Verhandlungen der vier Anrainerkommunen 

Fursty: Strategie-Konzept soll im Juli stehen

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Zehn Monate sind nun Zeit: Dann soll in Zusammenarbeit von vier Kommunen, dem Landkreis und übergeordneten Behörden ein Konzept für die Nachnutzung des Fürstenfeldbrucker Fliegerhorsts stehen.

Maisach – Das gemeinsame Konzept zur Entwicklung der Konversionsfläche am Fliegerhorst stand am Donnerstagabend erneut auf der Tagesordnung des Maisacher Gemeinderats. Zwar hatte das Gremium bereits Ende Juli die Kooperationsgespräche mit den drei anderen Anrainern – also Fürstenfeldbruck, Olching und Emmering – beschlossen. Und auch das dafür vorausgesetzte Moratorium: dass die vier Kommunen ihre Planungen ruhen lassen, bis sie sich auf einen gemeinsamen Weg verständigt haben. Doch zwischenzeitlich waren aus Bruck Änderungswünsche für den Beschlusstext eingegangen – sodass das Thema nochmals diskutiert werden musste.

Nun wird über den freien militärischen Konversionsbereich verhandelt

Die Änderungen betreffen zum einen die Größe des Planungsgebiets. Es wurde ein Stück verkleinert auf der westlichen Seite des Brucker Areals, im Bereich der Hasenheide. Denn dort liegt ein staatliches Grundstück, für das es bereits Pläne gibt: Dort könnte im Rahmen der von Minister Markus Söder angestoßenen Behördenverlagerung das bisher in München angesiedelte Eichamt eine neue Heimat bekommen – eine Art Ausgleich für den Weggang der Bundeswehr. Um dieses Projekt nicht zu verlangsamen, wird die Fläche, für die ein Nachnutzungskonzept aufgestellt wird, verkleinert. Ab sofort wird in den Verhandlungen also nur noch der freie militärische Konversionsbereich betrachtet.

Zudem wird in dem neuen Beschluss, den der Maisacher Gemeinderat einstimmig bewilligte, die Wichtigkeit des Areals betont: Was sich dort abspiele, sei für die ganze Region von großer Bedeutung.

Bürgermeister Hans Seidl (CSU) fügte an, in den jetzigen Vorstellungen der Stadt Bruck spiele der Wohnbau eine große Rolle. „Aber das dient der Region und den Nachbarkommunen nicht umfänglich.“ Da durch den Wegzug der Bundeswehr viele Arbeitsplätze verloren gehen werden, müsse man das bei der Nachnutzung in Form von Gewerbeflächen ausreichend kompensieren.

Udo Mauerer (Grüne) schloss daraus: „Wir haben also bis Ende Juli 2018 Zeit, Fürstenfeldbruck zu überzeugen, dass die auch wie wir ein Gewerbegebiet wollen. Ist das so?“

Nachbarkommunen sollen ihre Ideen nicht ganz über den Haufen werfen

So wollte Seidl die Sache aber ganz und gar nicht verstanden wissen. Fakt sei zwar, dass sich das von Maisach gewünschte Festhalten am Fahrsicherheitszentrum aus Lärmschutzgründen nicht mit der von Bruck geplanten daneben liegenden Wohnbebauung vertrage. Das heiße aber nicht, dass die Nachbarnkommunen ihre eigenen Vorstellungen komplett über den Haufen werfen müssten. Amtsleiter Peter Eberlein ergänzte, man müsse zusammen „Planungen finden, die sich vertragen oder die Nutzungen auf der Gesamtfläche so legen, dass sie sich nicht in die Quere kommen“.

Das alles, so Seidl, werde in enger Abstimmung mit dem Landrat und Vertretern des bayerischen Wirtschaftsministeriums geschehen. Noch vor Jahresende solle zudem ein Gespräch mit BMW stattfinden, um auszuloten, „was an Investitionen über das Fahrsicherheitstraining hinaus möglich ist“. Es ist kein Geheimnis, dass nicht nur Maisach, sondern auch Bruck den Automobilkonzern gerne im größeren Umfang auf dem Bereich des Flugplatzes verorten möchten.

Im Juli 2018 sollen Entwicklungsszenarien vorliegen – mehr nicht

Gottfried Obermair (FW) wollte wissen, was dann nach Ablauf der Verhandlungen und des Moratoriums Ende Juli 2018 zu erwarten sei – Planungsvarianten etwa? Seidl sagte, es gehe um ein tragfähiges strategisches Konzept, mit dem dann hoffentlich alle vier Kommunen sowie der Landkreis zufrieden seien und mit dem man im nächsten Schritt an die übergeordneten Behörden herantreten könne. In zehn Monaten sollten Entwicklungsszenarien vorliegen – mehr nicht. „Wir brauchen eine politische Strategie. Nach dem Motto: Wie könnte der Weg ausschauen?“ Erst dann gehe es an die Überplanung.

Auch die anderen drei Kommunen müssen nun diesen Beschluss fassen. Er gilt übrigens nur solange, solange keiner der Nachbarn entgegen der Absprache seine Planungen wieder aufnimmt. Klar ist auch: Keiner Kommune dürfen durch das Moratorium planungsrechtliche Nachteile entstehen.

Rubriklistenbild: © tb

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