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Realschule Unterpfaffenhofen

Flüchtlinge: Germerings OB wehrt sich gegen Hallen-Belegung

Germering – OB Andreas Haas wehrt sich gegen die angekündigte Belegung der Realschulturnhalle mit Flüchtlingen. In einem Brief an Landrat Thomas Karmasin bittet er darum, von den Plänen abzulassen.

Die Turnhalle des Max-Born-Gymnasiums (MBG) ist schon vor einigen Wochen vom Landkreis in eine Aslybewerberunterkunft umgewandelt worden. Jetzt soll mit der Realschulhalle, die dem Landkreis gehört, noch eine zweite folgen. Das will OB Andreas Haas nicht so ohne weiteres hinnehmen.

Hintergrund seiner Kritik: Die Stadt hat dem Landkreis schon vor Monaten ein großes Grundstück am Aubinger Weg für die Errichtung von Unterkünften zur Verfügung gestellt. Man habe alle planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, dass dort mit dem Bau begonnen werden könne. Auch die Frage der Altlasten sei geprüft. Außerdem habe der Stadtrat der Regierung von Oberbayern die Erweiterung der bestehenden Unterkunft am Starnberger Weg gestattet. Insgesamt macht die Stadt so die Unterbringung von weiteren rund 200 Flüchtlingen möglich.

Die Fertigstellung der neuen Unterkünfte ist für Mitte des Jahres anberaumt worden, erklärt der OB auf Nachfrage. Weil die Realschulhalle nicht vor März belegt werden soll, hält Haas die Belegung für überflüssig: „Die kurze Zeit bis zur Fertigstellung der anderen Unterkünfte könnte man auch anders überbrücken.“ Denn durch eine Beschlagnahme der Halle am Masurenweg würde sich die Situation für die Sportvereine weiter verschlimmern: „Es gibt jetzt keine Ausweichmöglichkeiten mehr.“ Vor allem die Handballabteilung des SC Unterpfaffenhofen würde das Hallen-Aus extrem spüren.

In seinem Schreiben an Landrat Karmasin fordert Haas auch eine konkrete Antwort auf die Frage, ob die Max-Born-Halle mit Fertigstellung der Unterkunft am Aubinger Weg wieder für den Sportbetrieb von Schule und Vereinen zur Verfügung steht: „Die Betroffenen brauchen endlich eine konkrete Perspektive.“

Fereshte Ershadi-Zimmermann (SPD), Integrationsreferentin des Germeringer Stadtrates, wies auf Nachfrage darauf hin, dass die vorhandenen Kapazitäten in der Stadt noch gar nicht ausgeschöpft seien: Im ehemaligen Altenheim Don Bosco etwa sei der gesamte 6. Stock leer. Und in der Max-Born-Halle seien in der vergangenen Woche nur 25 Flüchtlinge gewesen.

Das Landratsamt tritt dieser Darstellung klar entgegen. Tagesaktuell sei die Kapazität der MBG-Halle mit 108 Plätzen komplett ausgelastet. Natürlich gebe es große Schwankungen bei den Belegungszahlen. Und natürlich seien nicht zu jeder Tageszeit immer alle Flüchtlinge gleichzeitig in der Halle. „Sie sind ja nicht eingesperrt“, sagte der neue Asylkoordinator, Andreas Buchner. Das Schreiben des OB wegen der Realschulhalle werde derzeit von der Kreisbehörde geprüft.  kg/st

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