Kein Witz: Berliner Flughafen BER soll im Oktober 2020 in Betrieb gehen

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In Fürstenfeldbruck

Feuerwehr nicht überall schnell genug

Fürstenfeldbruck – Wie viele Helfer, wie viele Fahrzeuge und Feuerwehrhäuser braucht Bruck, um sicher zu sein? Diesen Fragen ist die Stadt auf den Grund gegangen. Und hat dabei ungeahnte Probleme zutage gefördert.

Mit denen hatte weder Kommandant Michael Ott noch Feuerwehr-Referent Andreas Lohde (CSU) gerechnet: Die Brucker Feuerwehr erreicht nur in 32 Prozent der Alarmierungen ihr Ziel innerhalb der gesetzlich geforderten Frist von zehn Minuten.

Länger brauchen die Helfer etwa in die Klinik-Gegend und die Buchenau. Puch und Lindach können von der Pucher Feuerwehr innerhalb der Hilfsfrist bedient werden. Beruhigend außerdem: In zwölf Minuten sind die Einsätzkräfte in mehr als 70 Prozent der Fälle vor Ort.

Definitiv nicht innerhalb der Hilfsfrist erreichbar ist und bleibt aber der Fliegerhorst. Weil die dortige Feuerwehr bereits abgezogen ist, müsste sich die Stadt nun um das Areal kümmern. Deshalb hatte man den sogenannten Feuerwehr-Bedarfsplan überhaupt erst von einem Büro und den Kommandanten aufstellen lassen. In diesem Zuge machten die Spezialisten Anfahrtsproben und werteten die Zeiten realer Einsätze aus.

Das Ergebnis: Bruck braucht eine zweite Feuerwache im Osten der Stadt, etwa in der Nähe der Von-Grafenreuth-Straße/Ecke B 471. „Die Einrichtung einer zweiten Wache ist für uns das Schlimmste, was passieren konnte“, sagte Kommandant Michael Ott im zuständigen Ausschuss. Dann müsste die Mannschaft aufgeteilt werden. Die 110 Aktiven (unter ihnen sind 21 Jugendliche) müssten verteilt werden. Ott: „Zwar machen wir auch heuer wieder eine Anwerbe-Kampagne, aber es bleibt eine Herausforderung.“ An Berufs-Feuerwehrmänner ist in Bruck nicht zu denken – das könnte sich die Stadt nicht leisten.

Zumindest aber um die Anfahrtszeiten zu verkürzen, haben Ott, Stadt und ein Planungsbüro schon unterschiedliche Maßnahmen ausgetüftelt. So hoffen die Verantwortlichen darauf, dass benachbarte Feuerwehren wie etwa die aus Emmering die sogenannte Gefahrenabwehr in angrenzenden Bereichen übernehmen. Damit könnte auch die Hilfsfrist in einigen Arealen eingehalten werden.

Außerdem sollen die „Ausrückezeiten“ (die Minuten, bis die Helfer tatsächlich losfahren) verbessert werden, indem man einige von ihnen in Dienstwohnungen nahe den Wachen unterbringt. Die Stadt denkt dabei auch an die Bauhof-Mitarbeiter, die bei den Floriansjüngern tätig sind. Außerdem soll die Alarm- und Ausrückordnung sinnvoll angepasst werden und die Feuerwehr soll künftig bei der Planung etwa von Straßen und Neubauten miteinbezogen werden.

Finanziell bedeuten vor allem der Neubau einer zweiten Wache und die Beschaffung von Fahrzeugen eine große Herausforderung für die Stadt. Momentan sind im Haushalt laut Kämmerin Susanne Moroff für die kommenden Jahre 130 000 Euro für ein Fahrzeug und insgesamt 650 000 Euro für das neue Feuerwehrhaus eingerechnet. „Wir haben in der Größenordnung des Pucher Hauses kalkuliert, das wird aber zu wenig sein“, so Moroff.

Heißt: Die Stadt muss andere Ausgaben streichen und mehr Geld für die neue Feuerwache einstellen. Die Verantwortlichen hoffen, dass die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) sich an den Kosten beteiligt. Immerhin gehören ihr (beziehungsweise dem Bund) die Flächen und Gebäude auf dem Fliegerhorst-Areal.

Finanzreferent Walter Schwarz (SPD) bemängelte im Ausschuss, dass es immer noch keine klaren Ansagen von Seiten des Bundes gebe, wie es mit dem Areal weitergeht. Auch deshalb plädierte Rechtsamtsleiter Kieser dafür, den Plan als Arbeitsgrundlage auf den Weg zu bringen. Das tat der Ausschuss dann auch. Die Verwaltung soll nun die Maßnahmen umsetzen. Bald wird das Papier auch dem Stadtrat vorgelegt. verena usleber

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