Voller Freude zünden (v.l.) Mara, Magdalena und Katharina gemeinsam mit ihrem Opa Hans Joachim Kolbe die Lichter an. Diese erleuchten dann die Weihnachtsstadt.

Eine besondere Familientradition

Opa und Enkel bauen Klein-Bethlehem

Eichenau - Hans-Joachim Kolbe hat drei Kinder und fünf Enkel.  Für seine Sprösslinge denkt sich der Opa laufend neue Projekte aus. Eines gehört mittlerweile zur Familientradition. Der Eichenauer baut jedes Jahr zu Weihnachten eine Stadt aus kleinen Porzellanhäuschen auf.

Angefangen hat alles mit einem Besuch in der Brucker Wertstoffbörse. Eigentlich suchte das Ehepaar Kolbe dort nach silbernem Weihnachtsschmuck. „Bei uns kommt nämlich nichts anderes an den Baum“, erklärt Hans-Joachim. Zwischen Kerzen, Kugeln und Lametta erspähte er plötzlich ein kleines weißes Porzellanhäuschen. Eins von denen, die aussehen, als würde zentnerweise Schnee auf ihnen lasten und die mit einem Teelicht von innen beleuchtet werden können.

„Ich hab das gesehen und sofort an meine Enkel gedacht“, erinnert sich der ehemalige Siemens-Mitarbeiter. Die waren damals zwischen einem und elf Jahren alt. „Jetzt bau ma mal was auf“, entschloss sich der Eichenauer und kaufte das Miniaturgebäude. Das erste von etwa 25, die in den nächsten Jahren folgen sollten. Denn den Enkeln gefiel die Idee des Opas so gut, dass der 71-Jährige ab diesem Zeitpunkt jedes Jahr auf den Flohmarkt fuhr und nach weiteren Häuschen suchte.

Aufbau der Stadt gehört fest zum Weihnachtsprogramm

Der Aufbau der Weihnachtsstadt gehört bei den Kolbes mittlerweile fest zum Weihnachtsprogramm. Denn das Ritual läuft immer gleich ab, wie Enkelin Katharina (14), ihre Schwester Magdalena (12) und Cousine Mara (11) erzählen. Kurz vor dem ersten Advent trudeln alljährlich alle Enkel bei den Großeltern ein. „Dann gehen wir in den Wald“, sagt Katharina. Egal, bei welchem Wetter. Ehefrau Marlies bleibt währenddessen daheim und kocht.

Im Forst suchen die Kinder nach Tannenzapfen, Moos und kleinen Bäumchen. Die werden später zum Dekorieren der Landschaft gebraucht. „Wenn wir zurückkommen, gibt’s erst Essen und wenn’s dunkel wird, gehen wir raus auf die Terrasse“, erzählt Mara. Dort wird die Miniaturstadt auf einem Tisch aufgebaut. Hochhäuser, eine Schule, eine Kirche, Tannenbäume und Weihnachtsengel drapieren die Kinder. Wenn schließlich alles am richtigen Platz steht, kommt der beste Teil: Gemeinsam werden die Teelichter angezündet. „Das ist wirklich wunderschön, wenn dann alles leuchtet“, schwärmt der Rentner. Diese Stadt sei ihr kleines Jerusalem – „Oder Bethlehem. Wie man mag.“

Diese besondere Weihnachtsdekoration ist natürlich auch den Nachbarn nicht verborgen geblieben. „Die spitzen dann immer mal über den Zaun“, erzählt Kolbe, der sich auch bei der Puchheimer Tafel engagiert. Selbst dort haben ihn schon Kollegen auf seine besondere Weihnachtsaktion angesprochen. „Und mir erzählt, dass sie auch noch so ein Haus daheim haben.“ Die Weihnachtsstadt wird also auch in den nächsten Jahren wachsen. (ew)

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