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Voller Einsatz: Jeden Mittwoch um 9 Uhr treffen sich Mitglieder des Olchinger Frauenbundes, um gemeinsam Gymnastik zu machen. 

Fit um 9: Frauenbund sportelt seit 30 Jahren

Olching - Jeden Mittwoch um 9 Uhr ist der Olchinger Pfarrsaal fest in Frauenhand. Denn dann sportelt dort der örtliche Frauenbund – seit nunmehr 30 Jahren. Dabei geht es aber nicht nur um die körperliche Fitness.

„Schritt nach rechts, Schritt nach links, Arme hoch.“ Angela Hiermer-Hoffmanns Stimme hallt durch den Pfarrsaal. Die Stühle und Tische sind zur Seite geräumt, so dass die rund 25 Frauen auch ausreichend Platz für die Übungen haben. Die jüngste, die bei der Gymnastikstunde mitmacht, ist 55 Jahre, die älteste über 80. Und Lucia Brunner ist noch richtig fit. Ihr genaues Alter will sie aber nicht verraten.

„Wichtig ist nicht das Alter, sondern die Einstellung und die damit verbundene Disziplin“, sagt die Seniorin. Seit Anfang an, also seit drei Jahrzehnten, sportelt sie in der Gruppe „Fit um 9“ beim Frauenbund – mal mehr, mal weniger regelmäßig. Sich gehen zu lassen, sei der größte Fehler, ist Lucia Brunner überzeugt. „Wer rastet, der rostet.“ In einer Gruppe zu trainieren sei immer einfacher als alleine. „Man hat eine ganz andere Motivation“, erzählt die Über-80-Jährige.

Dabei war es für Lucia Brunner nicht immer leicht, den Mittwochs-Termin einzuhalten. Mehrere Unfälle trieben sie zu Zwangspausen. Aber selbst nach einem Knöchelbruch rappelte sie sich wieder auf und machte weiter mit der Gymnastik.

Ursprünglich aus München kommend, zog es sie 1973 nach Olching. Sehr bald war sie auch im Frauenbund aktiv. „Als ich 1986 erfahren habe, dass eine Gymnastikgruppe entsteht, war ich sofort Feuer und Flamme“, erzählt Lucia Brunner und lacht. Die Begeisterung hat die fitte Seniorin bis heute nicht verloren.

„Wenn ich mich in diesem Alter noch so bewegen kann, bin ich zufrieden“, meint Angela Hiermer-Hoffmann anerkennend. Die 68-Jährige hat damals die Gruppe ins Leben gerufen. Gymnastik ist ihre große Leidenschaft – schon seit Teenager-Tagen.

Mit 38 Jahren setzte sie sich dann mit dem Brucker Forum in Verbindung. Über dieses kam die Gruppe in den Pfarrsaal.

Wie Lucia Brunner ist auch Friederike Kellerbauer von Anfang an

dabei. „Ich habe am Schwarzen Brett der Kirche einen Aushang gesehen und sofort gewusst, dass ich das mal ausprobieren muss“, erinnert sie sich. Da war sie Ende 40. Zusammen mit einer Bekannten ging sie zu ihrer ersten Stunde. „Was soll ich sagen? Ich bin noch immer da“, sagt die 77-Jährige und lacht. Sie fühle sich sowohl körperlich als auch geistig nach wie vor fit. „Wahrscheinlich ist das zu einem großen Teil der regelmäßigen Bewegung zuzuschreiben.“

Doch nicht nur die Fitness-Gründe bringen sie dazu, immer wieder jeden Mittwoch auf der Matte zu stehen. „Auch und vor allem unser Zusammenhalt ist Grund genug, immer wieder zum Training zu erscheinen. In sehr schweren Zeiten hat mich die Truppe beispiellos unterstützt“, erzählt Kellerbauer.

Die anderen Frauen haben sie vor allem dann, als ihr Mann überraschend gestorben sei, nicht einfach im Stich gelassen. Stets seien welche da gewesen, mit denen sie reden konnte und die sich Zeit für sie nahmen, sagt die 77-Jährige. Zuletzt hätten einige aus der Gruppe sogar für sie gekocht und ihr so durch die schwere Zeit geholfen. Friederike Kellerbauer: „Wir kennen uns so lange Zeit, ich fühle mich einfach wohl hier.“

Michael Darchinger

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