Seit drei Wochen unterwegs: Der Express-Bus zwischen Bruck und Starnberg. Foto: Hering

Linie nach Starnberg

Erste Testfahrten im Express 900

Fürstenfeldbruck – Seit einigen Wochen rollt der Expressbus X900 vom S-Bahnhof Buchenau über den Brucker Bahnhof und Gilching bis Starnberg Nord. Viele Neugierige probieren die Verbindung aus.

An einem sonnigen Vormittag fährt der Expressbus auf Gilching zu. Es ist ruhig im Bus, fünf Fahrgäste verteilen sich auf die Sitze. Eine Brucker Rentnerin macht es sich für die 35-minütige Fahrt bequem. „Es ist gut, dass der Bus nicht so viele Haltestellen hat, dann geht es schneller“, lobt die Rentnerin. Früher musste sie mit der S 4 nach Pasing fahren und in die S 8 nach Starnberg wechseln. Dass der Bus noch recht leer ist, fällt der Rentnerin auf. Aus Erfahrung weiß sie aber, dass sich die Nutzer erst auf die neue Möglichkeit einstellen müssen. Denn die Bruckerin fährt häufig mit dem Expressbus X845 nach Germering, bei dem sich die Nutzung auch eingependelt habe, wie sie berichtet.

Das bestätigt Kreis-ÖPNV-Experte Hermann Seifert. Das kann zwischen zwei und vier Jahren dauern. Momentan werden Zählungen durchgeführt, die zeigen sollen, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten wie viele Fahrgäste unterwegs sind. Denn wie Seifert erklärt, kann das durchaus variieren, zu den Pendler- und Schülerzeiten sei am meisten los.

Davon kann Busfahrer Tamàs ein Lied singen: „Im Berufsverkehr sind fast alle Plätze belegt“, berichtet er. Vor allem die Abschnitte Buchenau-Fürstenfeldbruck und Egererstraße-Starnberg Nord seien stark frequentiert, zudem stiegen immer viele Fahrgäste in Alling aus und zu. Das kennt Hermann Seifert schon: „Die Allinger steigen mitten auf der Strecke zu. Wir freuen uns über diesen Zusatznutzen der Linie.“ Mitte Januar sollen die Daten der Zählung ausgewertet sein. Dann sind kleine Veränderungen denkbar, zum Beispiel kürzere Wege zwischen den Haltestellen oder die Verlegung eines Stopps.

Wenn klar sei, wie der Expressbus angenommen werde, könne man auch über eine Verdichtung des Takts nachdenken, so Seifert. Er stellt aber klar, dass das nur in Kooperation mit den Starnberger Kollegen möglich ist.

Der Bus soll für Pendler eine Alternative zum Auto sein. Eine Gilchingerin probiert das aus. Ihr gefällt die Expresslinie gut: „Die Querverbindung zwischen Fürstenfeldbruck und Starnberg finde ich toll, sie ist schneller und wird abends länger bedient als viele andere Busse.“

An den Stundentakt musste sie ihre Morgenroutine erst anpassen, aber jetzt kommt sie mit dem Fahrplan gut zurecht. Ein Manko an der Linie ist für sie die Verteilung der Haltestellen in Starnberg:. Der Stopp an der Egererstraße sollte näher an Arbeitsamt, Krankenhaus und Schulen liegen, meint sie: „Dann würden auch mehr Berufsschüler das Angebot nutzen.“ Das könnte sich auch Seifert für die Zukunft vorstellen.

Ein Berufsschüler hat den Expressbus schon für sich entdeckt. Der Herrschinger Patrick Oliveira Viegas musste bisher die S 8 bis zum Westkreuz nehmen und dort in die S 6 umsteigen. „Auf die neue Verbindung bin ich durch die MVV-App gestoßen“, erzählt der Azubi. Die Fahrplanauskunft fürs Handy habe ihm den Expressbus als Abkürzung angezeigt. Tatsächlich spart der 17-Jährige nun die Hälfte der Zeit, die er vorher in der S-Bahn verbracht hat. Wenn er ein eigenes Auto hat, will er aber selber zur Schule fahren – das geht noch schneller als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

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