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Ein bunter Clown: Dieser kleine Narr schaute begeistert dem Zug zu.

Faschingszug in Olching

Ein Anwalt im Kreuzfeuer der Narren  

Olching - Die Engpässe bei der Kinderbetreuung und das Verhalten von Stadtrat und Rechtsanwalt Ewald Zachmann: Beim diesjährigen Faschingszug bekamen die Olchinger Politiker einiges vor den Latz geknallt. Rund 25 000 Zuschauer verfolgten das Spektakel mit 28 Wagen und 14 Fußgruppen.

Olching – Im Fußball nennt man es ein Double. Doch die „Lady Gracha“ stellten sogar die an sich rekordverdächtigen Kicker des FC Bayern in den Schatten. Die Damen, die sich monatelang auf den Fasching vorbereiteten, schafften ihre beiden lockeren Titelgewinne in Gernlinden und Olching innerhalb von nur zwei Tagen. Selbst Robert Meier, zweiter Bürgermeister und Mitglied der Jury, gestand: „An den Ladys kommt man einfach nicht vorbei.“ Da stimme jedes Detail, selbst die kleinste Feder, zollte Meier den siegreichen Gernlindener Damen Anerkennung.

Die erhielt auch Gernlindens Feuerwehr, die am Sonntag beim eigenen Ortsteilfasching noch mit Platz zwei hatte vorlieb nehmen müssen. Diesmal gab‘s für das Motto „Strafzinsen“ , das sich mit den in den Keller gerutschten Bankzinsen beschäftigte, das erste Preisgeld bei den auswärtigen Wagen.

Gewissermaßen einen Zuckerpass, den man nur noch ins Tor zu schieben braucht, hatte der frühere Olchinger Bürgermeister und aktueller Stadtrat Ewald Zachmann (FW) den Narren geliefert. Sein Vorgehen gegen die Schwaigfeldhalle, das Kindergartenblechdach und die Umgehungsstraße wurden fantasievoll kritisiert. Am besten gelang dies dem Motor-Sportclub (MSC). Dabei kamen Motto und Gestaltung seines Aufbaus – eine Zachmann-Figur – gleichermaßen gut an. „Da Zachmann bin i, schaut’s mi o. I brems, was i nur bremsn ko“, war in pinken Buchstaben auf den Wagen gepinselt. Weil auch der Aufbau passte, erhielt der MSC 140 von 150 Punkten.

Dass ausgerechnet in der Stadt, in der der Bürgermeister noch zu den frisch gebackenenen Vätern gerechnet werden kann, die Kinderbetreuung mit Engpäßen zu kämpfen hat, thematisierten die Wagenbauer ebenfalls. So hatten die Motorsportfreunde Olching (MSC) sogar Wunschzettel ans Publikum verteilt, auf denen mit reichlich Spott um neues Erziehungspersonal geworben wurde. „Wir bieten Ihnen ausgezeichnete Sozialleistungen mit Resteessen in der Gruppe und Arbeiten unter hohem Lärmpegel.“ Damit landeten sie auf Platz vier.

Platz drei bei den Wagen holten die Faschingsfreunde Spechtrans vom TSV Geiselbullach, die den Erzieherinnennotstand kritisierten.

Zur guten Stimmung unter den Zuschauern trug auch die Musik bei. Denn von den Wagen schallten nicht nur Elektrobeats, sondern auch Faschingslieder und Schlager. „Das hat so schon gepasst“, resümierte Hans Krämer. Der Vorsitzende vom Komitee Faschingszug war vor allem damit beschäftigt, die Süßigkeiten zielgenau vor allem unter die jüngsten Zuschauer zu bringen. Dabei hatte Krämer eine talentierte Assistentin: Martina Drechsler, stellvertretende Landrätin. „Sie hat das sehr konzentriert gemacht“, lobte auch Stadtratskollege Robert Meier.

Lob für Zugteilnehmer und Zuschauer gab es ebenfalls von Josef Gigl. Als Kommandant der Olchinger Feuerwehr ist er mit für die Sicherheit beim Faschingszug zuständig. Unmittelbar nach Ende der Parade konnte er feststellen: „Keine besonderen Vorkommnisse.“ Bewährt hat sich seiner Meinung nach auch, dass der Komiteewagen erstmals an der Spitze des Zuges fuhr und so das Tempo des Faschingszuges bestimmen konnte.

Gigls Eindruck bestätigte auch die Olchinger Polizei weitgehend. Lediglich eine körperliche Auseinandersetzung zwischen drei jungen Männern musste geschlichtet werden. Ein 17-jähriger Olchinger erlitt dabei leichte Schmerzen an der Hand. In einem Fall mussten die Beamten, die von Kollegen aus Fürstenfeldbruck und Dachau unterstützt worden waren, einen erheblich angetrunkenen Mann von einem Wagen herunterholen. (hk)

Bilder vom Faschingsumzug

Bilder vom Faschingsumzug in Olching

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