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Vorsicht, frisch saniert! Die Amperhalle ist für gut vier Millionen Euro auf den neuesten Stand gebracht worden. 

Sport- und Veranstaltungsbetrieb läuft wieder

Verschärfte Hausordnung in sanierter Halle

Emmering - Gut vier Millionen Euro hat die Sanierung der Emmeringer Amperhalle gekostet. Da gilt es nun für die Nutzer, sehr vorsichtig zu sein. Gerade wird ein Regelwerk erstellt, was die „Untermieter“ alles zu beachten haben. Sogar Plastik-Masskrüge sind bei Veranstaltungen im Gespräch.

Die Nachwuchsfußballer des örtlichen FC weihen am Wochenende die Halle mit einer Großveranstaltung ein: 40 Mannschaften mit Spielern zwischen sieben und 17 Jahren laufen auf. Der Startschuss für das Turnier fällt knapp eine Woche, nachdem der Sportbetrieb wieder frei gegeben worden ist. An drei Wochenenden sind 120 Kinder- und Jugend-Teams mit rund 1500 Fußballern vor Ort. Der Turnierleiter des FCE und Sportreferent der Gemeinde, Robert Bauer, rechnet zudem mit fast 3000 Zuschauern: „Das wird ein erster Härtetest für die neue Halle.“

Sportlerfaschingsball auf neuem Boden

Mehr Sorgen bereiten Gemeinderätin Monika Suhrmann (FW) aber die Bälle der Narren: „Die Nutzung der neuen Halle sollte im Fasching bitte so schonend wie möglich sein“, sagte sie kürzlich im Gemeinderat.

Die FC-Verantwortlichen, die auch den in der Region legendären Sportlerball am 25. Februar organisieren, können die Befürchtung, dass etwas kaputt gehen könnte, nachvollziehen. Sie werden aber vorsorgen: Die Tischbeine der Bankgarnituren werden mit Filzgleitern versehen, um Kratzer auf dem Boden zu vermeiden. „Wir treiben viel Aufwand, weil das alles mit Hand gemacht werden muss“, betont Manfred Haberer, Vorsitzender des FCE-Fördervereins, der den Sportlerball ausrichtet. Um den Belag zu schonen, verzichte man auf „schweres Gerät“, um die Garnituren in die Halle zu fahren. „Auch das machen wir alles von Hand.“

Einen eigenen Teppich- oder Parkettboden, wie ihn die Faschingsgilde Olching 2015 bei ihrer Veranstaltungspremiere in der damals frisch eröffneten Schwaigfeldhalle verlegt hatte, kommt für den FCE nicht in Frage. Kosten- und Platzgründe für die Lagerung nennt der Verein als Grund. Laut FCE-Sprecher Bauer haben auch Security und Feuerwehr, die aus Brandschutzgründen sowieso anwesend ist, ein Auge darauf, dass die Gäste des Balls pfleglich mit dem Hallenparkett umgehen. Für den Fall, dass wirklich etwas beschädigt werden sollte, hat der Verein eigens für die Veranstaltung eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen.

Darüber hinaus verweist Robert Bauer auf die jahrzehntelangen Erfahrungen mit Faschingsveranstaltungen in der Amperhalle. „Auf dem alten Boden hat man 30 Jahre gefeiert. Die Markierungen für den Sportbetrieb hat man trotzdem immer noch gesehen.“ Und Haberer vom Förderverein ergänzt: „Die Amperhalle ist nicht nur für Sport ausgelegt, sondern auch für Veranstaltungen.“

Senioren-Wiesn mit Plastik-Masskrügen?

Dennoch will man auch von der Gemeinde alles tun, dass das Vier-Millionen-Euro-Werk mit aller Sorgfalt behandelt wird. Eine noch aus Zeiten des früheren Bürgermeisters Alfons Ostermeier bestehende Hausordnung wird überarbeitet. „Wir passen uns dem Standard vergleichbarer Hallen an“, sagt Rathaus-Geschäftsleiter Markus Pree. Im neuen Katalog werden die Nutzungsrechte geregelt, wer für Licht und Lüftung zuständig ist, aber eben auch der Schutz des Bodens. Das kann laut Pree unter Umständen dazu führen, dass beim Senioren-Oktoberfest mit Plastik-Masskrügen angestoßen werden muss. Dass dies unter Traditionalisten zu Diskussionen führen könnte, ist ihm klar. „Wir können die Nutzer nur sensibilisieren“, sagt Pree.

Eine erste Maßnahme war in dieser Woche eine Einweisung für alle in Frage kommenden Nutzer: Vereine und Schulen. Beim FC Emmering ist sich Pree allerdings ziemlich sicher, dass es dort wenig Probleme gibt. „Die haben mit Veranstaltungen viel Erfahrung.“

Und beim Fußballclub weiß man sich durchaus zu helfen. Beim Turnier an den kommenden drei Wochenenden wird man zu einer bewährten Maßnahme greifen. „Wir kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Erst dann bekommen die Teams ihre Spielerpässe und können gehen“, kündigt Bauer an.

Der Sportreferent ist übrigens begeistert von der Halle: „Der Boden mit Fußbodenheizung ist perfekt bespielbar, griffig und als Schwingboden elastisch ausgelegt. Die neuen Prallwände mit Akustikdämpfung machen die Halle angenehm ruhig und vermeiden jeden Hall“, sagt Bauer. Auch LED-Beleuchtung und neue Lautsprecheranlage seien perfekt.

Von Hans Kürzl

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