Antrag kam vom Finanzreferenten

Erstmals Geld für Eisstadion eingeplant

Fürstenfeldbruck - Bekommt Bruck doch eine Eissporthalle? Zumindest hat der Hauptausschuss erstmals Gelder dafür in den Haushalt eingeplant.

Das hatte Finanzreferent Walter Schwarz (SPD) gefordert. Die CSU hält das für einen Schaufensterantrag.

Eigentlich kam der Begriff Eissporthalle nirgends in der städtischen Finanzplanung für die kommenden Jahre vor. Und eigentlich ging es in den Beratungen darum, Investitionen zu streichen. Doch Finanzreferent Walter Schwarz (SPD) stellte in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses einen „vielleicht überraschenden“ Antrag: Er forderte, für 2018 rund 100 000 und für das Folgejahr eine halbe Million Euro für die Planung einer Halle einzustellen. Ganz knapp, mit acht zu sieben Stimmen, segnete das Gremium die Anfrage ab. „Im Wahlkampf haben wir uns dafür ausgesprochen, jetzt sind wir auch in der Pflicht, Taten folgen zu lassen“, so Schwarz. „Wir können nicht den zweiten Haushalt seit der Wahl verstreichen lassen. Die Stadt als Mutter kann die Tochter Stadtwerke auch nicht alleine lassen.“ Das Bereitstellen der Gelder soll ein erstmaliges positives Zeichen sein. Geschlossen folgten Schwarz’ Fraktion sowie Grüne und BBV dem Antrag.

Walter Schwarz (SPD): Der Finanzreferent will Geld für eine Eishalle.

Dagegen stimmten Klaus Wollenberg (FDP), Franz Neuhierl (FW) und sämtliche Mitglieder der CSU. Andreas Lohde bezeichnete die Forderung als Schaufensterantrag. Auch Sportreferent und amtierender Bürgermeister Erich Raff, der als Zuschauer gekommen war, sieht das so. „Ich verstehe nicht, warum man 500 000 Euro einstellen soll, wenn es kein Konzept gibt“, sagt er auf Nachfrage. Er findet, das geplante Sportzentrum III solle Priorität haben. „Wir tun viel für den Sport, das passiert nur im Hintergrund.“ In diesem Jahr soll mit dem Bau der Fußballfelder im Brucker Westen begonnen werden. Auch mit dem Eislaufverein (EVF) stehe man in engem Kontakt, so Raff. Der Verein hat nun alle Fraktionen zu einem Treffen eingeladen, das noch diesen Monat stattfinden soll.

Mit seinem Antrag kam Schwarz dem allerdings zuvor. Mit dem EVF war das nicht abgesprochen. Auf Nachfrage sagt Präsidentin Gabi Pannek, dass der Vorstoß „schön“ sei. Ende des Monats will sie den Fraktionen die Vorstellungen des Vereins zu dem Thema erläutern.

Erich Raff (CSU): Der Sportreferent hält das für einen Schaufensterantrag.

Dieses Treffen hätte die CSU laut Lohde abgewartet. „Niemand will das Eis schmelzen, aber erst kommen die Gespräche.“ Er halte den Antrag für einen verspäteten Faschingsscherz und verwies darauf, dass die Stadt finanziell nicht gut aufgestellt ist. „Es ist ein falsches Zeichen, wenn wir sparen müssen und der Finanzreferent in persona erhöht die Ausgaben.“

Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne) konterte: „Es handelt sich um einen politischen Antrag.“ BBV-Rat Klaus Quinten meinte: „Das Thema war seltsamerweise immer tabu. Schon 2000 hieß es, dass die Anlagen marode sind. Wir müssen was tun.“ Schwarz selbst wirft der CSU vor, lediglich Lippenbekenntnisse von sich zu geben. „Beim Gespräch mit dem Stadtjugendrat hat sich Herr Lohde ja auch für eine Eissporthalle ausgesprochen.“

von Verena Usleber

Vorläufiges Ja zum Haushalt

Fast hätten die Mitglieder des Finanzausschusses es nicht mehr geglaubt, aber es ist schließlich doch passiert: Mit elf zu vier Stimmen haben die Vertreter der Fraktionen den Haushalt für 2016 abgesegnet. Auch wenn sich die meisten vorbehielten: „Es kann sein, dass sich unsere Entscheidung bis zur Stadtratssitzung nächste Woche noch ändert.“ Sogar eine Sondersitzung war nötig, weil die Stadträte ausführlich über die Investitionen diskutiert hatten. Insgesamt muss die Stadt nach kleineren Streichungen und Verschiebungen von Investitionen eine Neuverschuldung von 6,4 Millionen Euro aufnehmen. Die größten Ausgaben sind: Bau von Übergangswohnungen für Obdachlose (eine Million), Bau von Sozialwohnungen (2,8 Millionen) und die Umrüstung der Kläranlage (eine Million Euro).

Rubriklistenbild: © dpa

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