Nach der Party blieb viel Müll zurück.
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Nach der Party blieb viel Müll zurück.

Emmering

Nach wilder Party am See: Jetzt sprechen die Schüler der FOS/BOS

  • Thomas Steinhardt
    VonThomas Steinhardt
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Das Entsetzen war groß nach der wilden Party am Emmeringer See. Viele Schüler der FOS/BOS hatten am Dienstag dort ihren Abschluss gefeiert. Am nächsten Tag war das Areal von Müll und Scherben übersäht. Jetzt melden sich die Schüler zu Wort.

Emmering – Sie entschuldigen sich – weisen aber auch darauf hin, dass viele der Feiernden gar nicht von ihrer Schule stammten.

„Im Namen der Schülerinnen und Schüler von der Fachoberschule und Berufsoberschule Fürstenfeldbruck möchten wir uns für den entstandenen Schaden und Arbeitsaufwand aufrichtig entschuldigen“, heißt es in dem Schreiben der Schülermitverwaltung an Emmerings Bürgermeister Floerecke, das auch dem Tagblatt vorliegt.
In der Stellungnahme zum Artikel in unserer Zeitung vom Donnerstag erklärt die Schülermitverwaltung (SMV) aber auch, dass die Berichterstattung die jungen Leute „in falschem Licht“ darstelle. Dass die Abschluss-Klassen am See gefeiert haben, stimme. Die Schüler machen auch keinen Hehl daraus, dass viel Alkohol geflossen ist. Allerdings hätten sich sehr viele andere junge Menschen dazu gesellt. Der Großteil habe nichts mit der Schule zu tun.

Die SMV weist zudem darauf hin, dass ihre Schule eine sehr umweltbewusste Institution sei. Die meisten Mitschüler hätten ihren Müll nach der Feier aufgeräumt. „Von den Chaoten und Randalierenden, die im Zeitungsartikel erwähnt werden, möchten wir uns klar distanzieren“, heißt es in dem Schreiben. Umweltverschmutzung und vor allem Sachbeschädigung seien keine Kavaliersdelikte. „Wir verurteilen diese scharf.“ Die SMV stehe für ein klärendes Gespräch mit der Gemeinde zur Verfügung. Dabei könne man über Lösungen für die Zukunft sprechen.

Das war der Bericht über die Vorkommnisse.

Der Brief im Wortlaut

„Mit Entsetzen haben wir heute den Zeitungsbericht zu den gestrigen Feierlichkeiten auf dem Freizeitgelände am Emmeringer See gelesen. Die Bilder und Berichte machen uns sprachlos.

Im Namen der Schülerinnen und Schüler von der Fachoberschule und Berufsoberschule Fürstenfeldbruck möchten wir uns für den entstandenen Schaden und Arbeitsaufwand aufrichtig entschuldigen.

Trotzdem oder gerade deswegen möchten wir uns zu dem Zeitungsartikel äußern, da er uns sowie unsere Schule in einem falschen Licht darstellt. Es stimmt zwar, dass sich ein Großteil der diesjährigen Abschlussschüler nach der letzten Abiturprüfung auf den Weg zum Emmeringer See gemacht haben um dort, auch mit Alkohol, den Abschluss des Schuljahres zu feiern, allerdings muss man zur Situation vor Ort sagen, dass hier auch eine sehr große Anzahl an Jugendlichen vor Ort waren, die wir an unserer Schule noch nie gesehen haben, geschweige denn, dass diese Mitschüler von uns gewesen wären. Zudem muss betont werden: es handelte sich weder um eine schulische, noch eine geplante Veranstaltung. Viele der Klassen sind nach den Prüfungen, unabhängig von der Schule, zum See gegangen, ohne dies vorher großartig geplant zu haben.

Im Allgemeinen handelt es sich bei unserer Schule um eine sehr umweltbewusste Institution. Die Resultate der Umwelt-AG zeigen dies. Unsere Lehrerinnen und Lehrer sind im Vorfeld auf uns zugekommen und haben uns gebeten auf andere Besucher, Anwohner und die Umwelt Rücksicht zu nehmen. Die Meisten unserer Mitschüler haben dies auch getan, ihren Müll nach der Feier aufgeräumt und davor friedlich gefeiert. Leider können wir das aber nicht von allen behaupten. Von den Chaoten und Randalierenden, die im Zeitungsartikel erwähnt werden, möchten wir uns klar distanzieren. Umweltverschmutzung und vor allem Sachbeschädigung sind keine Kavaliersdelikte. Wir verurteilen diese scharf!

Dennoch möchten wir sagen, dass hier eine größtenteils friedliche Feier, trotz mehrer hundert angetrunkener Jugendlichen, stattgefunden hat. Auch der Polizei gegenüber haben sich unsere Mitschülerinnen und Mitschüler immer respektvoll verhalten.

Eine Sperrung des allseits beliebten Areals wäre nicht nur Schade, sondern würde das Problem nur verlagern und wäre somit, aus unserer Sicht, keine Lösung.

Für ein klärendes Gespräch, bei dem gerne auch Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft ausgetauscht und besprochen werden können stehen wir gerne zur Verfügung.“

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