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Der verstorbene Unterschweinbacher war sehr tierlieb.

Trauer in Egenhofen

Entsetzen nach Tod auf der Landstraße

Unterschweinbach - Nach dem tragischen Tod eines 23-Jährigen bei Rammertshofen herrscht Entsetzen. Die Familie und die Bekannte (20) des Verstorbenen stehen unter Schock.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war der 23-Jährige sofort tot, nachdem ihn am Sonntagabend ein Fiesta auf der Straße bei Rammertshofen erfasst hatte. „Dass er nicht leiden musste, ist das einzige, was mich ein wenig tröstet“, sagte der völlig aufgelöste Vater des Verstorbenen am Montag gegenüber dem Tagblatt. Sein Sohn sei nach schwierigen Jahren gerade dabei gewesen, sein Leben in den Griff zu bekommen – und da passiert dieser tragische Unfall. „Aber vielleicht musste es so kommen“, schluchzte der Vater. Er und die Familie des Toten wurden von einem Kriseninterventionsteam betreut. Die Bekannte des 23-Jährigen wurde mit einem schweren Schock ins Krankenhaus gebracht.

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Teil der Tragödie: Der 63-Jährige, der den Unterschweinbacher auf der Straße übersah, wohnt nicht nur im selben Ort, sondern dort sogar noch an derselben Straße. Zumindest den Vater des Toten dürfte der Unfallfahrer gekannt haben – Unterschweinbach ist ein Dorf im wahrsten Sinn des Wortes.

Arbeit am Gesellenstück

Feuerwehrleute sicherten die Unfallstelle

Wie die Polizei berichtet, muss der Fiesta-Fahrer den 23-Jährigen und dessen Bekannte in der Dunkelheit schlicht übersehen haben. Der Unterschweinbacher und seine Bekannte aus Olching waren am rechten Fahrbahnrand in Richtung Aufkirchen gegangen, als sich der Fiesta von hinten näherte.

Dessen Lenker (63) gilt Bekannten als umsichtiger und besonnener Autofahrer. Er selbst war vor vielen Jahren Opfer eines Unfalls geworden – er leidet furchtbar unter den Geschehnissen jetzt. Durch die Staatsanwaltschaft wurde zur genauen Klärung des Unfallhergangs ein Gutachten angefordert. Die Kreisstraße FFB 9 war fast vier Stunden vollständig gesperrt. Alkohol war nach ersten Erkenntnissen der Polizei bei keinem der Beteiligten im Spiel.

Die Unglücksstelle am Tag nach dem Unfall.

Der 23-Jährige arbeitete als Schreiner, baute gerade an seinem Gesellenstück. Er liebte Oldtimer und Tiere, vor allem Hunde und gilt als absolut gutmütiger Kerl. Offenbar hatte er die Bekannte am Bahnhof in Mammendorf abgeholt. Die Strecke an der Straße jedenfalls ging er öfter. Der Vater des 23-Jährigen ist als Fußballschiedsrichter in der Region bekannt. Der Sohn lebte nach Tagblatt-Informationen erst seit kurzem wieder bei seinem Vater zu Hause. Er hatte die Schule in Grunertshofen besucht. Sein Bruder spielt beim FSV Aufkirchen Fußball.

Bürgermeister wendet sich ans Landratsamt

Auch Egenhofens Bürgermeister Josef Nefele war entsetzt. „Das alles tut mir wahnsinnig leid.“ Nefele will ein oder zwei Tage ins Land streichen lassen und dann den Vater besuchen. Er setzte gestern eine Beileidsbekundung auf. Nefele hat außerdem mit dem für Kreisstraßen zuständigen Landratsamt Kontakt aufgenommen – wegen eines Geh- und Radwegs entlang der Straße. Dabei ist klar: Selbst wenn es einen solchen gäbe, kann es keine absolute Sicherheit geben. Vor einigen Jahren beispielsweise trug es etwa 300 Meter von der jetzigen Unfallstelle ein Auto aus einer Kurve. Es landete im Feld. Angesichts der Umstände jetzt verschlägt es dem Bürgermeister die Sprache. „Ich finde keine Worte.“

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, wenn Fußgänger nachts auf Landstraßen unterwegs sind: Erst vor wenigen Wochen wurde bei Moorenweis ein junger Mann auf dem Heimweg schwerst verletzt. Und vor rund einem Jahr ereignete sich bei Biburg ein ganz ähnlicher Unfall wie jetzt. Ein junger Mann, der mit seiner Freundin am Straßenrand marschierte, wurde von einem Auto erfasst. Er starb noch an der Unfallstelle, in den Armen seiner Begleiterin. Auch damals kamen Opfer und Unfallfahrer aus dem selben Ort.

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