Flüchtlinge: Moorenweis hofft auf Hilfe der Bürger

Moorenweis - Wie soll sich die Gemeinde Moorenweis auf die Zuweisung von Flüchtlingen vorbereiten, die unter Umständen kurzfristig im Ort ankommen? Der Gemeinderat hofft jedenfalls auf die Hilfe der Bürger.

Dritter Bürgermeister Hubert Leib (CSU) möchte so schnell wie möglich die beiden Gemeindewohnungen in der Möwenstraße hergerichtet sehen. Bürgermeister Joseph Schäffler (CSU) setzt auf die ehemaligen Krautgärten als Containerstandort und hofft auf Wohnraumangebote aus der Bevölkerung.

Mit einem „frommen Appell“ werde man da aber wenig ausrichten, befürchtete Michael Vogt (Bürgervereinigung/BV). Die Zahl von 76 Asylbewerbern, die Moorenweis bis Ende nächsten Jahres mindestens zu erwarten hat, sorge in der Bevölkerung für Unruhe, so Vogt. Nach seinem Eindruck sei niemand bereit, leerstehende Wohnungen zu vermieten, weil negative Reaktionen der Nachbarn befürchtet würden. „Und eine Containersiedlung ist ja eigentlich auch nicht gewünscht. Also, wie soll das funktionieren?“

Man brauche die Unterstützung der Bürger, betonte Hubert Leib. „Die ist aber überhaupt nicht da.“ In den Gemeindewohnungen in der Möwenstraße, die eigentlich als Notunterkunft für Obdachlose fungieren, könne man immerhin zehn bis zwölf Flüchtlinge unterbringen. Seien die erstmal da, würde vielleicht die Akzeptanz der Bürger steigen.

Das Geld für die erforderlichen Sanierungsarbeiten - die Wohnungen haben unter anderem weder Duschen noch Heizung - müsse die Gemeinde eben in die Hand nehmen. „Wie kriegen ja dann auch Miete“, so Leib. Eine Containerlösung ist in seinen Augen „der falsche Weg“.

Ottmar Müller (CSU) wollte kein Geld „in die alten Buden stecken“. Vielleicht komme noch Resonanz aus der Bevölkerung: „Es gibt in Moorenweis massenweise Wohnungen.“ Auch Vize-Bürgermeister Rudi Keckeis (BV) wies auf den desolaten Zustand des gemeindeeigenen Doppelhauses hin. „Da fehlt’s himmelweit.“ Um Container an mehreren Standorten werde man nicht herumkommen.

Schäffler sagte, die Unterbringung von jeweils wenigen Flüchtlingen in Privatwohnungen, verteilt auf alle Ortsteile, wäre zwar für die Integration das Beste, sei aber Wunschdenken. Wie die Gemeinde reagieren könne, wenn der Landkreis kurzfristig eine Übergangsunterkunft für ein oder zwei Wochen brauche, wurde auch angesprochen. Für Müller kommt dann nur die Turnhalle in Frage. Dort gebe es Duschen und Platz für ein Feldbettlager. Ein Beschluss wurde nicht gefasst.

(Ulrike Osman)

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