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Preisträger unter sich: Der Landkreis schüttete 10 000 Euro für ambitionierte Schulprojekte aus. Vize-Landrätin Martina Drechsler (r.) gehörte der Jury an. Foto: Thalmayr

"Allgemein-Wissen für Deutsche"

Flüchtlingsklasse holt Preis mit AfD-Quiz

Fürstenfeldbruck – Die Flüchtlingsklasse der Brucker Berufschule hat beim Prämienprogramm des Landkreises einen der ersten Plätze belegt. Die jungen Asylbewerber hatten ein Quiz erstellt, das sie ironisch und in Anspielung auf die gleichnamige Partei „AfD“ nannten: „Allgemeinwissen für Deutsche“.

„Wir wollen durch unser Quiz aufklären, wollen die Vorurteile zum Beispiel der AfD-Anhänger abbauen und über unsere Heimatländer informieren“, sagte einer der Schüler aus der Flüchtlingsklasse, Mustafa Abdu, bei der Verleihung des mit insgesamt 10 000 Euro dotierten Prämien-Programms. Eine Frage lautete beispielsweise, was der syrische Machthaber Assad studiert habe – die Antwort „Augenmedizin“ konnte im Saal keiner geben. Das nächste Projekt der Flüchtlingsklasse ist ein Allgemeinwissensquiz für Ausländer.

Die jungen Leute kommen aus Syrien, dem Senegal, Somalia oder Afghanistan.

Den ersten Platz (je 1500 Euro) teilten sich die jungen Flüchtlinge mit den Schülern des Brucker Graf-Rasso-Gymnasiums. Hier war ein Tag des Schulsanitätsdiensts organisiert worden. Dazu kamen junge Sanis aus dem ganzen Landkreis ins Rasso, um an Beispielen Behandlungsmethoden zu üben. „Da kann man zeigen, was man drauf hat – auch in Situationen, in denen richtig Blut fließt“, sagte Felix Leistner, einer der Mitorganisatoren, bei der Präsentationen. Insgesamt verteilte der Landkreis 10 000 Euro an 13 ambitionierte Schulprojekte.

Mit der Initiative „Nachhaltige Schule, Schule ohne Rassismus“ belegte das Germeringer Karl-Spitzweg-Gymnasium den zweiten Platz (1200 Euro). Beim dritten Platz (800 Euro) wurde es noch enger als ganz an der Spitze: Mit der Pestalozzi-Schule Fürstenfeldbruck, dem Brucker Viscardi-Gymnasium, der Orlando-di-Lasso-Realschule Maisach, dem Gymnasium Gröbenzell und der Eugen-Papst-Schule in Germering teilen ihn sich fünf Schulen. „Das zeigt, wie schwierig die Bewertung für uns Jury-Mitglieder war“, sagte Vize-Landrätin Martina Drexler. Ebenfalls originell: Auf Platz vier (500 Euro) kam das Gymnasium Olching mit der Rekonstruktion eines Staats mit eigenem Grundgesetz, einer eigenen, neu erfundenen Währung und einer eigenen Gerichtsbarkeit.

Die Themenspanne bei den weiteren ausgezeichneten Projekten war breit gefächert. Sie reichte vom Erdbeben in Nepal über gesellschaftliche Inhalte wie Rassismus und Suchtmittelprävention, bis hin zum Fair-Trade. Außerdem wurde das Thema DDR genauer beleuchtet. Andrea Reuß von der Berufschule verwies in ihrer Rede darauf, wie wichtig die Solidarität der Schulen untereinander beim Umgang mit Flüchtlingen ist. hannes thalmayr

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