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Engpass bei Kitas: Stadt verliert Zuschuss

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In der Integrativen Kindertagesstätte "Lindenpark" in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) betreut Erzieherin Sandra Morales am 04.07.2013 Krippenkinder. Mecklenburg-Vorpommern kann nach Angaben der Landesregierung den ab August 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kleinkinder erfüllen, doch laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung sind die Kita-Gruppen im Nordosten besonders groß. Rechnerisch betreut demnach eine Vollzeitkraft im Durchschnitt fast sechs Kinder. Als erstrebenswert nennen die Verfasser der Studie einen Betreuungsschlüssel von 1:3. Foto: Bernd Wüstneck (zu lmv "Große Gruppen - Studie belegt schlechte Kind-Betreuer-Relation in MV" vom 04.07.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Einer städtischen Einrichtung wurden Zuschüsse  für zwei Monate gestrichen, weil der Qualitätsschlüssel nicht eingehalten wurde. © dpa

Olching - Zu wenig Erzieherinnen, Krankheit, Streik: Bei den Olchinger Kitas hat es heuer an etlichen Stellen gehakt. Und jetzt verliert die Stadt auch noch Zuschüsse – weil sie im Sinne der Eltern gehandelt hat.

Die Kürzungsbescheide sind der Stadt bereits ins Haus geflattert, wie Rathaus-Geschäftsführer Jürgen Koller auf Tagblatt-Nachfrage erklärt. Betroffen ist eine der sieben städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen. Das Sozialministerium hat ihr die Fördergelder gestrichen – für zwei Monate.

Um welche Einrichtung es sich handelt, wollte Koller nicht sagen. Nur so viel, dass sie eher eine der kleineren sei. Denn dort sei es deutlich schwieriger, Personal bei Engpässen zusammen zu ziehen. Der so genannte Qualitätsschlüssel ist also eher in Gefahr. Und genau darum geht’s bei den Kürzungen.

Dieser Schlüssel legt fest, wie viele Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen auf eine Gruppe kommen, so dass die Mindestanforderungen gewährleistet sind. Er richtet sich nach der Art der Einrichtung. Zum Beispiel spielt dabei eine Rolle, ob diese integrativ ist. Wird der Schlüssel längere Zeit nicht erfüllt oder ist er gefährdet, dann riskiert die Kommune die staatlichen Zuschüsse. Genau das ist nun in Olching passiert.

Aufgrund von Krankheit, Elternzeit, Kündigungen und generellem Personalmangel, kam die Stadt in die Bredouille. Denn die Kommunen sind dazu angehalten, sofort zu reagieren, wenn der Qualitätsschlüssel gefährdet ist, erläutert Koller. „Wir müssten also Kinder rausschmeißen, dürften keine weiteren aufnehmen und auch nicht die Stundenverträge verlängern bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir definitiv wieder Ersatz haben.“ Doch die Stadt richte sich nach den Bedürfnissen der Eltern und Kinder, sagt Koller.

Deshalb wurde in nicht-öffentlicher Sitzung vor gut einem dreiviertel Jahr, als die Situation besonders schlimm war, eine Entscheidung getroffen. „Das Wohl der Eltern geht vor dem des Stadtsäckels“, erklärt Koller die festgelegte Marschroute.

Wie er weiter ausführt, habe sich Bürgermeister Andreas Magg bereits an die Spitzenverbände und Landespolitiker gewandt. Ziel sei es, eventuell die Spielregeln zu ändern, wie Koller sagt. Für heuer sind die Zuschüsse weg. „Ab 1. Januar laufen wir aber wieder mit der vollen Förderung.“ (ed)

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