Von internationalen Bühnen kommt der junge Geiger Tassilo Probst für ein Konzert nach Hause und spielt in Fürstenfeld.
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Von internationalen Bühnen kommt der junge Geiger Tassilo Probst für ein Konzert nach Hause und spielt in Fürstenfeld.

Emmering

Von den Bühnen der Welt kommt er für ein Konzert nach Hause

  • Lisa Fischer
    VonLisa Fischer
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Der gebürtige Emmeringer Tassilo Probst hat am Montag seine Theorieprüfung für den Führerschein bestanden. Das ist aber auch eines der wenigen Dinge, die den 19-Jährigen mit Gleichaltrigen verbindet. Denn Probst studiert bereits im fünften Semester Violine an der Musikhochschule München. Das Studium hat er im Alter von 16 Jahren begonnen, nach bestandenem Abitur im Jahr 2019 am Graf-Rasso-Gymnasium.

Emmering – Seitdem ist Probst mit seiner Geige auf großen Bühnen zuhause. Am Sonntag spielt der junge Geiger in Fürstenfeld auf.

„Die Vorfreude ist natürlich groß, wenn man mal wieder Zuhause spielt“, sagt der 19-Jährige. Zwar habe er auch schon oft im großen München gespielt, aber das sei nicht dasselbe.

„Zeitreise durch die Musikgeschichte“ heißt das Konzert. Das Programm dahinter hat sich der Emmeringer selbst ausgedacht. In Begleitung des Pianisten Mamikon Nakhapetov startet das Konzert zunächst mit Musik von Beethoven. Als Höhepunkt bezeichnet Probst jedoch eine Sonate, die er mit Bedacht ausgewählt hat. „Das Stück ist von Joseph Achron und wurde wahrscheinlich noch nie aufgeführt“, sagt der 19-Jährige. Zumindest sei eine Aufführung nicht bekannt.

Damit wäre es am Sonntag die Uraufführung der Sonate. Die Noten für das Musikstück hat der Musikstudent, der schon im Alter von viereinhalb Jahren Geigenunterricht erhielt, bei einem Verlagshaus in Wien anfordern müssen. „Es ist eine sehr ungewöhnliche Sonate“, sagt der Geiger, „ich bin sehr gespannt.“

Sein Mentor und Lehrer, der österreichische Geiger David Frühwirth, habe ihm bei der Aufführung der Sonate den Vortritt gelassen. „Eigentlich wollte er das Stück spielen“, erzählt Probst. Doch im Juli, kurz vor seinem 19. Geburtstag, habe sein Lehrer ihm gesagt, dass er das besondere Werk spielen darf. „Ich habe mich wahnsinnig gefreut.“

Ein großes Projekt, das mit der Achron-Sonate zusammenhängt, steht dem Emmeringer noch bevor. „Ich werde meine erste, eigene CD aufnehmen. Darunter auch die Sonate“, erzählt Probst. Im Dezember fliegt er deshalb nach New York zu Maxim Lando, einem befreundeten Musiker und Pianisten. Dort werden die beiden 19-Jährigen zunächst noch üben. „Voraussichtlich im März kommt Maxim dann nach Deutschland und wir werden die CD aufnehmen“, sagt Probst. Eine Veröffentlichung ist für den Herbst 2022 angedacht.

Wenn er nicht studiert oder privat das Geigenspielen übt, hat der Emmeringer seit Neuestem ein weiteres Hobby: „Ich habe für mich in der Pandemie das Gewichtheben entdeckt“, erzählt er. Eigentlich hätte er von vielen Musikern gehört, dass Muskelaufbau negativ für das Musizieren sei. „Die Haltung beim Geigespielen ist aber doch relativ ungesund“, sagt der 19-Jährige. Deshalb habe er sich zuhause ein Fitnessstudio aufgebaut – finanziert durch Gelder aus Musikwettbewerben. Seither trainiert er jeden Morgen mit Gewichten. Seine – im Vergleich – federleichte Geige, lässt er trotzdem nicht links liegen.  lif

Das Konzert

des jungen Geigers findet am Sonntag, 19 Uhr, im Veranstaltungsforum Fürstenfeld, statt. Karten kosten im Vorverkauf 16 Euro, Abendkasse 18 Euro. Weitere Informationen unter www.fuerstenfeld.de.

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