In Emmering

Farbige Debatte um ein buntes Rathaus

Emmering - Sie wollen nicht blauäugig sein, weshalb sich Emmerings Gemeinderäte wegen der Farbgestaltung am neuen Rathaus zeitweise untereinander nicht ganz grün sind. Deshalb wird die lebhaft-bunte Debatte demnächst fortgesetzt.

Der Gemeinderat hat wieder mal Prioritäten gesetzt. Viel ausführlicher als über den zuvor beratenen 19-Millionen-Euro-Haushalt diskutierte das Gremium zuletzt über einen 18 000-Euro-Auftrag für die Neugestaltung der Rathaus-Fassade. Grün oder blau, Wappen oder nicht, nur Kennzeichnung oder auch Kunst am Bau – zahlreiche Gemeinderäte taten zu diesen Fragen ihre Meinung kund.

Vier Künstler aus der Gemeinde und Bruck waren zu Vorschlägen eingeladen worden. Die Jury aus Gemeinderatsmitgliedern, Kunstschaffenden und einer Vertreterin der Zuschuss gebenden Regierung von Oberbayern votierte mehrheitlich für den Entwurf eines örtlichen Malers und Bildhauers. Der hatte den schlichten Schriftzug „Rathaus“ in blau beleuchtetem, mehrschichtigem Plexiglas vorgeschlagen, darüber das Wappen als plastisch-farbige Metallkonstruktion.

Aber auch der zweite Preis fand Gefallen: Die Eingangstür, mit Glasteilen farbig gestaltet, dazu Ausschnitte aus dem Ortsplan und auf beiden Seiten die senkrecht angebrachte Inschrift „Rathaus Emmering“. Die Verwaltung, so die Idee der Jury, sollte nun klären, ob beide Entwürfe gleichzeitig zu verwirklichen seien. Ergebnis: Die beiden Künstler stimmten zu. Allerdings wechselte der Sieger jetzt zur Farbe Grün.

Solche künstlerische Freiheit ging allerdings einigen zu weit. Nur der Sieger sei der Anforderung, nämlich der klaren Kennzeichnung, um was für ein Gebäude es sich auf der Amperinsel handele, gerecht geworden, meinte CSU-Sprecher Edmund Oswald. Die anderen Entwürfe hätten eher künstlerische Intention. Auch seine Fraktionskollegen störten sich an der neuen Absprache. Die Farbe Grün erinnere zu sehr an die Freien Wähler, fand Stefan Floerecke (CSU). Die Glastür mit ihrer „Hippie-Flower-Power“-Gestaltung sei „nicht mehr zeitgemäß“, urteilte Konrad Füssl.

Zuspruch für die Kombination aus zwei Ideen kam von den Freien Wählern. Die bunte Glastür mache ein nüchternes Gebäude etwas freundlicher, fand Beatrix Obst. Die Künstlerin mit dem zweiten Preis habe sich „was gedacht“ bei ihrem Entwurf, meinte Otmar Altbauer: „Das andere ist halt ein Schriftzug.“

Trotz der Vorbehalte sollen klare Orientierungsschrift („Rathaus“) und eine eher verspielte Präsentation am Eingang gemeinsam das Haus schmücken. Über die Farbänderung von Blau zu Grün muss noch mal geredet werden.

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