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„Ich wollte das, was ich hier in Gernlinden bei der Feuerwehr gelernt habe, weitergeben“, sagt Belo Foufou Issifou. Weitergegeben von Gernlinden nach Togo werden aber auch Sachspenden.

Feuerwehrmann verbindet Gernlinden und Togo

Gernlinden – Die Feuerwehr Gernlinden rettet Menschenleben. Und das nicht nur im eigenen Ortsgebiet, sondern auch in Togo: Einer der Gernlindner Ehrenamtlichen, der gebürtige Togolese Belo Foufou Issifou, setzt sich dafür ein, dass Sachspenden in das westafrikanische Land gelangen.

Seit 23 Jahren lebt Belo Foufou Issifou in Deutschland. Dass er sich so schnell integriert habe, liege auch an seinem Engagement bei der Gernlindner Feuerwehr, erklärt er. Seiner alten Heimat ist er aber dennoch bis heute verbunden. Zweimal im Jahr reist er nach Togo – nicht nur, um seine Familie zu besuchen, sondern auch, um die dortigen Feuerwehren zu unterstützen. Dabei helfen ihm Erfahrungswerte aus Ausbildungen und Einsätzen sowie ausgedientes Rettungsmaterial.

Zum ersten Mal trat Issifou mit der Feuerwehr in Lomé 2012 in Kontakt. Schnell wurde klar: die togolesischen Feuerwehren sind nicht nur in der Hauptstadt, sondern im ganzen Land völlig unterversorgt. Zusammen mit der Gemeinde Maisach und der Togohilfe rief er ein Projekt ins Leben. Es soll die dortigen Feuerwehren beispielsweise mit neuem Equipment unterstützen. Gurte, Helme, Stiefel und Handschuhe, praktisch komplette Schutzanzüge sind seitdem nach Togo verschifft worden. Selbst ein Mannschaftstransportwagen, der in Gernlinden durch einen neuen ersetzt wurde, gelangte auf dem Seeweg in das westafrikanische Land.

Unfall in der togolesischen Hauptstadt: Belo Foufou Issifou ist im Einsatz für die Feuerwehr Lomé.

Sämtliche Spenden werden vor Weitergabe in der Gernlindner Feuerwehr genau geprüft. Um sicherzustellen, dass die Hilfsgüter vor Ort auch sinnvoll genutzt werden, reist Issifou zwei Mal im Jahr selbst nach Togo. Zugleich lehrt er den afrikanischen Kameraden Basiswissen. Dieses hat er sich während seines achtjährigen Engagements bei der Feuerwehr angeeignet. Er erklärt, wie man die Geräte einsetzt, hält Übungen ab, absolviert Tag- und Nachtschichten. „Ich wollte das, was ich hier in Gernlinden bei der Feuerwehr gelernt habe, nicht für mich behalten, sondern weitergeben“, sagt der 53-Jährige.

Ein weiteres Problem in Togo: Die beiden einzigen Feuerwehren im Land sind Berufsfeuerwehren und noch vom Militär geprägt. Ziel der Regierung ist es, in allen größeren Ortschaften Togos Feuerwachen ins Leben zu rufen. Nach Wunsch Issifous auch gerne auf freiwilliger Basis. Jeder, der sich einbringen möchte, soll die Gelegenheit dazu bekommen – unabhängig davon, ob derjenige in der Armee ist oder nicht.

Sein Engagement wird in Togo sehr geschätzt: „Wenn manche eine Übung verpasst haben, wollen sie unbedingt, dass ich diese wiederhole“, erzählt der 53-Jährige. Das macht er dann auch gerne.

Aufgrund seiner Leistungen wurde Issifou nicht nur von seinen Kameraden zum Truppführer auserkoren. In der Firma, in der er arbeitet, ist er auch Brandschutzbeauftragter. Issifou ist als Lagerlogistiker in einem hiesigen Großunternehmen tätig.

Seine Rückkehr in die alte Heimat ruft stets ein großes Hallo hervor: „Die Kameraden dort fragen mich immer, wann ich denn wieder komme“, erklärt er. Die Feuerwehrleute seien immer erfreut, wenn jemand aus einem Industrieland bei ihnen mitarbeiten wolle, erzählt der 53-Jährige. Bereits im Dezember wird er sich wieder auf die Reise machen. Und für Mitte nächsten Jahres sucht er noch Feuerwehrleute, die ihn begleiten möchten. „In Togo bin ich sehr gefragt“, sagt er lachend, wohlwissend, dass seine Hilfe dort viel bewegt.

Matthias Kast

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