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Das Bild zeigt die Kreuzung Südendstraße/Untere Bahnhofstraße. Die Höchstgeschwindigkeit ist an dieser Stelle sowie auf der ganzen Strecke auf 30 Stundenkilometer beschränkt.

Bauausschuss 

Fahrradstraße auf dem Prüfstand

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Radfahrer in Germering könnten bald mehr Rechte im Straßenverkehr bekommen. Ein Gutachter soll prüfen, ob sich eine West-Ost-Route mitten durch die Stadt als Fahrradstraße eignet. Im Bauausschuss gibt es Befürworter und Kritiker.

Germering – Autos kriechen die Untere Bahnhofstraße in Richtung Kleiner Stachus entlang. Es staut sich zur Mittagszeit in der Stadt. Drei Schüler, die mit ihren Fahrrädern aus der Südendstraße kommen, müssen warten, bis sich eine Lücke auftut. Dann zwängen sie sich durch die Autos über die Kreuzung.

Radfahrer in Germering bekommen wohl bald mehr Rechte im Straßenverkehr. Eine zweite Fahrradstraße – neben dem Burgweg zum Germeringer See – könnte demnächst mitten durch die Stadt verlaufen. Ein Verkehrsinstitut soll prüfen, ob sich die West-Ost-Route Wiesen-, Frühling-, Südend-, Eisenbahn- und Stegmairstraße als Fahrradstraße eignet. Das hat der Bauausschuss mehrheitlich beschlossen. Außerdem soll ein Gutachter die Radwegeverbindungen entlang der Landsberger Straße untersuchen. Mitglieder des Runden Tischs Radverkehr, der seit eineinhalb Jahren tagt, sehen dort viele Probleme.

Fahrradstraßen sollen das Rad attraktiver machen und den Fahrern Vorteile gegenüber dem Autoverkehr verschaffen. Fahrradfahrer dürfen zum Beispiel nebeneinander oder mitten auf der Straße radeln. Die Höchstgeschwindigkeit auf solchen speziellen Wegen ist auf 30 Stundenkilometer begrenzt. In diesem Punkt würde sich in Germering nichts ändern. Denn die Route, die südlich der Bahngleise verläuft, ist eine durchgängige Tempo-30-Zone. Gleichwohl müssten etliche neue Schilder angebracht werden, die die Fahrradstraße als solche ausweisen. Vor diesem Hintergrund ist das Vorhaben bei Mitgliedern des Bauausschuss umstritten. Die Frage ist: Was bringt eine Fahrradstraße letztlich?

Die mögliche Fahrradstraße (rote Linie) südlich der Bahngleise schlängelt sich von Westen nach Osten durch Germering.

Ein großer Befürworter ist Wolfgang Andre (CSU). Er will mit der zweiten Fahrradstraße der Stadt ein „Zeichen“ setzen, sagt er: „Germering will etwas für Radfahrer tun.“ Ganz anders sieht das Verkehrsreferent Franz Hermansdorfer (FWG/UBG). Er stimmte als einziger gegen den Beschluss, einen Gutachter zu beauftragen. Die Strecke sei eh schon auf 30 Stundenkilometer beschränkt, sagt er. „Es ist eine Straße, die funktioniert.“ Man müsse der Stadt München nicht alles nachmachen. Diese bezeichnet sich selbst als Radlhauptstadt. München ist mit knapp 60 die Stadt mit den meisten Fahrradstraßen in Deutschland.

Bei der Stadt Germering kümmert man sich seit einiger Zeit intensiv um den Radverkehr. Vertreter aus verschiedenen Parteien, der Verwaltung, Polizei oder dem ADFC tagen regelmäßig an einem Runden Tisch. In mehreren Sitzungen hat man sich mit den Radwegeverbindungen entlang der Landsberger Straße befasst. Die Strecke nördlich der Bahngleise hat einerseits eine Bedeutung für den innerörtlichen Radverkehr. Andererseits radeln dort viele Menschen aus ganz Bayern.

Schließlich verläuft durch Germering der überregionale Ammersee-Radweg. „Wir versuchen, über Germering hinaus zu denken“, sagt der Fahrradbeauftragte der Stadt Thomas Wieser. Er moderiert den Runden Tisch. Dessen Mitglieder sehen viele innerstädtische Problempunkte, darunter die Kreuzung zur Unteren Bahnhofstraße oder der Kreisverkehr an der Salzstraße, wo Radfahrer keine Vorfahrt haben. Ein Gutachter soll diese Stellen untersuchen.

Genauso wie die Möglichkeit, an der West-Ost-Route südlich der Bahngleise eine Fahrradstraße auszuweisen. Das Ergebnis soll im Bauausschuss präsentiert werden. Dass das Thema die Politiker spaltet, kann man zum Beispiel bei Hadi Roidl (Grüne) beobachten. Als Grüner sei er natürlich immer für eine Fahrradstraße, sagte er in der jüngsten Sitzung des Gremiums, „aber nicht aus Prestigegründen“.

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