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Nahverkehr: Fünf Mobilitätsstationen für Emmering?

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Zwei Nahverkehrsprojekten des Landkreises stimmte das Rathaus zu. Im Verkehrsausschuss gab es Irritationen vor allem bei der CSU, weil der Gemeinderat dabei nicht beteiligt worden war.

Emmering –  Das sei dem Gremium weiterhin unbenommen, erklärte Bürgermeister Michael Schanderl (FW).

Das Landratsamt hatte dem Emmeringer Rathaus Pläne für die Mobilitätsstationen sowie für ein Kataster über den Zustand und barrierefreien Ausbau aller Bushaltestellen vorgelegt. Die Verwaltung hatte daraufhin Stellung bezogen. Diese Stellungnahmen legte Schanderl nun im Verkehrsausschuss vor.

Meinung der Verwaltung

Stefan Floerecke (CSU) zeigte sich irritiert, dass der Gemeinderat nicht eingebunden war: „Da will ich als Gemeinderat mitdiskutieren.“ Eventuell sei sogar eine Klausur des Gremiums angebracht. Schanderl glaubt zwar nicht, dass eine solche noch vor der Kommunalwahl zu einem Ergebnis führt. Eine Beteiligung der Ratsmitglieder an beiden Projekten sei im weiteren Verlauf aber immer noch möglich: „Wir haben bislang nur als Verwaltung unsere Meinung abgegeben, die weitere Diskussion erfolgt im Gemeinderat.“

Fünf Standorte

Fünf Standorte für die geplanten Mobilitätsstationen hatte die Kreisbehörde vorgelegt. Demnach könnte an der Bushaltestelle an der Estinger Straße eine große Station mit Car- und Bike-Sharing entstehen, drei kleinere Variante nur mit Leihrädern sind entlang der Buslinie an der Roggensteiner Straße angedacht. Eine weitere Radstation ohne Anbindung an weitere Nahverkehrsnetze ist an der Ludwig-Weiß-Straße vorgesehen.

Pkw leihen am Rathaus

Letztere sieht das Rathaus kritisch: „Das ist zu sehr an der Peripherie“, sagte Schanderl. „Wir glauben nicht, dass sich dort einer ein Rad leiht.“ Eine Station an der Estinger Straße könne man sich zwar vorstellen. „Dort wird der Platz für Leihautos aber kaum reichen“, sagte der Rathauschef. Bestenfalls könne man sich eine Pkw-Leihstation beim Rathaus vorstellen. Die kleineren Mobilitätsstationen entlang der Roggensteiner Straße am Kirchplatz, beim Rewe-Supermarkt und im Bereich der Dr.-Rank-Straße begrüßte die Verwaltung.

Die Rathaus-Zuständigen sind mit dem Haltestellenkataster einverstanden. Darin wird jede Bushaltestelle mit ihren baulichen und betrieblichen Merkmalen erfasst, woraus sich eine Reihenfolge für den barrierefreien Ausbau ableitet. Das Kataster ist vor allem wichtig, damit der Gemeinde von der Rechtsvorschrift Ausnahmen erteilt werden können, dass ab 1. Januar 2022 alle Haltestellen grundsätzlich barrierefrei sein müssen.

Projekte reine Blendgranaten

Karl Ring (SPD) bezeichnete die Projekte des Landkreises als Blendgranaten: „Sie sollen von den Brennpunkten S 4-Ausbau und Radwegekonzept ablenken.“ Dem hielt Schanderl entgegen, dass man beide Ansätze parallel verfolgen müsse.

Monika Suhrmann (FW) hält indessen nicht viel von Radstationen. „Das System hat noch nirgendwo funktioniert.“ Konrad Füßl (CSU) schloss sich Floerecke mit dem Wunsch nach einer Klausur an.  ad

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