Es kann losgehen: Mit Betreuerin Katharina Acosta gehen Frieda, Leonie, Felix, Felix, Ida und Emil im Krippenbus immer wieder auf große Fahrt. Foto: peter weber

Krippenbusse

Mit dem Fräulein-Taxi die Welt entdecken

Fürstenfeldbruck - Lustige Wagerl in denen Mädchen und Buben sitzen – je nach Wetter dick eingepackt oder mit Sonnenhüten. Solche Gefährte sieht man immer öfter. Für den Antrieb sorgen in der Regel junge Frauen per Muskelkraft. Für die ist der neue Trend aber durchaus keine Sklavenarbeit, sondern eine willkommene Erleichterung.

Für Frieda, Leonie, die beiden Felixe, Ida und Emil vom Eichenauer Waldhäuschen verbirgt sich hinter jedem Schritt ein Abenteuer. Mit den Freunden aus der Kinderkrippe tollen sie über Wiesen und Waldwege und haben eine Menge Spaß, auch wenn sie mit ihren kurzen Beinen noch nicht ganz so schnell und ausdauernd unterwegs sind. Luxus-Bollerwagen erweitern den Radius der kleinen Abenteurer gewaltig.

Wenn sie auf ihren Unternehmungen in der Nähe der Krippe müde werden, können sie sich in den Krippenbus setzen. Zu weiteren Ausflügen brechen sie gleich in dem ausgepolsterten Gefährt auf – Anschnallen nicht vergessen! Wenn Antje Lülf und ihre Kollegen von der Kinderkrippe Waldhäuschen eine etwas größere Exkursion machen, ist der Krippenbus regelmäßig mit von der Partie. Zwei Stück gibt es, jeweils ein Erwachsener schiebt ein Gefährt. Die Kinder klettern in den Wagen, dann geht es durch den Ort zu vielen Ausflugszielen, zum Beispiel in die Bibliothek. Oder zu einer nahen Wiese oder einem Feld, dann können die Kinder in einer verkehrsarmen Umgebung laufen und tollen.

Außerdem macht die Fahrt im Krippenbus vielen Kindern Spaß, wie Gudrun Wolf von der AWO-Kinderkrippe Bambini in Germering erzählt. Ihre Ausflüge gehen oft auf einen Spielplatz, dann können sich die Kinder austoben und zufrieden wieder zurück in die Krippe fahren. Der Konsens unter den Erziehern: So lange sich die Kinder genug bewegen, ist eine Fahrt mit dem Krippenbus – oder einem anderen Gefährt – eine gute Sache.

So wird es auch in der privaten Kinderkrippe in Eichenau gehalten. Zwei Busse gibt es hier für 30 Kinder. „Wir nutzen sie in der Eingewöhnungszeit“, berichtet Leiterin Katrin Gentz. Viele Kinder könnten noch nicht so gut laufen, deshalb stünden die Busse bereit. Auch wenn die Gruppe schnell zu einem Ort müsse, könne man auf die Wagen zurückgreifen. Denn damit geht es doch deutlich schneller als zu Fuß.

Doch viel häufiger sei der Weg das Ziel, wie Katrin Gentz verrät: Die Kinder hätten Spaß und lernten viel, wenn sie auf eigenen Beinen unterwegs seien. Der Bus käme nur als Unterstützung zum Einsatz. „Sie sollen erst einmal laufen lernen und sich kräftigen“, so Gentz. Es ginge über Wiesen und Felder, durch Wälder und über Feldwege, das schule den Gleichgewichtssinn. In der Kinderkrippe, in der Katrin Gentz arbeitet, liegen diese Flächen quasi direkt vor der Haustür.

Auch von der Waldorf-Kinderkrippe Marthashofen ist es nicht weit bis zur nächsten Wiese oder in den Wald. Wie Leiterin Eva Danke erzählt, gibt es hier zwei Zwillings-Kinderwagen. Die reichen aus, wenn einige der zwölf betreuten Kinder erschöpft sind und eine Pause einlegen müssen. Wie Eva Danke sagt, sei die Gegend um die Waldorf-Krippe für echte Krippenbusse eher ungeeignet, denn es sei hier oft hügelig. Ein Luxus-Bollerwagen ließe sich in dem Gelände nur schwer lenken.

Dieses Problem kennt auch Katrin Gentz aus der privaten Krippe in Eichenau. Gerade wenn der Bus voll besetzt sei, würde es einer Person oft schwer fallen, ganz allein mit dem Gefährt zurecht zu kommen. (mmh)

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