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Vor Abschiebung: 15 Kosovaren verschwinden spurlos

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© Beispielfoto: dpa

Fürstenfeldbruck - Die Polizei muss immer wieder in der Asyl-Unterkunft am Fliegerhorst anrücken, um Flüchtlinge abzuschieben. Diese Einsätze verlaufen meistens friedlich, wenn nicht gerade andere Asylbewerber versuchen, sich mit den Abzuschiebenden zu solidarisieren.

Mitte dieser Woche sollte die Polizei nach Tagblatt-Informationen zwei kosovarische Familien mit insgesamt 16 Personen abschieben. Allerdings trafen die Beamten in der Unterkunft von den 16 Kosovaren nur einen einzigen an. Die anderen 15 waren unauffindbar. Es ist völlig unklar, wo sie sich aufhalten.

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Das selbe trifft auf einen weiteren Kosovaren zu, der in dieser Woche sein Taschengeld in der Dependance am Fliegerhorst abholen wollte. Die Verantwortlichen in der Unterkunft riefen die Polizei, weil der betreffende Mann eigentlich längst abgeschoben sein sollte. Das war im September aber nicht gelungen, weil der Kosovare, wie auch die 15 Landsleute jetzt, damals schlicht abgetaucht war.

Die Polizei nahm den Mann nun in Gewahrsam. Üblicherweise werden in solchen Fällen die Staatsanwaltschaft sowie die für die Dependance zuständige Regierung von Oberbayern und gegebenenfalls auch das Brucker Landratsamt informiert.

Nach diversen Gesprächen mit den Verantwortlichen und nach einer Vernehmung wurde der Kosovare wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach Tagblatt-Informationen galt die Rechtslage in diesem Fall als vergleichsweise unklar, weil der Mann zum Zeitpunkt seines Abschiebetermins eigentlich in Ingolstadt sein sollte und nicht in Bruck. Mit der Bitte, dorthin zu reisen, wurde der Mann von der Polizei wieder entlassen.  st

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