In Eichenau

Flüchtlinge üben für den Notfall

Eichenau – Feuer im Asylbewerberheim: Dieser Alarm schreckt Hilfskräfte immer wieder maximal auf. Bislang sorgten im Kreis nur technische Defekte oder Fehlalarme für Aufregung. Trotzdem – oder gerade deshalb – informierte die Feuerwehr Eichenau jetzt Flüchtlinge über Rauchmelder und Feuerlöscher.

Es raucht, es stinkt, es brennt: Wenn ein Hobbykoch eine Pfanne voll heißem Fett auf dem Herd vergisst, fängt das Öl schon nach etwa 15 Minuten an zu brennen. Auch Papierkorbbrände können schnell ausufern und den ganzen Raum in ein Flammenmeer verwandeln. Deshalb ist es wichtig, das richtige Verhalten in solchen Fällen zu kennen. Die Asylbewerber in Eichenau sollen das von der Freiwilligen Feuerwehr lernen.

Zwei Mal haben die Eichenauer Asylbewerber schon die Hilfe der Feuerwehr gebraucht. Eine Mikrowelle und ein Heizgerät brannten am Schreberweg. Außerdem waren die Rauchmelder falsch eingestellt, so dass sie immer anschlugen, wenn aus der Dusche zu viel Dampf aufstieg. Doch dieses Problem ist nun behoben, die Geräte sind richtig eingestellt und die Feuerwehr kann sich auf die Anlage verlassen.

In der Einrichtung in der Lindenstraße ist bislang noch nichts passiert, aber die Freiwillige Feuerwehr möchte, dass die Flüchtlinge im Ernstfall wissen, was zu tun ist. Ein Film zeigt den Menschen, wie sie sich im Notfall verhalten sollen. Der Asylhelferkreis hat die Infoveranstaltung zusammen mit den Floriansjüngern organisiert.

Kommandant Christian Weber ist mit seinen Kollegen und dem Löschzug angerückt, um die Theorie mit der Praxis zu verbinden: Nach dem Film gibt es eine Lektion im Feuerlöschen. Denn die meisten kennen keine Feuermelder und haben noch nie einen Löscher in der Hand gehabt. Deshalb zeigen die Experten, wie das Gerät funktioniert. Dann versuchen sich die Flüchtlinge am Papierkorbbrand, den die Feuerwehr simuliert. Der 25-jährige William ist als einer der ersten dran, er packt den roten Löscher, richtet den Schlauch aufs Feuer und erstickt die Flammen in wenigen Sekunden. Lautes Klatschen bei seinen Mitbewohnern, ein paar haben das Spektakel gefilmt. „Es war gar nicht schwer und ich hatte keine Angst, weil das ja nur eine Übung ist“, meint William lächelnd. Aber dass er jetzt weiß, wie so ein Gerät funktioniert, findet er sehr wichtig. „Das ist sehr nützlich.“

Besonders über Fettbrände wollen die Feuerwehrleute aufklären. Denn diese können schnell gefährlich werden: „Wenn jemand Wasser darüberschüttet, explodiert das Fett und es gibt Verbrennungen zweiten Grades an Kopf, Armen und Oberkörper“, erklärt Kommandant Weber. Wenn eine Pfanne brennt, sollen die Flüchtlinge eine Löschdecke daraufwerfen oder den Deckel auf den Topf setzen. Weber insistiert: „Auf gar keinen Fall dürfen Sie mit Wasser löschen!“

Weil ein Bild mehr sagt als tausend Worte, führen die Männer vor, was sonst geschieht: Sie erhitzen Speiseöl in einer Pfanne, bis es in Flammen aufgeht. Dann kommt Wasser dazu. Es gibt eine laute Explosion, die Stichflamme ist Meter hoch – ein Eindruck, der im Gedächtnis bleibt.

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