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Selbst ist die Gründerin: Im Lager in Olching packen Nicole und Nadine Tippelt (r.) mit an.  

Start-up mit sozialem Gedanken

Schwestern ziehen ihre Smoothie-Firma ganz groß auf

Die Ersparnisse zusammenwerfen und eine eigene Firma gründen – die Schwestern Nadine und Nicole Tippelt aus Emmering haben diesen mutigen Schritt getan. Ihr Produkt: ein grüner Smoothie, ein Getränk aus Obst und Gemüse.

EmmeringIhr Produkt ist in Bio-Läden, Reformhäusern und neuerdings auch übers Internet zu haben. In ihrem Online-Shop verfolgen die Schwestern einen sozialen Gedanken. Jeder soll zahlen, was er kann. Die 250-Milliliter-Flasche „Smoozup“ kostet 3,90 Euro. Wer bereit ist, etwas mehr zu zahlen, unterstützt andere, die weniger Geld haben. Ein „Share-Pot“ zeigt ständig an, wie der aktuelle Stand ist.

Drink zu Beginn für Eigenbedarf gemixt

Solange Überschüsse im Topf sind, können sozial schwächere Kunden den Preis reduzieren – bis zu einer Untergrenze von 2,80 Euro. Noch weniger geht nicht. Das würde der „Wertigkeit des Produkts“ entgegenstehen, sagt Nadine Tippelt. „Das Ganze soll ja kein Gag sein.“

Die beiden wollen mit ihrer Idee dazu beitragen, dass eine größere Anzahl an Menschen sich das Bioprodukt leisten kann. „Die Chanel-Handtasche ist nicht lebensnotwendig, gesunde Ernährung schon.“ Nach den ersten Wochen des flexiblen Bezahl-Systems sind die 34 und 31 Jahre alten Schwestern überzeugt, dass es funktioniert. Von Schnäppchen-Jägern ausgenutzt werde es nicht. Wer weniger zahlt, hinterlässt meist einen Kommentar, in dem er sich zum Beispiel als Student oder alleinerziehendes Elternteil zu erkennen gibt. „Wir glauben an die Urteilskraft und Aufrichtigkeit des Verbrauchers“, sagen die Schwestern.

Den grünen Smoothie aus Apfelsaft, Bananen- und Mangomark, Spinat-, Salat- und Petersilienblättern, Selleriestangen, Gurken- und Zitronensaft haben sie ursprünglich für den Eigenbedarf zusammengemixt. Sie hatten einfach nicht die richtige gesunde und leicht zu transportierende Zwischenmahlzeit gefunden, die schnell Energie liefert.

Bei beruflichen Meetings standen Schnittchen und Kekse herum – lecker, aber nicht unbedingt gesund. Nicole Tippelt arbeitete damals in einer Steuerkanzlei, ihre Schwester Nadine in der Lebensmittelindustrie. „Aber eigentlich wollte ich schon seit dem Studium etwas Eigenes machen“, erzählt Nadine.

Sie verlassen sich blind aufeinander

Über ein Jahr lang bereiteten die beiden Schwestern ihre Unternehmensgründung vor. Sie verfeinerten das Rezept für ihren Smoothie mit Hilfe eines Labors für Nährwertangaben und klapperten Naturkostläden und Reformhäuser in der Region ab, um ihr Produkt an den Mann zu bringen.

Inzwischen stapeln sich Paletten mit Smoozup-Fläschchen in einem Lagerraum in Olching. Von hier beliefern die Schwestern Läden in ganz Deutschland und erzählen stolz, dass ein französisches Bistro in München ihren Smoothie als Aperitif auf die Karte gesetzt hat.

„Der Erfolg ist für ein Start-up-Unternehmen wirklich gut“, sagt Nicole Tippelt. Dass die Zusammenarbeit der Schwestern so gut funktioniert, ist für die beiden keine Überraschung, „obwohl wir uns früher genauso gestritten haben wie andere Geschwister auch“. Aber mittlerweile verlassen sie sich blind aufeinander. Die Freizeit verbringen die Schwestern allerdings getrennt – Nicole beim Wandern und Mountainbike-Fahren, Nadine beim Yoga und Reiten. (os)

„Bio und vegan“

Ein Smoothie ist ein Getränk, das auf Basis von Früchten und Gemüsesorten zubereitet wird. Je nach Rezept werden eine oder auch mehrere verschiedene Obst- und Gemüsearten verarbeitet. Sie werden zerkleinert – und zwar so, dass das Fruchtfleisch weiter enthalten ist. Im Gegensatz zum klassischen Saft wird das Fruchtfleisch bewusst nicht herausgefiltert, damit das Getränk sämig bleibt. Einige Experten sprechen deshalb von einem Breisaft. Unterschieden wird zwischen klassischen Frucht-Smoothies und grünen Smoothies, die mehr Nährstoffe enthalten. Die meisten mögen den Smoothie in erster Linie wegen seines Geschmacks. Doch auch im Hinblick auf die Ernährung ist das Getränk nicht zu unterschätzen: Denn die Drinks enthalten – je nach Zusammensetzung aus Obst und Gemüse – Ballaststoffe, Proteine, ungesättigte Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme und Antioxidantien. Die beiden Emmeringerinnen bewerben ihr Produkt mit folgenden Attributen: bio, vegan, nicht homogenisiert, ohne Zuckerzusatz und in umweltfreundlichen Glasflaschen abgefüllt

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