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Es kommt schon mal vor, dass Kaninchen sich in Bücher verbeißen. 

Aus den Büchereien im Landkreis

Die kuriosesten Lesezeichen die in Leihbüchern gefunden wurden

Was Lesezeichen angeht, sind Menschen erfinderisch. Davon können Bücherei-Mitarbeiter ein Lied singen. Kontoauszüge, Klopapier und noch viel kurioseres zogen sie schon aus Büchern. Und das sind nicht die einzigen erstaunlichen Entdeckungen bei der Kontrolle zurückgegebener Exemplare.

Landkreis – Im großen und ganzen ist der Umgang der Leser mit dem Leihbüchern vorbildlich. Das hört man allgemein aus den Büchereien. Doch es gibt eben auch Ausnahmen. Eine davon ist Beate Seyschab, Leiterin der Maisacher Bücherei, noch gut im Gedächtnis.

Nudel im Buch

„Im Rahmen eines Vorlesetages habe ich einmal ein Spaghetti zwischen den Buchseiten gefunden.“ Das sei nicht so angenehm gewesen, besonders, weil ihre Zuhörer das natürlich mitbekamen. „Das Buch mussten wir dann entsorgen“, erzählt die 46-Jährige. „Dabei war es nicht mal ein Koch- oder Italienischbuch“, fügt sie hinzu und lacht.

Ärger mit Scheinen

Wegwerfen ist natürlich nur das letzte Mittel. Meinst können die Bücher weiterverwendet werden. Ärger machen die seltsamen Lesezeichen oft trotzdem. „Neben den üblichen Geldscheinen, Taschentüchern, Rezepten, Einkaufslisten, Fotos und Postkarten haben wir auch schon Liebesbriefe gefunden,“ berichtet Angelina Hanke, Leiterin der Gröbenzeller Gemeindebücherei. Brenzlig wird es, wenn Geldscheine zwischen den Seiten liegen. Matthias Wagner, Leiter der Büchereien Esting und Olching, erklärt warum: „Im öffentlichen Dienst darf man kein Geld annehmen, auf einmal liegen da 100 Euro oder mehr vor dir im Buch.“

Auch Geldscheine wurden schon in Büchern gefunden.

Klopapier tut’s auch

Wagner versucht dann immer so schnell wie möglich den Besitzer der Scheine ausfindig zu machen, damit dieser sein wertvolles Lesezeichen zurückerhält. Kollegin Anneliese Schreck von der Emmeringer Gemeindebücherei berichtet auch von den eher „gewöhnlichen Dingen“, wie Toilettenpapier oder selbst gebastelten Lesezeichen, die Leser bei der Rückgabe im Buch vergessen.

Buch in Quarantäne

Nach der Abgabe werden die Bücher händisch gereinigt, mit Lumpen und Spiritus. „Das Reinigen ist schon wichtig, damit die Bücher nicht unangenehm riechen, zum Beispiel nach Fett, wenn das Buch beim Kochen mit dabei war“, so Schreck. Die Kehrseite haben die Mitarbeiter der Puchheimer Stadtbibliothek erlebt: Ein Buch wurde vor der Rückgabe so akribisch mit Chlor gereinigt, dass es zum Ausdünsten erst einmal in Quarantäne musste, so Gabriele Fechteler.

Achtung Bissschäden

Eine tierische Entdeckung machte kürzlich Angelina Hanke. Eine Leserin der Gröbenzeller Gemeindebücherei hatte ein angenagtes Buch abgegeben. Ihr Kaninchen hatte sich scheinbar über den Schmöker hergemacht. Die Maisacher Bibliotheksleiterin Beate Seyschab kann davon ein Lied singen. „Neben Kaninchen und Hunden machen sich sogar Wellensittiche über die ausgeliehenen Bücher her“, erzählt die 46-Jährige. Bibliothekarin Gisela Lehner von der Eichenauer Bücherei toppt diese Erlebnisse noch: „Wir hatten einen Bissschaden – von einem Kleinkind. Eine Mutter meldete uns bei der Rückgabe eines Spieles, dass die Spielanleitung angeknabbert wurde“, berichtet sie.

Ungezogener Welpe

Geschichten über von Haustieren angeknabberte Bücher kennt man auch in der Germeringer Stadtbibliothek. „Vor circa zwei Jahren kam eine Familie reumütig an die Servicetheke heran getreten“, erinnert sich Bibliotheksleiterin Christine Förster-Grüber. „Ihr Welpe hatte das Buch zur Welpenerziehung angefressen und komplett eingespeichelt. Es war nicht mehr zu gebrauchen.“ Ob die Familie ein weiteres Welpen-Buch ausgeliehen hat, weiß die 53-Jährige nicht mehr.

Echte Detektivarbeit

Jedoch erinnert sie sich an einen besonders einprägenden Fall aus ihrer 21-jährigen Erfahrung als Bibliotheksleiterin. „Ein uraltes Sparkassen-Sparbuch aus den 1950er oder -60er Jahren wurde in einem Leihbuch gefunden.“ Es folgte ein größerer Verwaltungsaufwand für Christine Förster-Grüber. Sie telefonierte mit Mitarbeitern der zuständigen Münchner Sparkasse. Diese wiederum fanden heraus, dass der Besitzer des Sparbuchs schon verstorben sei und es somit an den Erben überging.

In der Olchinger Rückgabeklappe finden sich immer mal wieder Brotzeitboxen.

Allerlei im Container

In den Olchinger Büchereien landen oft Dinge in der Bücherrückgabe, die da nicht hingehören. „Ab und zu liegt ein Schnuller drin“, erzählt der 51-Jährige. „Regelmäßig finden wir auch leere Brotzeitboxen im Container, als würden Schüler bei der Rückgabe ihren kompletten Schulranzen auskippen“, sagt Bücherei-Leiter Matthias Wagner und schmunzelt.

von Lisa Fischer

Auf dem Bücher-Flohmarkt der Germeringer Stadtbibliothek haben fast zwei Tonnen Bücher ihren Besitzer gewechselt. In Esting steht gibt es eine Erlebnis-Bücherei mit angeschlossenem Bäcker. 

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