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Den Mitgliedern des Ndanda-Mission-Choir gefallen die präparierten Raubtiere im sanierten Missionsmuseum in St. Ottilien am besten.

Erste Besucher begeistert in St.Ottilien

Wow-Effekt im neuen Kloster-Museum

St. Ottilien - Drei Jahre länger als geplant hat sie gedauert, die Sanierung des Missionsmuseums in St. Ottilien. Doch nun ist sie geschafft und das Museum wieder geöffnet. Und alle sind sich einig: Die Arbeit hat sich gelohnt.

Wer sich an früher erinnert, an die gruftige Atmosphäre, die abblätternde Farbe und die übervollen Vitrinen, der kann sich nur verblüfft die Augen reiben. Die Räume wirken freundlich und modern, die Sammlung wurde entschlackt und wird durch die neue Präsentation eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Die Besucher der Eröffnungsfeier waren sich einig: Den Mönchen ist eine Sanierung mit Wow-Effekt gelungen. Die Wände leuchten rot, blau, grün, orange. „Mit den Farben haben wir uns ziemlich was getraut“, sagt Abtpräses Jeremias Schröder, der die Sanierung leitete. Aber es funktioniert, die bunten Wände akzentuieren die Exponate und grenzen die verschiedenen Teilbereiche der Ausstellung voneinander ab.

Ein spezialisiertes Architekturbüro und ein Team professioneller Museumsgestalter stand den Mönchen bei dem Mammutprojekt zur Seite. Experten und ehrenamtliche Helfer analysierten die mehreren tausend Objekte der Sammlung, von denen viele ins Depot wanderten. Die Klosterschreinerei restaurierte und ertüchtigte die alten Vitrinen, die man unbedingt erhalten wollte.

Neue Fenster, Lüftung, Klimatisierung und ein Aufzug brachten die Technik des 21. Jahrhunderts in das über 100 Jahre alte Gemäuer. Neben Tierpräparaten und Alltagsgegenständen aus den Missionsgebieten in Afrika sowie Asien gibt es ein kleines Kino, in dem alte Filmaufnahmen das Leben der Mönche im Korea der 1920er Jahre zeigen.

Unweit davon steht eine überlebensgroße Statue von Papst Gregor I., der im 7. Jahrhundert die ersten Missionare ausgesandt hat. Ein paar Schritte weiter kann man ein 1960er-Jahre-Motorrad von einer Missionsstation in Tansania bewundern. „Da klebt noch der Dreck von Afrika dran, und es fährt auch noch“, so Jeremias Schröder.

Missionsmuseum in St. Ottilien wiedereröffnet: Bilder

Eine Abteilung ist den benediktinischen Märtyrern gewidmet, die beim Maji-Maji-Aufstand in Tansania und in nordkoreanischen Zwangslagern ums Leben kamen. Ein Anliegen der Mönche ist es, das Thema Mission von Vorurteilen zu befreien. Per Audio-System erfährt der Besucher Hintergründe der benediktinischen Tätigkeit in fernen Ländern – zum Beispiel, dass die Mönche Gesundheitsstationen und Schulen gründeten.

Vorläufig sind die Erläuterungen nur in Deutsch und Englisch zu hören, Jeremias Schröder wünscht sich aber auch eine koreanische Version, weil die Ottilianer zu dem ostasiatischen Land enge Beziehungen pflegen. Zur Eröffnung waren auch Gäste aus Afrika gekommen, die mit dem Ndanda Mission Choir für einen exotischen musikalischen Rahmen sorgten.

Von Ulrike Osman

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