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Emmering in Ebersberg

Namensgleichheit

Ortszwillinge: Emmering im Kreis Fürstenfeldbruck und Emmering in Ebersberg

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Dass zwei Orte den selben Namen tragen, das kommt öfter vor. Dass diese beiden Gemeinden aber nur knapp 80 Kilometer auseinander liegen, ist eine echte Seltenheit – die natürlich immer wieder zu Irrungen und Wirrungen führt. Im doppelten Emmering kann man ein Lied davon singen.

Emmering/Emmering – Im Emmeringer Rathaus kommt ein Brief an die Gemeinde Emmering an. Und doch wurde er falsch zugestellt. Wie das sein kann? Ganz einfach: Bei Ebersberg gibt es ebenfalls eine Gemeinde mit diesem Namen. Und der Orts-Zwilling kämpft mit den gleichen Problemen, wie Emmering bei Fürstenfeldbruck.

Emmering im Kreis Fürstenfeldbruck

Wenn die Brauerei Schweiger in Markt Schwaben eine Veranstaltung hat, werden schon mal alle Bürgermeister des Landkreises Ebersberg eingeladen – auch Max Maier, Rathauschef von Emmering. „Aber einmal ist diese Einladung bei uns reingeflattert“, erzählt sein Amtskollege Michael Schanderl aus dem Emmering bei Bruck und lacht.

Fast täglich sind Irrläufer in der Post

Was Schanderl daraufhin getan hat? „Ich habe freundlich abgesagt.“ Überhaupt würden immer wieder mal Irrläufer auf dem Postweg entstehen, so Schanderl. Das kann Max Maier bestätigen: „Wir kriegen fast schon täglich Post für das andere Emmering.“ Er kann von einem ähnlichen Erlebnis wie Schanderl berichten: „Ein Stromanbieter hat uns einmal angeschrieben, um den Zählerstand abzufragen.“ Angegeben war aber eine unbekannte Zählernummer – nämlich die aus dem Emmering im Brucker Landkreis.

Obwohl die beiden Gemeinden nur gut 80 Kilometer auseinander liegen, kennen sich die Rathauschefs übrigens kaum. „Ich bin nur einmal dort gewesen“, sagt Schanderl. Allerdings habe es sich dabei um keinen offiziellen Besuch gehandelt. „Ich habe eine landwirtschaftliche Maschine gekauft.“ Sonst gebe es derzeit keine Kontakte oder einen Austausch.

Das war jedoch schon einmal anders, wie Max Maier berichtet: „Ich bin vor etlichen Jahren mit der Feuerwehr im anderen Emmering gewesen.“ Anders als die Sportvereine (siehe Kasten) pflegten nämlich die Wehren der beiden Orte einen intensiveren Kontakt. Daran erinnert sich auch Georg Mair von der hiesigen Wehr, der die Freundschaft noch selbst miterlebt hat. „Wir haben zu einer Feier mal einen Partnerverein gesucht“, erzählt er.

Feuerwehr-Besuch mit Handspritze

1984 war das, als die Feuerwehr des Ortes an der Amper ihre Fahne weihte. Das geht jedenfalls aus der Chronik der Floriansjünger des Dorfes, im Süden des Kreises Ebersberg hervor, von dem aus man bei Föhn die ganze Alpenkette sehen kann. Deren Vorsitzender Klaus Niedermeier berichtet: „Zu dem Fest sind wir mit unserer historischen Handdruckspritze aus dem Jahr 1876 und zwei Pferden gefahren.“ 1986 hätten dann die Kameraden mit dem Kennzeichen FFB auf den Fahrzeugen einen Gegenbesuch gestartet. „Das war anlässlich unseres 110-jährigen Jubiläums.“

Danach sei der Kontakt im Sande verlaufen. Mair spekuliert: „Die Leute sind älter geworden, die Kommandanten haben gewechselt und das Interesse ist wohl eingeschlafen.“ An die Besuche erinnert sich Mair aber gerne zurück: „Das war damals ein großes Hallo bei unserem Festzug – einfach bärig.“ Eine Wiederbelebung der Kontakte kann sich Niedermeier gut vorstellen: „Vielleicht sollte der Bericht im Fürstenfeldbrucker Tagblatt zum Anlass dafür genommen werden.“

Beide Kirchen sind Baudenkmäler

Dann könnte Bürgermeister Schanderl eventuell auch das andere Emmering einmal besser kennenlernen. Beim Kauf der landwirtschaftlichen Maschine habe er die Gemeinde eher „mit dem Blick des Landwirts gesehen“. Landschaftlich ganz anders als hier sei es dort. „Es ist viel hügliger, während wir eher in einer Schotterebene liegen.“ Außerdem ist Schanderls Emmering mit rund 7000 Einwohnern deutlich größer als der 1500-Seelen-Ort von Maier. Eine Gemeinsamkeit haben die beiden Emmerings dennoch: In beiden steht eine Kirche, die als Baudenkmal gilt. Hier ist es die Katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist und Evangelist, dort die Katholische Pfarrkirche St. Pankratius.

Fußballer denken über Freundschafts-Kick nach

Wer beim Bayerischen Fußballverband nach der Emmeringer Mannschaft sucht, bekommt zwei Treffer: Zum einen den FC Emmering aus dem hiesigen Hölzlstadion, zum anderen den TSV Emmering aus dem Landkreis Ebersberg. Während der FC von der Kreisliga in die Kreisklasse abgestiegen ist, feierte der TSV gerade den genau entgegengesetzten Aufstieg. Dass beide Teams im Punktspielbetrieb aufeinandertreffen, wäre übrigens nur höherklassig möglich. Denn während die Hölzl-Kicker in der Zugspitz-Gruppe spielen, ist der TSV in den Kreis Inn-Salzach eingegliedert. Ein Freundschaftsspiel wäre aber möglich. „Das wäre eine witzige Idee“, sagt der FC-Vorsitzende Thomas Biersack. TSV-Abteilungsleiter Michael Maier pflichtet bei: „Warum eigentlich nicht?“ Erst einmal wollen die FC-Kicker aber wieder dort hin, wo der TSV nun ist: in die Kreisliga.

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