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Dorothea Scheingraberstarb mit 86 Jahren.    

Nachruf

Sie kümmerte sich das ganze Leben lang um ihre Mitmenschen

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Ihr Leben war geprägt von sozialem Engagement. Sowohl beruflich als auch ehrenamtlich setzte sich Dorothea Scheingraber für die Belange ihrer Mitmenschen ein. 

Emmering – Sie arbeitete im Landratsamt in der Abteilung für Soziales, gehörte über ein halbes Jahrhundert der SPD an und wurde 1972 als erste Frau in den Emmeringer Gemeinderat gewählt.

Die Flucht nach dem Zweiten Weltkrieg verschlug die 1932 im schlesischen Kattowitz geborene Dorothea Scheingraber in den Brucker Raum. In München machte sie in einem Verlagshaus eine Ausbildung zur Bürokraft. Auf den täglichen Zugfahrten begegnete ihr immer wieder ein junger Mann – es war Klaus Scheingraber, der später ihr Ehemann werden sollte. Das Hochzeitsbild der beiden steht noch heute auf der Anrichte in ihrem Emmeringer Haus. Es zeigt eine strahlende Braut im weißen Schleier und einen glücklich lächelnden Bräutigam.

Eine Zeitlang lebten die beiden in Stuttgart, wo Klaus Scheingraber als Ingenieur für eine schwedische Firma arbeitete. Sie kamen in einem Zimmer bei einer Tante unter – die Wohnungsnot war groß, und die Ansprüche waren niedrig.

1968 zur SPD

Doch es ging schnell aufwärts für das junge Paar, das bald Familienzuwachs in Gestalt von Sohn Michael bekam. Als Klaus Scheingraber mit dem Aufbau der Münchner Niederlassung seiner Firma beauftragt wurde, kehrte die Familie in die Gemeinde Emmering zurück. Hier machte Tochter Sabine das Glück perfekt.

1968 trat Dorothea Scheingraber in die SPD ein. „Sie wurde von Bekannten überredet“, erinnert sich der Witwer. Schnell entdeckte seine Frau jedoch den Spaß an der politischen Arbeit. Im Gemeinderat war sie allgemein beliebt und verstand es, auch bei sachlichen Differenzen mit jedermann auf gutem Fuße zu stehen.

Sehr kollegial

„Sie war sehr kollegial“, erinnert sich Michael Schneider, der selbst 30 Jahre im Gemeinderat war. „Ich kann mich nicht erinnern, dass sie jemals grantig war.“ Nach den Sitzungen ging man oft noch gemeinsam ins Wirtshaus. Bis 1996 saß Dorothea Scheingraber drei Sitzungsperioden lang im Gemeinderat. Sie engagierte sich im Sozial- und im Umweltausschuss, im Werk- und im Ferienausschuss sowie im Sonderausschuss zur Errichtung eines Kindergartens. Im Sinne einer aktiven Erinnerungskultur an die Opfer des Nationalsozialismus engagierte sich die Sozialdemokratin auch im Arbeitskreis Mahnmal Fürstenfeldbruck.

Hobby Segeln

Bei der Kommunalwahl im Jahr 1996 verzichtete Dorothea Scheingraber auf einen vorderen Listenplatz, rückte jedoch vier Jahre später für einen ausscheidenden Kollegen nach. Erst 2002, mit fast 70 Jahren, verabschiedete sie sich endgültig von der kommunalpolitischen Bühne.

Der gemeinsame Ruhestand mit Ehemann Klaus gehörte einem großen Hobby der beiden – dem Segeln. Viele Monate verbrachten sie auf ihrem Boot auf dem Mittelmeer. Im Winter waren sie auch aktiv: Sie gingen beide gern Skifahren.

Um Dorothea Scheingraber trauern in diesen Tagen nicht nur ihr Mann und die beiden Kinder, sondern auch zwei Enkel und ein Urenkelkind. Sie wurde 86 Jahre alt.

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