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Eine der Waffen des 19-Jährigen

Emmering/Olching

Mord-Verdächtiger soll weiteren Raubüberfall begangen haben

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Der Raubüberfall auf den Supermarkt in der Unteren Au in Emmering ist wohl geklärt. Als dringend tatverdächtig gelten muss der 19-Jährige aus Olching, dem zur Last gelegt wird, in Starnberg drei Menschen erschossen zu haben.

Emmering/Olching/Starnberg - 

Update Mittwoch 19. Februar: Dem 19-Jährigen wird ein weiterer Raubüberfall zugerechnet

Dem Mann, der in Starnberg drei Menschen getötet haben soll, wird ein weiterer Raubüberfall zur Last gelegt. Nach weiteren intensiven Recherchen geht die Kripo davon aus, dass der 19-Jährige auch den Überfall am 26. November 2019 auf den Norma in Olching begangen hat. Damals erbeutete der 19-Jährige mehrere tausend Euro Bargeld. Der 19-Jährige sitzt weiter in U-Haft und schweigt zu allen Vorwürfen, wie ein Sprecher der Kripo auf Nachfrage berichtete. Die Polizei ist derzeit auch noch damit beschäftigt, die in der Wohnung in Olching gefundenen Waffen zu katalogisieren und genau zu untersuchen. 

Update Donnerstag: Hat der Mann weitere Raubtaten verübt?

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, soll der Olchinger nach der Bluttat in Starnberg den Rewe in Emmering überfallen haben. Kurz vor Ladenschluss hatte am Mittwoch, 22. Januar, ein maskierter Mann Mitarbeiter mit einer scharfen Waffe bedroht und 2500 Euro Bargeld erbeutet. Danach flüchtete er zu Fuß über ein Feld hinter dem Gebäude. 

Die Fahndung der Polizei blieb zunächst erfolglos. Am nächsten Morgen schlugen die Beamten aus ganz anderen Gründen in der Wohnung des 19-Jährigen auf. Er soll elf Tage vor dem Supermarktraub in Starnberg einen Bekannten und dessen Eltern erschossen haben. Neben einem umfangreichen Waffenlager fanden die Ermittler bei der Durchsuchung auch einen schwarzen Koffer. Er enthielt Kleidung, eine Schusswaffe und mehrere tausend Euro Bargeld. Die Polizei verglich die Kleidung aus dem Koffer mit Fotos vom Supermarkt-Überfall. Zudem hatte der 19-Jährige ein Foto auf dem Handy, das ihn wohl maskiert nach der Tat mit der Beute zeigt. Am Mittwoch informierte die Polizei zunächst die Belegschaft des Emmeringer Rewes und dann die Öffentlichkeit über die neue Entwicklung. Derzeit wird geprüft, ob der Olchinger für weitere Taten verantwortlich sein könnte, erklärt Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord. 

So könnte etwa auch ein Tankstellenraub in Puchheim auf das Konto des Mordverdächtigen gehen. Der ereignete sich am 30. September, ist aber bis heute ungeklärt. Damals war ein Unbekannter – ebenfalls mit vorgehaltener Pistole – gegen 22.45 Uhr in den Kassenraum der Shell-Tankstelle in der Eichenauer Straße gekommen und hatte einen Angestellten gezwungen, ihm mehrere Hundert Euro Bargeld auszuhändigen. Auch damals entkam der Täter zu Fuß, obwohl mit Hubschrauber und Hunden nach ihm gefahndet wurde. Vor einigen Tagen hat die Kripo ein Fahndungsfoto aus einer Überwachungskamera der Tankstelle veröffentlicht. 

Es zeigte einen jungen Mann mit Kapuze. Die Beschreibung: etwa 20 bis 25 Jahre alt, hellhäutig, Oberlippenbart und auffällig ungepflegte Hände. Er sprach akzentfreies Deutsch. Der 19-jährige arbeitslose Mordverdächtige aus Olching, der etliche Waffen besaß, hat in seinem Geständnis zu der Tat von Starnberg den Raubüberfall in Emmering nicht erwähnt. Geklärt werden muss laut Polizeisprecher Kammerer auch, ob der 18-jährige Bekannte, der den Olchinger zum Haus der Starnberger Familie fuhr und der wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt, möglicherweise auch an dem Überfall auf den Supermarkt beteiligt war

Lesen Sie auch: Nach dem Dreifach-Mord von Starnberg soll nun das Motiv von Max B. bekannt sein. Sollte es stimmen, würde es vor allem eins bedeuten: Der Killer plante einen Amoklauf.

Bericht vom Mittwoch

Ein zunächst unbekannter Mann überfiel am 22. Januar gegen 19.30 Uhr einen Rewe-Supermarkt in Emmering. Unter Vorhalt einer Pistole erbeutete der Täter rund 2500 Euro Bargeld. Anschließend flüchtete er zu Fuß durch den Haupteingang über ein Feld hinter dem Gebäude. Die unmittelbar eingeleitete Fahndung örtlicher Polizeikräfte brachte keinen Erfolg.

Eine der Waffen des 19-Jährigen

Im Rahmen des vermeintlichen Familiendramas in Starnberg durchsuchten Kräfte der Kripo Fürstenfeldbruck am Morgen des 23. Januar in Olching die Wohnung eines 19-Jährigen, der sich derzeit wegen Mordverdachtes in drei Fällen in Untersuchungshaft befindet. Wie berichtet, konnten dort eine Vielzahl von Waffen und Munition sichergestellt werden. Zwei für die Tat in Starnberg mutmaßliche Tatverdächtige wurden inhaftiert.

Aus der Durchsuchung ergab sich ein Bezug zum Raubüberfall auf den Supermarkt in Emmering. In der Wohnung fanden die Ermittler auch einen schwarzen Koffer mit Kleidung und einer Schusswaffe, wie die Kripo jetzt berichtet. Ferner wurden mehrere tausend Euro Bargeld sichergestellt. Aufgrund von Lichtbildern, die den Täter beim Verlassen des Marktes in mutmaßlich der sichergestellten Kleidung zeigen und einem Foto auf dem Mobiltelefon, welches vermutlich diesen nach der Tat maskiert mit Beute zeigt, gehen die Kriminalbeamten davon aus, dass der Überfall vom 19-Jährigen begangen wurde.

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