Faschings-Secondhandmarkt der Aktion Hoffnung

Erstklassige Kostüme aus zweiter Hand

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Sträflinge und Prinzessinnen tummeln sich im Foyer des Gästehauses von St. Ottilien. Aber hier wird nicht Fasching gefeiert, sondern sich auf die närrische Zeit vorbereitet. Beim Secondhandmarkt der Aktion Hoffnung gibt’s Kostüme. Viele Schnäppchenjäger suchen aber auch Unikate für Motto-Partys.

St. OttilienEs ist voll, es ist laut, es wuselt in allen Ecken. Im Foyer geht es zu wie am Stachus. Der Secondhandmarkt ist längst kein Geheimtipp mehr. Wer etwas Buntes und Ausgefallenes sucht – egal ob für Fasching oder eine Party später im Jahr –, wird hier fündig. Natürlich regen allein schon all die bunten Verkleidungen die Fantasie der Besucher an. Von einem schlichten „Schau mal!“ bis hin zum forsch-fröhlichen „Hände hoch!“ ist alles zu hören. Auch Männer finden hier die zu ihnen passende Kostümierung, ganz gleich, ob sie sich lieber als Nikolaus oder als Knastbruder ins Getümmel stürzen wollen.

Harry Imburger, im Zivilstand Flugzeugbauer, bekommt für seine Faschingssaison „lebenslänglich“. Er will heuer als Sträfling gehen. „Weil wir unter dieser Regierung alle gestraft sind,“ sagt der 61-jährige Landsberger scherzend. „Außerdem gibt’s bei uns in Landsberg ja auch einen Knast“, fügt er hinzu. Um aber selbst nicht doch noch straffällig zu werden, gelobt er: „Alle Faschingsveranstaltungen, zu denen ich heuer gehe, besuche ich selbstverständlich mit dem Taxi.“

Eine Verkleidung für eine Motto-Faschingsparty „Wilder Westen“ sucht Stephanie Krug (45) aus Eresing. Sie war lange nicht mehr an den närrischen Tagen unterwegs – ist aber jetzt wieder auf den Geschmack gekommen. Sie entdeckt ein Flamenco-Kleid – und die Bar-Dame eines Saloons ist fertig.

Auch die Kleinsten kommen zwischen bunten Hüten und Perücken voll auf ihre Kosten. Die dreijährige Mara feiert im Kindergarten eine „Monster-Party“. Und da lässt es sich die junge Türkenfelderin natürlich nicht nehmen, selbst Angst und Schrecken zu verbreiten. Ihr achtjähriger Bruder sucht ebenfalls für eine Motto-Party: Bei ihm dreht sich alles um das Thema Unterwasserwelt. Janet Eder, Mutter der beiden, freut sich, dass es bei dem Faschingsmarkt eine so große Auswahl gibt – nicht nur für die Kinder. Sie selbst braucht auch noch etwas. Denn das Faschingstreiben in Türkenfeld lässt sich die 41-Jährige nicht entgehen. Und dass der Erlös des Faschingsmarktes auch noch einem guten Zweck zugeführt wird, freut sie umso mehr.

„Da gibt man gerne etwas aus“, bestätigt Andrea Wözinger, die mit ihrer 14-jährigen Tochter Melanie aus Windach (Kreis Landsberg) gekommen ist. Sie kaufen ihre Verkleidungen am liebsten hier. „Da hat man ein gutes Gewissen. Es ist quasi Einkaufen gegen die Wegwerfgesellschaft. Zudem ist für jeden Anlass etwas dabei. Vor zwei Jahren haben wir hier ein richtig schönes Abendkleid gefunden“, erinnert sich Andrea Wözinger. Daher haben sie sich den Secondhand-Faschingsmarkt heuer gleich im Kalender vorgemerkt. „Vielleicht finden wir ja wieder ein edles Kleid. Jetzt brauchen wir aber erst einmal etwas für den Fasching.“

Der Faschings-Secondhandmarkt der Aktion Hoffnung zieht durch ganz Bayern. Längst ist er ein Publikumsmagnet. 2017 kamen zu den 57 Märkten insgesamt 14 000 Besucher. Heuer werden es sogar 60 Märkte. Mit dem Reinerlös werden soziale Projekte weltweit unterstützt. Das in St. Ottilien gesammelte Geld kommt Kindern in Kenia zugute.

Noch ein Faschingsmarkt

der Aktion Hoffnung findet am Samstag, 27. Januar im Pfarrheim St. Josef in Puchheim, Allinger Straße 3, von 10 bis 13 Uhr statt.

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