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Faschings-TÜV bemängelt TÜV-Motto-Wagen

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Gernlinden - Die Gernlindner waren die ersten, deren Faschingszug nur mit TÜV-geprüften Wagen starten durfte. Doch die Burschen machten aus der Pflicht eine Gaudi.

20 Gefährte kontrolliert Hans-Werner Wormer am Samstag. Viele sind da noch gar nicht ganz fertig. Während der TÜV-Ingenieur zugange ist, wird fleißig weitergewerkelt. Die Wagenbauer haben sich auf die Prüfung eingestellt. Das wesentliche Problem sei die kurzfristige Ankündigung gewesen, meint Karlheinz Wenhart vom Faschingskomitee des Kartells der Ortsvereine, das den Zug organisiert.

„Wir haben es ja erst Anfang des Jahres erfahren.“ Am 22. Januar war die Infoveranstaltung für die Aktiven. Da hatte der Burschenverein aber schon angefangen. „Der Grundaufbau war fertig und musste geändert werden“, erzählt der Vorsitzende Korbinian Stenzel. Das Thema des Faschingswagens hat der Verein an die technische Überprüfung angepasst: „Wir sind der Faschings-TÜV“, sagt Stenzel.

Ob der Prüfer deshalb beim Burschenwagen ganz genau hinschaut? Jedenfalls entgeht Wormers kritischem Blick nicht, dass die Treppe kein Geländer hat. Das muss nachgerüstet werden. Für Korbinian Stenzel und seine Truppe kein Problem. „Gemalt und gearbeitet wird sowieso noch bis Mitternacht.“

Nachbessern müssen auch die Zugorganisatoren. Bei ihrem Komiteewagen überprüft der Kontrolleur zuerst, ob die Personen auf dem Wagen gut stehen können. Ja, die Brüstung ist hoch genug. Aber können die Mitfahrer auch sicher einsteigen? Wieder ist’s die sogenannte Anliegeleiter, bei deren Anblick Wormer die Stirn runzelt. Diesmal ist sie ein paar Zentimeter zu kurz. „Wir sind eigentlich davon ausgegangen, dass der Wagen okay ist“, meint Michael Wenhart. Doch auch diese Treppe wird schnell so umgeändert, dass der Sicherheit Genüge getan ist.

Letzteres garantiert der Verantwortliche mit seiner Unterschrift auf dem Gutachten, in dem der Mangel verzeichnet ist. Das Papier ist wichtig. Sind die Mängel behoben und es passiert doch etwas, haben die Zugbauer die Bescheinigung, nicht grob fahrlässig gehandelt zu haben. Geprüft wird auch, ob die Faschingswagen für die Anfahrt zu den Umzügen über öffentliche Straßen tauglich sind. „Das Minimum muss eingehalten werden“, so Wormer. Dabei wird zum Beispiel darauf geachtet, dass die Wagen nicht zu breit sind und dass die Verkleidung nicht die Beleuchtung verdeckt.

Die Moosburschen sind mit ihrem Wagen schon fertig, als sie an der Reihe sind. Um das Gutachten machen sie sich keine Sorgen. Die Standardvorschriften wären bereits in den letzten Jahren gut eingehalten worden, meint Michael Heigl. „Auf die Eigensicherheit wurde ja schon immer geachtet“, ergänzt Christian Kameter vom Faschingskomitee. Prüfer Wormer findet trotzdem auch hier was: den eingebauten Heizlüfter. Der muss raus. „Geräte mit viel Stromverbrauch sind problematisch.“

Die Wagenbauer des Gernlindner Kellerclubs brauchen keinen Heizlüfter, obwohl es in der Halle alles andere als warm ist. Sie stecken mitten in ihrer schweißtreibenden Arbeit. Ihr Spaceshuttle ist definitiv noch nicht startbereit. So gehen Fertigstellung und Änderung in einem Aufwasch. Das Raumschiff bekommt größere Fenster. Auch in der futuristischen Konstruktion steckt ein Traktor. Und der Fahrer soll schließlich sehen, wohin er fährt.

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