Vor dem aktuellen Clubhaus fasste der FSA-Vorsitzende Ralph Ziereis (2.v.l.) die Pläne des Vereins zusammen. Die Gemeinderäte und Zweiter Bürgermeister Fritz Cording (2.v.r.) hörten zu.
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Vor dem aktuellen Clubhaus fasste der FSA-Vorsitzende Ralph Ziereis (2.v.l.) die Pläne des Vereins zusammen. Die Gemeinderäte und Zweiter Bürgermeister Fritz Cording (2.v.r.) hörten zu.

Ortstermin des Gemeinderats

Generalüberholung für Emmeringer Naturisten-Gelände

  • vonHans Kürzl
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Im Emmeringer Bauausschuss hatte die Freie Sportgemeinschaft Amperland (FSA) ihre Modernisierungspläne bereits in der Theorie präsentiert. Nun besichtigten die Gemeinderäte das FKK-Gelände.

Emmering – „Die Großzügigkeit des Geländes muss erhalten bleiben.“ Immer wieder betont das der FSA-Vorsitzende Ralph Ziereis, als er rund eineinhalb Stunden lang Vertreter des Emmeringer Bauausschusses über das 17 Hektar große Areal des Vereins führt. Ziereis ist es wichtig, dass bei aller Modernisierung der Charakter des Vereins erhalten bleibt.

Denn nicht alle der 615 Mitglieder sind rundum von den Umgestaltungsplänen überzeugt. Dies räumt Ziereis ein. Doch er betont: „Ich bin mit dem Konzept der klaren Änderungen zum Vorsitzenden gewählt worden.“ Im kommenden Jahr werde er sich erneut dem Votum der Mitglieder stellen. Dann müsse zumindest klar sein, ob und wie es weitergeht.

Fritz Cording: „Jetzt muss der Verein tätig werden“

Die asphaltierte Fläche, auf der die Tischtennisplatten stehen, soll entsiegelt werden.

In dieser Beziehung spielt Zweiter Bürgermeister Fritz Cording, der den Ortstermin angeregt hatte, ganz klar den Ball der FSA zu: „Jetzt muss der Verein tätig werden“, sagte Cording am Ende der besichtigung. Die Bauvoranfrage an die Gemeinde sei der erste Schritt, die Kontaktaufnahme zu den Kreisbehörden als letztendlich entscheidende Behörde der zweite. „Es macht Sinn, auf das Landratsamt zuzugehen, um es ins Boot zu holen“, so Cording.

Man habe zwar durch den Vortrag in der Bauausschusssitzung Mitte Oktober eine Vorstellung von den Plänen des Vereins bekommen, sagte der Vize-Bürgermeister. Dieser Eindruck sei durch die Führung über das Gelände durchaus bestätigt worden. Doch nun müsse der Verein durch konkrete Pläne Überzeugungsarbeit zu leisten. „Da braucht es allein schon einen anerkannten Architekten“, meinte Cording und wies darauf hin, dass das Gelände auf FFH-Gebiet liege, also ein Schutzgebiet für Flora und Fauna sei.

Ein Pluspunkt in dieser Beziehung könnte sein, dass die Naturisten die Versiegelungen auf ihrem Gelände zurückfahren wollen. Als markantes Beispiel nannte Ziereis den Tartanbelag im Tischtennisbereich. Insgesamt sollen rund 935 Quadratmeter entsiegelt werden. Dem stünden etwa 700 Quadratmeter entgegen, auf denen unter anderem eine moderne Sauna mit echtem Ruheraum sowie einem 85-Grad- und einem 65-Grad-Bereich entstehen soll.

Der bisherige Jugendraum soll abgerissen werden

Weitere Arbeiten fallen im Bereich des Jugendraums an. Der ist so baufällig, dass er abgerissen werden soll, ebenso wie die Werkstatt, die stattdessen in den Bereich des jetzigen Gastraums verlegt werden soll. Dieser Raum wiederum wird von der Aufteilung her als unvorteilhaft für gesellschaftliche Ereignisse empfunden. Er soll in den zentralen Bereich integriert werden.

Kaum Sanierungsbedarf herrscht im Fitnessbereich. Fritz Cording machte den Praxistest.

Auch eine Wirtschaft soll als neuer Treffpunkt im Zentrum des Areals entstehen. Die Modernisierung des bewirtschafteten Bereichs erachtet Ziereis noch aus einem anderen Grund als wichtig. „Wir brauchen einen professionellen Wirt.“ Der wiederum brauche ein attraktives Umfeld.

Hier schließt sich der Kreis. Denn auf diese Weise könnte die FSA erfolgversprechender um neue und jüngere Mitglieder werben. Denn einen Fehler will Ziereis nicht machen. Viele der 25 Naturistenvereine in Bayern hätten einen großen Sanierungsstau. „Es reicht nicht mehr, wenn wenn man mal hier ein bisschen richtet und dort ein wenig aufhübscht.“

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