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Einige Besatzungsangehörige konnten noch ein Jubiläum für bis zu 7000 Stunden mit der Transall feiern, für einige war das der „last flight“. Ein alter Fliegerbrauch ist, die Geehrten mit Sekt abzuduschen. Aber im Unterschied zur Formel 1 sind die Flaschen etwas kleiner. Und bei der Luftwaffe duschen nicht die Piloten die Zuschauer – sondern andersherum.
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Kurz vor dem Takeoff zum Flyout: Das seit 45 Jahren bewährte Transportflugzeug der Luftwaffe mit dem Schriftzug „Servus Transall“ steht gegenüber der „Silbernen Gams“ (links im Bild).
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Das Lufttransportgeschwader (LTG) 61 als südlichstes der drei LTGs trägt den Gamsbock im Wappen - und wird zum Ende des Jahres aufgelöst.
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Emil, der Stofftier-Gamsbock ist ebenfalls mit angetreten. Er war bei den wichtigsten Flügen in den vergangenen Jahrzehnten dabei und hat eine eigene Personalakte im Geschwader.
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Rund 500 Soldaten, zivile Mitarbeiter und Gäste aus Politik und Wirtschaft waren zur Flyout-Zeremonie auf den Fliegerhorst Penzing gekommen.
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Rund 500 Soldaten, zivile Mitarbeiter und Gäste aus Politik und Wirtschaft waren zur Flyout-Zeremonie auf den Fliegerhorst Penzing gekommen.
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Für viele der 1200 aktiven und ehemaligen Soldaten der emotionale Höhepunkt der abschließenden Flyout-Party: Heißluft-Ballonpiloten brachten beim nächtlichen „Ballonglühen“ zu den Klängen von ‚Time to say goodbye’ rhythmisch abwechselnd ihre Ballone zum Leuchten.
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„Servus Transall… mach’s guad“ haben Soldaten auf das Seitenleitwerk einer ihrer letzten Transportflugzeuge geschrieben. Die Transall startete zu einem symbolischen Flyout.

Party zum Abschied 

Flyout – in Penzing machen Transalls und Soldaten den Abflug

 Der Countdown bis zur endgültigen Auflösung des Lufttransportgeschwaders (LTG) 61 läuft. Jetzt gab es einen sogenannten Flyout.

Penzing – Von den einst über 30 Transportflugzeugen, die vom oberbayerischen Boden in fast die ganze Welt zu teilweise auch humanitären Einsätzen aufbrachen, sind kaum mehr als ein halbes Dutzend übrig. Zwei starteten jetzt zum Flyout vom Flugplatz Landsberg aus.

„Servus Transall…. mach’s guad“ haben die Soldaten auf das Seitenleitwerk eines ihrer letzten Transportflugzeuge geschrieben. Zusammen mit der „Silbernen Gams“, der Transall mit der Sonderlackierung zum 60-jährigen Bestehen LTG 61, startete die Transall mit dem großen Geschwaderwappen zu einem symbolischen Flyout. Nach einem auch über den westlichen Brucker Landkreis führenden Rundflug überflog Kommodore Oberst Daniel Draken persönlich die auf dem Flugvorfeld angetretene Formation. Über 500 Soldaten, zivile Mitarbeiter, Gäste aus Politik und Wirtschaft hatten sich dort versammelt, um gemeinsam die Blicke in den Himmel zu richten.

Nach der Landung war die durch einen von der Flugplatzfeuerwehr gespritzten Wasserbogen rollende Transall zu beobachten. „Wir fliegen in reduziertem Umfang noch bis Ende Dezember“, tröstete der Kommodore die Anwesenden. Vereinzelt wird es auch noch 2018 Überführungsflüge geben, wenn die Transalls, die künftig im LTG 63 in Schleswig-Holstein geflogen werden, nach Penzing zur Hochwertteilegewinnung oder Verschrottung kommen.

Für die Soldaten des LTG 61 kommt das von der örtlichen Politik vereinzelt geäußerte Bedauern des Weggangs indes zu spät. Obwohl die Bundeswehr bis auf Weiteres weder die Kasernenanlagen inklusive der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude noch den Flugplatz freigibt. Deswegen mussten die Gemeinde Penzing und (zu einem kleinen Teil) auch die Stadt Landsberg, auf deren Flur der Fliegerhorst liegt, ihre Konversionspläne stoppen.

Ob neue Bundeswehreinheiten die Kaserne beziehen oder die Liegenschaft doch an die Gemeinde oder private Investoren verkauft wird, ist noch völlig offen. Vorsorglich Interesse angemeldet haben auch schon Nachfahren der früheren Grundeigentümer, die ihre Äcker 1935 an die Luftwaffenverwaltung verkaufen mussten, um Flugplatz und Kaserne erbauen zu können.

Auch die Zahlen der im LTG 61 Beschäftigten schrumpfen. „Ende Dezember sind von derzeit noch 750 nur noch 150 Mann für ein Nachkommando übrig“, so LTG 61-Pressesprecher Uwe Lenke. „Dieses Kommando soll die Kaserne vollständig räumen und eine sogenannte Stillstandswartung einleiten.“

Bevor es bald noch weniger Beschäftigte in Penzing sind, haben nun rund 1200 Aktive und Ehemalige eine große Flyout-Party gefeiert. Deren Höhepunkt war ein nächtliches Ballonglühen zur Musik von „Time to say goodbye“, was auch einsatzerprobte Soldaten schwer schlucken ließ. Im Dezember sagen die Soldaten nicht nur „Servus Transall“, sondern auch „Servus Penzing“ und das LTG 61, der älteste fliegende Verband der Luftwaffe, wird endgültig aufgelöst.

von Max-Joseph Kronenbitter

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