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So kennen die Emmeringer ihre Versöhnungskirche heute.

30 Jahre alt

So feiert die Versöhnungskirche Jubiläum

Im frisch fertiggestellten Schulgebäude haben die evangelischen Christen in Emmering 1966 das erste Mal einen Gottesdienst gefeiert. Mit dem Bau des Gemeindezentrums vor 30 Jahren fanden die Gläubigen am Lauscherwörth ein Zuhause. Das Jubiläum wird nun drei Tage lang gefeiert.

Emmering – Ob beim diesjährigen Festakt wie 1998 bei der Zehnjahresfeier Beistand von oben notwendig sein wird, bleibt abzuwarten. Als Zeichen der gelebten Ökumene hat man damals eine Luftballonkette gespannt, die von den Glockenschallfenstern der katholischen bis zum Turm der evangelischen Kirche reichte. Weil die Schnur nach einiger Zeit aber an einer Stelle gerissen ist, sich ein etwa 100 Meter langes Stück ausgerechnet in einer der höchsten Pappeln an der Amper verfangen hat und man dadurch am damals noch stark frequentierten Fliegerhorst die Flugsicherheit gefährdet sah, mussten die Feuerwehren aus Bruck und Emmering anrücken. Das Problem: Die Leitern waren zu kurz. Petrus aber zeigte sich schließlich einsichtig, öffnete die Schleusen des Himmels, und die Ballonkette sackte durch den Regen soweit herab, dass sie entfernt werden konnte.

Namen erst 2008 bekommen

Ihren Namen erhielt die Versöhnungskirche erst 2008 durch einen Beschluss der Kirchenverwaltung. Er entstand damals in Anlehnung an das biblische Argument, die christliche Gemeinde habe den Auftrag, Versöhnung zu predigen. Als dritte Pfarrstelle der Kirchengemeinde der Erlöserkirche Fürstenfeldbruck zählt die evangelisch-lutherische Versöhnungskirche heute um die 1035 Mitglieder.

Ein Zimmerer hält den Richtspruch im Rohbau.

„Es war der Zeitgeist“, sagt Renate Schlegel über die Beweggründe des Baus des Gemeindezentrums am Lauscherwörth, dessen Grundsteinlegung am 19. Juli 1987 erfolgte. Sie war jahrelang ehrenamtlich in verschiedenen Arbeitskreisen aktiv und von 1994 bis 2006 im Gemeindevorstand vertreten. Bereits Anfang der 1970er-Jahre befürwortete die Gemeinde unter Bürgermeister Lorenz Kiener den Bau des evangelischen Gemeindezentrums. Später haben Kieners Nachfolger, Alfons Ostermeier, sowie die Landeskirche das Projekt unterstützt.

Bis der lang gehegte Wunsch nach einem eigenen Gemeindezentrum in Erfüllung ging, mussten die Verantwortlichen der evangelischen Gemeinde improvisieren. Unter Pfarrer Gabriel wurden die Gottesdienste damals alle 14 Tage zunächst im neu errichteten Schulgebäude abgehalten, bald darauf folgte der Wechsel in die Alte Schule. Schließlich fanden die Gottesdienste fast 20 Jahre lang im katholischen Pfarrsaal statt.

Ihren Namen bekommt die Kirche erst 2008.

Zusammenarbeit forciert

Pfarrer Christoph Böhlau war 1990 der Erste, der in die Dienstwohnung im neuen Gemeindezentrum gezogen ist. Im Amt folgten ihm Peter Kocher und Rüdiger Glufke. Seit 2011 wohnt Pfarrerin Sigrid Schott-Breit im Gebäude direkt neben der Kirche, in dem auch eine Spielgruppe untergebracht ist. Darüber hinaus leitet die evangelische Kirche den 1993 im alten Schulgebäude eingerichteten Kindergarten „Unterm Regenbogen“.

Speziell unter dem katholischen Pfarrer Ludwig Ferstl, seinem Nachfolger Johann Feigl und dem damaligen Pfarrer der evangelischen Kirche, Christoph Böhlau, wurde die ökumenische Zusammenarbeit der beiden Kirchengemeinden forciert. „Man hat viel zusammen gemacht“, berichtet Renate Schlegel. Als Beispiel nennt sie gemeinsam gestaltete Fronleichnamsprozessionen am Wegkreuz nahe der Amperhalle.

Baustart: Mit der Grundsteinlegung im Sommer 1987 beginnt die Errichtung der Kirche.

Mit einem bunten Festprogramm feiert die evangelische Kirchengemeinde nun Ende September das 30-jährige Bestehen des Gemeindezentrums (siehe Kasten links) in Emmering. Eine Luftballonkette zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche wird es dieses Mal allerdings nicht mehr geben. „Wir haben besprochen, dass das etwas Einmaliges bleiben sollte“, sagt Renate Schlegel. Natürlich erinnert sie sich aber sehr gerne an die Aktion von damals zurück.

Sebastian Öl

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