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Josef Huber war stets einer, der anpackt. Ob beim Dachdecken oder auf seinem Hof – auf ihn war Verlass. 

Nachruf

Schon als kleiner Bub fuhr er den Traktor seines Vaters

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Er war ein liebenswerter Lausbub, Landwirt mit Leib und Seele, engagiert für das Gemeinwohl und Familienmensch durch und durch. Dass Josef Huber kürzlich mit 43 Jahren mitten aus dem Leben gerissen wurde, hat in seinem Heimatort Emmering tiefe Betroffenheit ausgelöst.

Emmering – Geboren 1976 in Altenerding, kam Seppe, wie ihn alle nannten, als Fünfjähriger mit den Eltern und seinen beiden älteren Schwestern nach Roggenstein. Schon als Bub zeigte er Charme und Geschäftssinn. Den Gottesdienstbesuchern luchste er sonntags am Kircheneingang ab und zu ein Zehnerl ab, um sich am Automaten Kaugummi zu ziehen. Dass er seinen Mitmenschen gerne anbot, „Wennst a Milli magst, bring I dir oane“, ist eine oft erzählte Familienanekdote.

Er wollte Landwirt werden

Seine Schulzeit verbrachte Josef Huber in Emmering. Was er später einmal machen würde, wusste er schon früh – Landwirt werden wie sein Vater. Schon als Zehnjährigen sah man ihn mit Traktor und Anhänger aufs Feld fahren – kaum, dass er mit den Füßen an die Pedale heranreichte. Später war das Fahren der Strohpresse seine große Leidenschaft. 22 Jahre lang war er jeden Sommer damit auf den Feldern unterwegs.

Nach dem Schulabschluss begann Huber die Lehre zum Landwirt und verbrachte unter anderem ein Ausbildungsjahr auf Gut Roggenstein. Die Weiterbildung zum Landwirtschaftsmeister hängte er gleich noch dran. Sein Hof stand für ihn immer im Mittelpunkt, und doch brachte der Mann mit dem verschmitzten Lächeln noch genug Zeit und Energie auf, um sich in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich zu engagieren.

Im Gemeinderat

Für die Freien Wähler saß er seit 2014 im Gemeinderat. Die Interessen seines Berufsstands vertrat er als Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbands. Außerdem war Huber Feuerwehrmann, Beisitzer in der Jagdgenossenschaft und langjähriges Mitglied im Burschenverein, wo er zeitweise dem Vorstand angehörte. Einen festen Platz in seinem Leben hatte der sonntägliche Kirchgang.

Seine große Liebe Regina lernte Josef Huber 2002 kennen. Neun Jahre später läuteten die Hochzeitsglocken für das Paar, das gerne gemeinsam auf Reisen ging und in allen Lebensbereichen ein gutes Team abgab. Zu seinen Eltern, den Schwestern und ihren Familien hatte der Emmeringer stets ein gutes Verhältnis. Für seine Nichte und die drei Neffen war er nicht nur eine der wichtigsten Bezugspersonen, sondern bei zweien von ihnen auch Tauf- und Firmpate. In seiner angeheirateten Familie fühlte sich der gesellige und humorvolle Josef Huber ebenso wohl – für seine Schwiegereltern war er bald wie ein eigener Sohn.

Die schwere Krankheit, die sein Leben viel zu früh beenden sollte, nahm er tapfer an. Seine Angehörigen bewunderten, dass er seine positive Einstellung selbst in dieser Zeit beibehielt und sein Alltag ganz normal weiter lief. Für Außenstehende kam der Tod des 43-Jährigen daher völlig überraschend. Die Lücke, die er hinterlässt, wird nicht zu schließen sein.

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