Auf dem Weg zum Energiemix der Zukunft

Fürstenfeldbruck - Die Mühlen mahlen langsam, aber sie mahlen: Die Studien, an deren Ende ein Klimaschutzkonzept für den Landkreis stehen soll, beginnen.

Bei einer Konferenz wurden die Bausteine präsentiert, die den Weg zum Energiemix der Zukunft bilden sollen. Dabei wurde auch deutlich, wohin die Reise gehen soll.

„Wir waren die Ersten, sind nicht mehr die Schnellsten, wollen aber die Besten werden“, sagte Landrat Thomas Karmasin (CSU) bei der ersten öffentlichen Klimaschutzkonferenz für den Landkreis. Er nahm dabei Bezug darauf, dass der Landkreis Bruck vor zehn Jahren bereits die Energiewende bis zum Jahr 2030 ausrief und dass nun unter finanzieller und organisatorischer Beteiligung aller Kommunen - und nach einigen Debatten über Sinn und Unsinn der Idee - ein Gesamtkonzept für die Region Bruck erstellt werden soll. Erster Schritt dabei ist eine umfassende Ist-Analyse: Woher kommt welche Energie im Landkreis?

Mehrere Büros sind mit mehreren Untersuchungen beauftragt. Zwischenergebnisse werden Anfang nächsten Jahres erwartet.

Sprengkraft

Windräder werden die Landschaft am meisten verändern - die Planungen dazu besitzen also die größte Sprengkraft. Das „Team für Technik“ aus München wird nun Gebiete im Kreis eruieren, in denen Windkraft möglich ist. Die Planer gehen dabei von einem Mindestabstand zu Wohnhäusern von 1000 Metern aus. Das sind 200 Meter mehr als gesetzlich gefordert. Diese Vorgabe soll die Akzeptanz fördern. Drei Windräder im Areal zwischen Mammendorf, Bruck, B 2 und Maisach sind von den Stadtwerken Fürstenfeldbruck fest geplant. Alle anderen denkbaren Standorte (etwa in Moorenweis oder Alling) werden erst weiterverfolgt, wenn die Studie vorliegt.

Vier Infoveranstaltungen im Kreis plant das Büro. Deutlich wurde in der Klimakonferenz: Der Windatlas, auf den sich viele Fans der Energiewende immer wieder berufen, ist nur sehr grob und stellt nicht die Realität dar. Hans Aigner glaubt, dass es genügend Standorte im Kreis gibt, an denen Windenergie problemlos möglich ist. Er fordert aber auch: Man darf nicht alles ausreizen, was geht. Am 2. März 2012 sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Wer was rauspustet

Zum Klimaschutzprojekt gehört auch die Erstellung einer CO2-Bilanz für Landkreis und Gemeinden. Diese wird auch vom „Team für Technik“ erstellt. Das Papier soll am Ende einen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Ist-Situation enthalten. Klar werden soll dabei, wofür welche Art von Energie verwendet wird. Mit großer Spannung darf deshalb die Untersuchung des Gebietes erwartet werden, das nicht von den Stadtwerken Fürstenfeldbruck versorgt wird. Denn für den Osten des Landkreises und für Maisach/Althegnenberg gibt es keine genauen Daten. Nicht in der Bilanz enthalten sein werden andere Treibhausgase wie etwa Methan.

Wir sind Großstadt

Ins Konzept einfließen wird auch eine Untersuchung der Verkehrsströme in der Region. Diese Studie werden Gebhard Wulffhorst von der TU München und Johannes Gnädiger von „Schaller UmweltConsult“ vorantreiben. Der Brucker Landkreis sei eigentlich eine „Großstadt mit 200 000 Einwohnern“, sagte Wulffhorst bei der Konferenz. Der Westen werde prozentual am stärksten wachsen. Am Ende der Studien will Wulffhorst drei Szenarien vorlegen: Eines soll zeigen, ob das Ziel der 100-Prozent-Versorgung aus regenerativen Energien überhaupt und auch für den Verkehr erreichbar ist. Zum zweiten will er zeigen, was nötig ist, um wenigstens 60 Prozent zu erreichen und ein drittes Szenario soll darlegen, was realistisch ist. Besonders gespannt, so Wulffhorst, sei er auf die Themen Fahrgemeinschaften und E-Mobilität.

Die lange Leitung

Erörtert wurde bei der Klimakonferenz auch die Frage nach den Stromtrassen, die Energie etwa von Off-Shore-Windparks im Norden nach Süden transportieren sollen. Hans Aigner von Ziel 21 ist der Überzeugung, dass allzu viele nicht nötig sein werden und auch nicht nötig sein dürfen. Denn der Bau von Stromautobahnen dauere und koste Unsummen. Es gelte, so viel Energie wie möglich in der Region zu erzeugen.

Wie deutlich wurde, ist und bleibt die Stromspeicherung ein zentrales Problem. Die Stadtwerke etwa müssen im Sommer Solarstrom ausspeisen, weil er zu viel erzeugt wurde, aber nicht gespeichert werden kann etwa für den Winter, wenn Solarzellen zu wenig Energie liefern.

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