Auf dem Kutschbock: Franz Göttler aus Emmering bei einem Volksfesteinzug in Olching.
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Auf dem Kutschbock: Franz Göttler bei einem Volksfesteinzug in Olching.

Sendung über „Gallionsfiguren im Oktoberfestzug“

Promi-Kutscher aus Emmering: TV-Sendung statt Wiesn-Einzug

Ob es zum Volksfest geht, zur Hochzeit oder ins Grab – der Emmeringer Franz Göttler hat immer die passende Kutsche. Am Sonntag ist der 58-Jährige im BR-Fernsehen zu sehen.

Emmering – Mit Pferden beschäftigt sich Franz Göttler nun schon seit einem halben Jahrhundert, nachdem er mit acht Jahren zum ersten Mal geritten ist. Später kam dann die erste Kutsche. Über die Jahre wurden es immer mehr. Heute besitzt der Emmeringer knapp 20 unterschiedliche Wagen sowie acht Schimmel.

Besonders stolz ist er auf seine blaue Break-Kutsche und sein goldbeschlagenes Pferdegeschirr aus dem preußischen Königshaus. Seine wertvollen Kutschen lagert er lieber bei sich zu Hause als im Pferdestall. Dort gibt es nur zwei, um die Pferde auszubilden. Außerdem steht dort noch ein Lastwagen, um Kutsche und Pferde dorthin zu bringen, wo sie benötigt werden.

Der 58-Jährige hat bereits einige Prominente gefahren. Und bei der Beerdigung von Christel Sembach-Krone, Chefin des Zirkus Krone, lenkte er die Kutsche mit dem Sarg. Auf der Leonhardi-Fahrt in Fürstenfeldbruck war der Emmeringer mit seinen Kutschen oft und gerne dabei. Bekannt ist er aber vor allem dafür, dass er den Ministerpräsidenten zum Oktoberfest chauffiert.

Bei dieser Tätigkeit hat ihn das Bayerische Fernsehen im vergangenen Jahr den ganzen Tag über begleitet. Daraus entstand ein Beitrag für die Sendung „Unter unserem Himmel“. Vorgestellt werden Teilnehmer des Oktoberfest-Trachten- und Schützenzugs – darunter auch Göttler.

Obwohl die Wiesn heuer ausfällt, hat der Emmeringer Kutscher viel zu tun. Denn auch ohne Oktoberfest werden viele Wirte in ihren eigenen Gasthäusern anzapfen. Und somit fährt Göttler dieses Jahr Geschäftsleute zu Gasthäusern – anstatt den Ministerpräsidenten zum Oktoberfest. Dabei ist er entsprechend den Hygieneregeln immer durch eine Plexiglasscheibe von den Kunden getrennt.

Ansonsten lief das Kutschengeschäft heuer wegen der Corona-Pandemie sehr schleppend. „Dieses Jahr war so gut wie gar nichts, sonst fahre ich jedes Wochenende“, sagt Göttler. Da bleibe nur die Hoffnung auf das nächste Jahr. Gut, dass er nur nebenberuflich auf dem Kutschbock sitzt. Hauptberuflich arbeitet Franz Göttler im Landratsamt.

von Sven Behrens

Der Fernsehbeitrag ist am Sonntag, 20. September, ab 19.15 Uhr im BR-Fernsehen zu sehen. Schon vorab findet sich der Beitrag in der BR-Mediathek. Die Sendung in der Reihe „Unter unserem Himmel“ trägt den Titel „Münchner Kindl, Morisken, Bräurosl: Gallionsfiguren im Oktoberfestzug“.

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