. Nach schwierigen Jahren von 2002 bis 2008 habe man eine gute Art der Zusammenarbeit gefunden.

Bei der zurückliegenden Wahl war Schanderl mit der denkbar knappen Mehrheit von elf Stimmen im Amt bestätigt worden.

Auch interessant: Eine Übersicht zur Kommunalwahl 2020 im Kreis Fürstenfeldbruck.

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