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Türkenfeld muss ganz schön tief ins Gemeindesäckel greifen. Bei den Etat-Beratungen taten sich tiefe Löcher auf – am teuersten wird das Kommunalunternehmen zur Breitbandversorgung.

Gemeinde muss 60.000 Euro zuschießen

Finanzloch bei Kommunalunternehmen

Türkenfeld - Die Gemeinde muss ganz schön tief ins Gemeindesäckel greifen. Bei den Etat-Beratungen taten sich tiefe Löcher auf.

Die Gemeinde muss offenbar ihrem Kommunalunternehmen unter die Arme greifen, und zwar mit 60.000 Euro jährlich. Der Errichtungs- und Versorgungsbetrieb Türkenfeld (EVBT) kann aus eigener Kraft seine Schulden nicht in der erforderlichen Höhe tilgen. Dies wurde in der Haushaltsberatung des Gemeinderats deutlich – und sorgte naturgemäß nicht für Begeisterung.

130.000 Euro muss der EVBT, der das örtliche Breitbandnetz betreibt, jährlich abstottern. Dann wären die Schulden in 25 Jahren bezahlt. Das Netz wird im gleichen Zeitraum abgeschrieben. Da der EVBT aber nur 70.000 Euro im Jahr zurückzahlen kann, würde sich die Kreditlaufzeit verdoppeln. „Dann haben wir irgendwann ein abgeschriebenes Netz, aber immer noch Schulden“, warnte Sabeeka Gangjee-Well (Dorfgemeinschaft/DG). „Wir kommen in Teufels Küche.“ Sie drängte darauf, dass die Gemeinde jedes Jahr die Tilgung entsprechend aufstockt. Mit einer Gegenstimme folgte der Gemeinderat diesem Vorschlag und plante für heuer die ersten 60.000 Euro im Etat der Kommune ein.

Wie es zu dem Loch im EVBT-Haushalt kommen konnte, blieb offen. Bürgermeister Pius Keller (CSU) nannte Verzögerungen in der Bauphase als Ursache und kündigte an, EVBT-Vorstand Günter Hohenleitner werde in der kommenden Gemeinderatssitzung detailliert Rechenschaft ablegen.

Auch Dorferneuerung kostet Geld

Ums Geld geht es auch bei der Dorferneuerung. Das Thema kam bereits in der Bürgerfragestunde zu Beginn der Gemeinderatssitzung aufs Tapet. Der Gemeinderat diskutierte hitzig. Michael Drexl, Vorstand der Teilnehmergemeinschaft, forderte die Gemeinde auf, heuer und in den kommenden vier Jahren ausreichend Mittel bereitzustellen. Unter anderem soll mit dem Ausbau der Bahnhofstraße begonnen werden, doch die tauchte zunächst weder im Haushalt noch im Investitionsplan auf.

Stattdessen sind 163.000 Euro für die Geltendorfer Straße vorgesehen, die nach den Worten Kellers von der Verkehrsinsel bis zum Wald eine neue Teerdecke erhalten soll. „Das ist notwendig, weil die Straße sonst zerbricht.“ Nach längerer Debatte wurde die Bahnhofstraße dann doch einstimmig in den Haushalt aufgenommen.

Im laufenden Jahr stehen 50.000 Euro für die Planung bereit, bis 2019. Dann sollen es 250.000 Euro pro Jahr sein. Für das Projekt erhält die Gemeinde Türkenfeld aller Voraussicht nach Zuschüsse vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE).

300.000 Euro fürs Rathaus zu viel?

Zusammengestrichen wurden die Finanzpläne fürs Rathaus. Hier waren für Fensterarbeiten, Fassadenanstrich und ein neues IT-System je 100.000 Euro vorgesehen. Zudem stehen Arbeiten im Sanitärbereich an. „300.000 Euro fürs Rathaus sind einfach zu viel“, fand nicht nur Martina Uhlemann (FW).

Nun sollen für 60 000 Euro zunächst nur die Fenster der Westfassade saniert und neue WCs eingebaut werden. Die IT wird für 10.000 Euro ertüchtigt. In der nächsten Sitzung wird voraussichtlich über den Gesamthaushalt abgestimmt.

von Ulrike Osman

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