Ein Haltestellenschild wie dieses steht wohl bald auch im Moos. Beispielfoto: Dpa

Erster Bus fährt durchs Graßlfinger Moos

Olching - Er war längst überfällig, nun soll er kommen: Durchs Graßlfinger Moos fährt künftig ein Bus. Die Linie verbindet Olching, Gröbenzell und Puchheim.

Ein Auto, ein Moped oder ein Radl: Irgendeinen fahrbaren Untersatz braucht man, wenn man im Graßlfinger Moos wohnt. Denn dort gibt’s kaum öffentlichen Nahverkehr. Das soll sich nun ändern, wie Rathausmitarbeiter Eduard Pöhlmann im Stadtentwicklungsausschuss erläuterte. Der Anstoß für die neue Regionalbuslinie 832 kam von der Gemeinde Gröbenzell. Dort wollte man ursprünglich, dass der Bus die Ascherbachstraße entlang nach Gröbenzell fährt. „Doch wenn schon ein Bus fährt, dann sollte der durchs Moos fahren“, gab Pöhlmann die Olchinger Meinung zu dem Thema wider. So gebe es dort endlich eine Anbindung an den Nahverkehr. Die neue Linie brächte aber auch Vorteile für die Schüler, die im Moos und im Schwaigfeld wohnen, und die Puchheimer Realschule besuchen. Der Weg wäre etwas kürzer.

Und so soll der Bus verkehren: Er startet am S-Bahnhof Olching, fährt über das Gymnasium durchs Graßlfinger Moos zum Gröbenzeller S-Bahnhof, dann weiter zum Bahnhof Puchheim und wieder zurück zum S-Bahnhof Olching. Gefahren wird alle 30 Minuten, an Werktagen bis abends, an Samstagen bis nachmittags.

Prinzipiell begrüßte dasGremium die Einführung der Linie. „Es ist längst überfällig, dass das Graßlfinger Moos eine Anbindung bekommt“, sagte Maria Hartl (CSU). Auch Stadtentwicklungsreferent Alfred Münch (SPD) sprach sich für den Bus aus: „Damit verbinden wir die S-Bahnlinien miteinander.“

Diskussion gab es dagegen über der Streckenführung - und vor allem bei der Frage der Finanzierung des interkommunalen Vorhabens. Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Kosten beim Einsatz eines Zwölf-Meter-Busses auf rund 387 000 Euro. Zieht man die zu erwartenden Einnahmen ab bleiben noch rund 270 000 Euro übrig. Jeweils rund 90 000 Euro entfallen auf den Landkreis sowie auf die Kommunen Olching und Gröbenzell. Puchheim zahlt nichts. Und das störte einige Räte. Sie wollten, dass sich auch Puchheim beteiligt.

Doch das ist nicht so einfach, wie Pöhlmann erläuterte. Der Grund: Die neue Linie 832 fährt in Puchheim teilweise auf der Route der bereits bestehenden Linie 831, die vom Landratsamt seit gut 20 Jahren voll bezahlt wird. „Doch wenn die 832 kommt fällt die 831 weg“, so Pöhlmann weiter. Deshalb wird die Behörde die Kosten für die neue Linie übernehmen.

Bezüglich der Streckenführung hatte Ingrid Jaschke (Grüne) Bedenken. Sie regte an, dass der Bus, nachdem er an der Puchheimer Realschule gehalten hat, auf direktem Weg zum S-Bahnhof fährt. Derzeit verläuft die Route über die Lager- und Lochhauser Straße.

Letztendlich stimmte das Gremium der Einführung der Linie 832 zu. Allerdings soll die Verwaltung mit Puchheim nochmal über eine Beteiligung verhandeln. Auch die Streckenführung soll sie erneut prüfen, ob die derzeitige Route wirklich die kürzere Verbindung mit der kürzeren Fahrzeit ist.

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