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Mit einem grünen Strich markiert Försterin Anita Ottmann die Stämme, die bald gefällt werden müssen.

Grosse Rodungsaktion

Im Emmeringer Hölzl fallen 30 Bäume

Emmering - Im Emmeringer Hölzl werden demnächst Motorsägen zu hören sein. Denn zwei Dutzend Bäume sollen gefällt werden. Experten erklären, warum.

Mit giftgrüner Farbe geht Revierförsterin Anita Ottmann über die Rinde eines Eschenstammes. Jetzt ist der Baum markiert. Er wird – wie weitere hölzerne Riesen im Wald – der Säge zum Opfer fallen. Gerüchte über Abholzungen machten bereits vor Weihnachten die Runde. Damals dementierten Gemeinde und Landratsamt das noch einstimmig. Jetzt hat sich die Situation aber geändert: Wenn es die Witterung erlaubt, sollen Anfang Februar die ersten Stämme fallen. Bis Mitte März werden dann bis zu 30 Bäume weniger an den befestigen Wegen stehen.

Bei einem Rundgang, dem sich auch Bürger anschließen konnten, besprachen Vertreter der Gemeinde, des Bund Naturschutzes, des Bauhofs und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises die geplanten Rodungen und Rückschnitte. Neben den problembehafteten Eschen sind sechs weitere Bäume betroffen. Eine Buche beispielsweise. Oder ein Stamm, der auf einer Insel in der Amper verwurzelt ist. Er wurde gegen Ende des vergangenen Jahres durch Sturm Heini entwurzelt und krachte in die Krone eines anderen Baumes. Das Geflecht könnte Spaziergängern nun gefährlich werden und muss weichen.

Sicherheit der Besucher geht vor

Hintergrund der Abholzungen ist die Verkehrssicherheit der Wege, für die die Gemeinde Sorge trägt. Denn die Pfade an der Amper sind hoch frequentiert. Radler, Senioren, Kinder und Gassigänger – für sie alle ist die Gegend ein Naherholungsgebiet. „Das Hölzl ist mehr Englischer Garten“, verdeutlicht Petra Heber vom Landratsamt. Deshalb seien Pflegeschnitte nötig. Bisher sei noch keinem Besucher etwas passiert. Das soll so bleiben.

Die größte Gefahr ist in diesem Zusammenhang die Esche. Seit 2008 grassiert ein Pilz (Falsches Weißes Stengelbecherchen), der die Kronen absterben und Äste brechen lässt. Betroffen sind vor allem junge Bäume. Sie haben weniger Widerstandskraft. Außerdem ist der Pilz, der das erste Mal 2002 in Polen entdeckt wurde, meistens in höchstens zehn Metern Höhe anzutreffen. „Zwischen fünf und 30 Jahre sind die Stämme, die gefällt werden“, schätzt die Försterin.

Ein weiterer Grund für Rodungen und Pflegeschnitte bei Eschen: Es sollen andere Pflanzen gefördert werden. Linden, Eichen, Ahorn, Buchen, Ulmen, Pappeln und Kiefern wachsen ebenfalls im Hölzl. Durch das Ausholzen bekämen sie endlich mehr Licht. Dadurch seien Nachpflanzungen nicht mehr nötig. „Die Verjüngung kommt von unten ganz dicht nach“, so Ottmann.

Wirtschaftlich sei das Fällen der Bäume übrigens nicht. „Das läuft meistens auf etwa null raus“, sagt Petra Heber vom Landratsamt. Hartholz, also Eiche und Buche zum Beispiel, wird größtenteils als Brennholz verkauft. Die restlichen Stämme bleiben auf dem Waldboden liegen. Sie bieten Insekten und Käfern einen wertvollen Lebensraum. (ew)

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