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Edgar Ficht: Ohne Krawatte sah man ihn selten. 

Nachruf

Für seine Modegeschäfte war er selbst die beste Werbung

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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 Ohne Krawatte sah man ihn selten. Meist trat Edgar Ficht auf wie aus dem Ei gepellt. Für seine Modegeschäfte im Landkreis war der Mann mit dem sicheren Geschmack und dem untrüglichen Blick selbst die beste Werbung.

Olching/Emmering – Nun ist der Gründer und langjährige Inhaber von Fichts Mode Stadl in seinem Zuhause in Emmering gestorben.

Begonnen hatte der gebürtige Mannheimer, Jahrgang 1936, als Schaufenstergestalter bei einem gehobenen Herrenausstatter in seiner Heimatstadt. Eine Kollegin dort wurde die Frau seines Lebens. 1960 heirateten Edgar und Renate Ficht, ein Jahr später zogen sie nach München.

Ficht arbeitete als selbstständiger Dekorateur und bildete sich gleichzeitig zum Werbeassistenten weiter. In schneller Folge wurde er dreimal Vater. 1961, ’63 und ’64 kamen zwei Söhne und eine Tochter auf die Welt.

1969 eröffnete Ficht in Olching, wo die Familie inzwischen lebte, sein erstes Herrenmodegeschäft. Zwei Jahre später kam auf der gegenüberliegenden Straßenseite die erste Filiale von Fichts Mode Stadl hinzu.

Hier konnten sich die Olchinger Damen nach dem neuesten Schick einkleiden. Weitere Niederlassungen entstanden in Gröbenzell und Bruck. Nebenbei engagierte sich der Modespezialist im Olchinger Gewerbeverband und einem darin integrierten Zusammenschluss namens „Zentrum guter Fachgeschäfte“. Ficht organisierte gemeinsame Aktivitäten der Geschäftsleute und initiierte 1983 den ersten Marktsonntag im Landkreis – ein Zug, auf den nach und nach viele umliegende Ortschaften aufsprangen.

Auch der erste Olchinger Christkindlmarkt ging auf Fichts Initiative zurück. Enge Verbindungen pflegte er in Olchings französische Partnerstadt Feurs. Aus dem regen Austausch zwischen den Geschäften beider Städte entstanden bald persönliche Freundschaften, die Jahrzehnte hielten.

Nach seinem mehr als aktiven Berufsleben setzte sich Ficht kurz nach seinem 65. Geburtstag zur Ruhe. Den vom Online-Handel verursachten Niedergang der Innenstädte musste er nur noch als Zuschauer miterleben.

Nun war endlich Zeit fürs Golfen und fürs Reisen – zwei Hobbys, die sich bestens miteinander verbinden ließen. Mehrmals besuchten die Fichts ihre Tochter und das einzige Enkelkind in Australien.

Seinen Lieben und den vielen Freunden wird der Olchinger Mode-König als Mann mit viel Humor, Diskussionsfreude, Geselligkeit und Gottvertrauen im Gedächtnis bleiben – und als immer perfekte Erscheinung. Edgar Ficht wurde 83 Jahre alt. 

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