Die Erstkommunion soll zentral in Fürstenfeld stattfinden.

St. Johannes der Täufer

Statt Klosterkirche: Emmeringer Eltern wollen Kommunion dahoam

Im Jahr 2019 sollen die Emmeringer Kinder erstmals nicht mehr in ihrem Ort selbst, sondern in der Klosterkirche Fürstenfeld ihre Erstkommunion empfangen. Manchen Eltern gefällt das ganz und gar nicht.

Emmering/Fürstenfeldbruck – Bereits 2015 gab es einen Streit zwischen dem ehemaligen Bürgermeister Emmerings Alfons Ostermeier und dem kürzlich verstorbenen Dekan Albert Bauernfeind über den Verbleib der Gemeinde im Pfarrverband Fürstenfeld. Jetzt kocht das Thema wieder hoch. Denn die Erstkommunion der 40 Emmeringer Kinder im kommenden Jahr soll in der Klosterkirche stattfinden.

„Wir haben doch gar keinen Bezug zu Fürstenfeld“, sagt Ostermeier. Für ihn ist die Entscheidung ein großer Fehler, denn Emmering habe doch eine lebendige Pfarrgemeinde samt Kirche.

Ähnlich sahen das auch mehrere Eltern, die sich bei einem gemeinsamen Treffen für den Verbleib der Kommunion in der Dorfkirche St. Johannes der Täufer aussprachen - laut einem Teilnehmer waren es etwa fünf Eltern, die nicht begeistert waren . Monika Gmeinwieser war sehr enttäuscht, „dass die schöne Emmeringer Kirche nicht genutzt wird“. Sie versteht nicht, warum die Kinder, die sogar einen eigenen Termin für ihre Kommunion haben, dafür dann extra nach Fürstenfeld müssen.

Für Pfarrer Otto Gäng ist das nur konsequent. Man will so ein einheitliches Bild im Pfarrverband abgeben. Denn insgesamt nehmen nächstes Jahr 138 Kinder an der Erstkommunion teil. „Wir wollen einfach etwas ausprobieren“, erklärt Gäng.

Für die kritischen Eltern ist das jedoch der erste Schritt hin zu einer Zentralisierung. Monika Gmeinwieser sagt: „Für mich klingt das so, als hätte Emmering keine Zukunft mehr.“

Monika Boll, Oma eines Kommunionskindes, sieht das differenzierter. Sie findet es auch schade, dass bei so vielen Kindern nicht in Emmering gefeiert werden kann. Auf der anderen Seite merkt sie, dass das Interesse, am kirchlichen Leben teilzunehmen geschwunden ist. „Es kommen immer weniger Menschen in den Gottesdienst“, sagt sie. Für sie ist daran jedoch die Kirche als Ganzes Schuld.

Auch Pfarrer Gäng kann den Groll mancher Eltern nur bedingt nachvollziehen. „Wir sind 52 Sonntage im Jahr präsent und in den Besucherzahlen spiegelt sich das Interesse an der Kirche nicht wider.“ Außerdem seien auch einige Eltern begeistert von der Idee, die Kommunion in der Klosterkirche abzuhalten. „Das waren nur drei Eltern die sich aufgeregt haben, die schweigende Mehrheit war für die Verlegung.“

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