Fiese Abzocke via Internet

Fürstenfeldbruck - Sie heißen Gewinnfuchs, Millionenzentrale, Glückslobby oder Megachance. Allen gemein ist, dass sie versuchen, Internetnutzer abzuzocken.

Toni P. (Name geändert) traut seinen Augen kaum, als er an einem kalten Morgen im Dezember 2008 seine E-Mails öffnet. 950,94 Euro soll er zahlen, weil er bei einem Internetverkauf nicht auf das Rücktrittsrecht des Käufers hingewiesen haben soll. „Dabei habe ich in meinem ganzen Leben noch nie etwas im Internet verkauft“, sagt P. Doch das ist erst der Anfang.

Es folgen weitere Schreiben, in denen er aufgefordert wird, für angeblich heruntergeladene Programme zu zahlen. Da die Betrüger immer aggressiver werden, mit Inkasso-Firmen und Anwälten drohen, macht P. den Fehler und zahlt die geforderten 96 Euro. Dabei sind die Internet-Abzocker an Zynismus kaum zu überbieten. In einem weiteren Schreiben Monate später fordern sie ihn auf, für die Verlängerung seines Abos zu zahlen. Schließlich sei er ja so zufrieden damit gewesen.

Und die Betrüger legen noch eine Schippe drauf. Wenig später meldet sich eine Frau mit netter Stimme am Telefon. Sie bietet im Auftrag einer „Sperrliste“ an, P. vor künftigen Betrügereien zu schützen. Natürlich gegen Honorar. Da platzt dem pensionierten Fernmeldetechniker der Kragen. „Ich glaube, Sie spinnen wohl“, lässt er die Telefonistin wissen und legt auf.

Bei der Brucker Kriminalpolizei gehen pro Woche mehrere Anzeigen ein, erklärt ein Sprecher. Die Beamten kennen die Masche. Aggressive Schreiben, Mahnungen, Einschüchterungsversuche

„Und wenn nur ein kleiner Teil der Leute bezahlt, haben sie schon ihr Geschäft gemacht.“ Dabei sind den Behörden vielfach die Hände gebunden. Denn oft stehen die Server, von denen E-Mails mit Zahlungsaufforderungen verschickt werden, im Ausland. Internetkriminalität kennt eben keine Grenzen.

Schützen kann man sich gegen die Abzocke oft schon mit einfachen Mitteln. Sparkassen-Sprecher Dirk Hoogen rät beispielsweise, regelmäßig seine Kontoauszüge zu kontrollieren. (tb)

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