Die Kinder sind ihr am wichtigsten: Rita Malterer-Forster wird heute verabschiedet. Foto: tb

Rita Malterer-Forster geht in Ruhestand 

Eugen-Papst-Schule verabschiedet Rektorin

Am Donnerstag Vormittag stehen in ihrer Schule die Zeichen auf Abschied – Schüler und Kollegen haben ein buntes Programm auf die Beine gestellt: Die langjährige Rektorin Rita Malterer-Forster geht in den Ruhestand. Seit August 2002 leitete sie die Eugen-Papst-Schule in Germering.

Germering– Als Kind waschechter Oberpfälzer erblickte Rita Malterer-Forster 1953 das Licht der Welt. Sie wuchs in Oberviechtach auf und besuchte das St. Mariengymnasium der Englischen Fräulein in Regensburg. „Schon in der Grundschulzeit wusste ich, dass ich Lehrerin werden will“, erzählt die 63-Jährige. Während des Studiums erfuhr sie, dass es ein Aufbaustudium für das Lehramt an Sonderschulen gibt. „Ich hatte keinen persönlichen Bezug dazu, ich wollte einfach etwas anderes machen.“

Damals in den 1950er- und 1960er-Jahren habe man nicht viel Aufhebens um die Ausbildung von Mädchen gemacht, die landläufige Meinung lautete: „Die heiraten ja eh.“ So kam es, dass Rita Malterer-Forster 1963 als einzige Schülerin einer vierten Klasse aufs Gymnasium wechselte. „Meine damalige Grundschullehrerin, Schwester Gerhardine, war der Meinung, dass ich studieren müsse. Und meine Eltern unterstützten diesen großen Wunsch von mir.“ Dazu musste sie ein Internat besuchen, denn in ihrem Heimatort gab es kein Gymnasium.

1969 lernte sie ihren künftigen Mann kennen. „Wir heirateten 1977, und vier Jahre später kam unser Sohn Florian zur Welt“, sagt Rita Malterer-Forster. Bevor sie ihre Stelle als Schulleiterin an der Eugen-Papst-Schule antrat, war sie an der damaligen Schule für Lernbehinderte in Unterpfaffenhofen und an der Brucker Pestalozzi-Schule. Sie war auch stellvertretende Direktorin an der Bayerischen Landesschule für Körperbehinderte in München und im Kultusministerium tätig. Rückblickend sagt sie: „Ich habe mich auch privat gerne mit fachlichen Themen beschäftigt und Fortbildungen belegt.“

Wenn sie keine Fachliteratur schmökerte, durfte es auch mal ein Krimi sein. Daneben interessiert sich die scheidende Schulleiterin für Kunst und beschäftigt sich unter anderem mit bayerischer Geschichte.

„Es lag mir immer am Herzen, dass die Eugen-Papst-Schule als Angebotsschule wahrgenommen wird, nicht als Schule, in die die Kinder ‚eingewiesen‘ werden.“ Die Eltern sollten entscheiden können, ob ihr Kind mit besonderem Förderbedarf eine Grund- oder Förderschule besuchen soll. „Die Eugen-Papst-Schule muss durchlässig sein, die Rückführung an die Regelschule ist unser Ziel.“ Für die Zukunft hofft sie, dass das Haus zur Ganztagesschule ausgebaut wird.

Die Kinder, die es nicht so leicht wie andere haben, sollten laut Rita Malterer-Forster ihre Handicaps überwinden lernen, Selbstvertrauen erwerben und später im Erwachsenenleben bestehen.

Bis zu den Sommerferien leiten die Konrektoren Fritz Reichel und Claudia Schleske die Schule. Im September kommt dann die neue Chefin: Gabriele Pfob, bisher Konrektorin in der Starnberger Fünfseen-Schule.(akk)

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