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Die Emmeringer haben die Wahl: Einer der beiden Kandidaten wird nach der Stichwahl mit einem Lächeln nach Hause gehen. 

Kommunalwahl

Die Emmeringer Kandidaten im Stichwahl-Check

In wenigen Tagen steht fest, wer in den nächsten sechs Jahren die Amtsgeschäfte in Emmering leiten wird. Weil Wahlkampf in Zeiten von Corona kaum möglich ist, gibt das Tagblatt den beiden Stichwahl-Kontrahenten die Chance, sich noch einmal vorzustellen.

Emmering – Noch lächeln einen die beiden Kandidaten auf den Wahlplakaten an. Am Sonntag – wenn die Ergebnisse der Stichwahl feststehen – wird wohl nur noch einer lachen. Dann ist die Entscheidung gefallen, ob Stefan Floerecke (CSU) oder Fritz Cording (FW/parteifrei) neuer Bürgermeister von Emmering wird. Zuvor bekommen die zwei Kontrahenten die Chance, noch einmal Stellung zu drei Themen zu nehmen und die Wähler von sich zu überzeugen.

Wichtigste Projekte

Die Probleme von Jung und Alt sowie den Klimaschutz sieht Floerecke als die wichtigsten Projekte an. Schüler der Grund- und Mittelschule sollen eine eigene Mensa mit angeschlossener Industrieküche erhalten. Die Lebensmittel kommen dabei aus nachhaltigem und regionalem Anbau. „Für die Senioren wird es wieder einen festen Ansprechpartner im Rathaus geben“, plant der CSU-Kandidat. Außerdem will er die mit der Seniorenvertretung erarbeiteten Eckpfeiler für ein Seniorenkonzept angehen und umsetzen. Nicht zuletzt braucht es nach Floereckes Meinung ein integriertes Klimaschutzkonzept. Dabei sollen der Ist-Zustand und das Potenzial der Gemeinde analysiert werden. Daraus soll sich dann ein Maßnahmenkatalog entwickeln.

Für Fritz Cording stehen die aktuellen Projekte im Vordergrund. Erst einmal müssten das Feuerwehrhaus, der Bürgerhausvorplatz und der verkehrsberuhigte Umbau der Hauptstraße abgewickelt werden. Auf seiner Agenda hat er aber auch den Wochenmarkt, einen Seniorentreff, ein Energiesparförderprogramm und die Optimierung der nachschulischen Betreuung.

Bürgerbeteiligung

Wie kann man die Bürger besser einbeziehen? In diesem Bereich gebe es viele Möglichkeiten, findet Cording. „Ich könnte mir von Bürgersprechstunden über digitale Teilhabe bis Projektarbeit alles vorstellen.“ So könnte man die Bürger bei einem Ortsentwicklungskonzept zum Thema Hauptstraße einbinden. Er habe als Verwaltungschef aus Seefeld (Kreis Starnberg) bei einem ähnlichen Projekt bereits gute Erfahrungen gemacht.

Webdesigner Floerecke setzt hingegen auf analoge und digitale Bürgerbeteiligung. Er will die Emmeringer mit einer App und Umfragen an Entscheidungen teilhaben lassen. „Ich könnte mir auch einen Gemeindemelder vorstellen, wo Bürger etwa defekte Straßenlaternen melden können.“ Persönlicher Kontakt sei ebenso wichtig.

Emmering in 10 Jahren

Auf das neugebaute Feuerwehrhaus und den umgestalteten Bürgerhausvorplatz freut sich CSU-Kandidat Floerecke besonders. Er stellt sich eine moderate Wohnbebauung und attraktives Gewerbe vor – und will die Lastwagen aus dem Ort rausbekommen. Seine Vision: „Emmering soll ein moderner, nachhaltiger, generationsgerechter, familien- und klimafreundlicher Ort werden.“

Für seinen Konkurrenten läuft es in der Ampergemeinde schon so gut, dass sich in zehn Jahren nicht viel ändern wird, wie er glaubt. „In den Punkten Klimaneutralität, Vereinsleben und Infrastruktur sind wir auf einem guten Weg.“ Auch die Schule stehe auf soliden Füßen. Cordings Vision: eine Gemeinde mit dörflicher Identität und städtischem Flair.

Wahlempfehlungen

Die drei anderen Fraktionen im Gemeinderat – Grüne, SPD und FDP – geben keine Wahlempfehlung ab. Lediglich Robert Bauer, FDP-Ortverbandschef, sieht bei seiner Partei mehr Übereinstimmungen mit der CSU. Er scherzt: „Was die Digitalisierung angeht, habe ich gedacht, die hätten von unserem Wahlprogramm abgeschrieben.“

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